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Neue Landärzte für Bayern: Run auf die Studienplätze

640 Bewerbungen für 110 Plätze, auch Teilnehmer ohne Einserabitur haben Chancen - 27.02.2020 09:52 Uhr

Durch die Landarztquote könnte künftig der Medizinermangel in ländlichen Regionen in Bayern gelindert werden. © Holger Hollemann/dpa


Bis Mitte Februar hatten noch lediglich 62 Bewerbungen vorgelegen, doch in den folgenden anderthalb Wochen verzehnfachte sich die Zahl. Bis zu 5,8 Prozent aller Medizinstudienplätze in Bayern sollen für Studenten reserviert werden, die später mindestens zehn Jahre lang als Hausarzt in einer Region arbeiten, die medizinisch unterversorgt oder von Unterversorgung bedroht ist. Das sind jährlich rund 110 Plätze.

Das Auswahlverfahren ist in zwei Stufen geteilt: Zunächst geht es unter anderem um einen fachspezifischen Eignungstest und eine Berufsausbildung im Gesundheitswesen, auch eine ehrenamtliche Tätigkeit erhöht die Chancen auf einen Studienplatz. Im zweiten Schritt im Mai werden Auswahlgespräche geführt. Die ausgewählten Kandidaten sollen ihr Studium im Wintersemester an allen medizinischen Fakultäten in Bayern beginnen. Die Bewerbungsfrist endet am 28. Februar.

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"Das Interesse an der neuen Landarztquote in Bayern ist erfreulich hoch", sagte Ministerin Melanie Huml (CSU). "Wir brauchen mehr junge Mediziner, die sich für den Beruf des Hausarztes begeistern und ihn auch dort ausüben wollen, wo sie besonders gebraucht werden. Deshalb bieten wir auch jungen Menschen ohne Einserabitur die Möglichkeit eines Medizinstudiums."

44.000 Bewerber auf 9000 Plätze

Zuletzt gab es etwa 44.000 Bewerber auf die rund 9000 Medizin-Studienplätze in Deutschland. Durch die Landarztquote haben nun auch Bewerber mit schlechteren Noten die Chance, schneller an einen Studienplatz zu kommen. Das Gesundheitsministerium setzt darauf, dass die jungen Ärzte in den zehn Jahren eine enge Beziehung zu ihrem Arbeitsort aufbauen und auch nach Ablauf des Zeitraum noch dort bleiben.

dpa/nn

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