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Landkreis Tirschenreuth: Wie die Corona-Maßnahmen wirken

Infektionsgeschehen im Freistaat hatte sich dynamisch entwickelt - 14.07.2020 05:55 Uhr

Der Landkreis hatte zu Beginn der Krise täglich dutzende Neuinfektionen.

© Nicolas Armer, dpa


Ende März wurde ausgerechnet dieser Landstrich in der nordöstlichen Oberpfalz, der zu den am dünnsten besiedelten Regionen in Bayern gehört, zum traurigen Spitzenreiter in der deutschlandweiten Statistik. Jeden Tag meldete das zuständige Gesundheitsamt Dutzende von Neuinfektionen an das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen, 138 Menschen starben dort bis jetzt mit und an den Folgen von Covid-19.


98-Jähriger aus Landkreis Tirschenreuth übersteht Corona-Infektion


Inzwischen hat sich die Situation in dem so schlimm vom Coronavirus gebeutelten Landkreis jedoch erheblich entspannt. Seit Anfang Mai registrierte das LGL dort nur noch einige wenige neue Infektionsfälle, innerhalb der vergangenen sieben Tage stieg die offizielle Zahl der mit Sars-CoV-2 infizierten Personen um gerade mal einen Fall auf nunmehr 1140 Personen.

Immer wieder Nachmeldungen

Um das bisherige Infektionsgeschehen umfassender darzustellen, präsentieren wir heute ausnahmsweise eine andere Grafik zum Coronavirus im Freistaat. Dabei haben wir die vom LGL täglich registrierten Neuinfektionen und Corona-Toten in einer Darstellung nach Kalenderwochen zusammengefasst.

Um das bisherige Infektionsgeschehen umfassender darzustellen, präsentieren wir heute ausnahmsweise eine andere Grafik zum Coronavirus im Freistaat. 

© NN


Zum einen, weil die täglichen Zahlen oft auch wegen der systembedingten Schwächen des Meldesystems stark schwanken und statistische Unschärfen mit sich bringen. So müssen die Daten wegen Nachmeldungen oder mutmaßlichen Infektionen, bei denen sich ein ursprünglich positiver Test auf Sars-CoV-2 im Nachhinein als falsch herausgestellt hat, immer wieder korrigiert werden.

Ein Effekt, der sich vor allem zu Wochenbeginn immer wieder bemerkbar macht – aus dem einfachen Grund, weil die Gesundheitsämter vor Ort an den Wochenenden oft erst später Kenntnis von einem positiven Laborbefund erhalten. Außerdem werden die Infektionszahlen – anders als in jenen Tagen, als die Zahl der Infizierten täglich um mehr als 1000 Fälle wuchs – vom LGL "nur" noch von Montag bis einschließlich Samstag aktualisiert.

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Zum anderen zeigt die Grafik, wie dynamisch sich das Infektionsgeschehen im Freistaat nach den ersten Corona-Fällen in der fünften Kalenderwoche entwickelt hatte. Patient eins in Bayern und auch in Deutschland war ein 33-jähriger Mitarbeiter des Automobilzulieferers Webasto im oberbayerischen Stockdorf, der sich während einer firmeninternen Schulung bei einer Kollegin aus China angesteckt hatte. Am 27. Januar wurde das Virus bei ihm diagnostiziert, 13 weitere Webasto-Mitarbeiter erkrankten in den folgenden Tagen, und auch aus anderen bayerischen Regionen wurden Anfang Februar erste Fälle gemeldet.

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Die Phase des exponentiellen Wachstums bei den Infektionszahlen begann in der zehnten Kalenderwoche, als zwischen 2. und 8. März 132 neue Fälle ans LGL gemeldet wurden. In den darauffolgenden Wochen vervielfachten sich die Zahlen. Der Höhepunkt der Infektionswelle war in der 14. Kalenderwoche erreicht, als die Gesundheitsämter zwischen dem 30. März und dem 5. April insgesamt 10.879 infizierte Personen registrierten. Den höchsten Tageswert musste die Landesbehörde in Erlangen am 1. April mit 1987 neu infizierten Menschen vermelden. Auch die Zahl der Todesopfer erreichte in dieser Phase ihren traurigen Höhepunkt: 660 Menschen starben in der 14. Kalenderwoche mit und an den Folgen von Covid-19.

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Zwei Wochen zuvor, am 16. März, hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) den Katastrophenfall für Bayern ausgerufen. Das öffentliche Leben im Freistaat wurde weitgehend eingefroren, und drei Wochen nach dem Start des Lockdowns sanken die Zahlen wieder. Mitte Mai rutschte die Zahl der Neuinfektionen erstmals wieder auf einen dreistelligen Wert innerhalb einer Kalenderwoche, einen Monat später wurde der Katastrophenfall aufgehoben. Seit drei Wochen steigen die Zahlen wieder leicht, allerdings ist das auch ein paar kleineren Corona-Hotspots wie einem schwäbischen Spargelhof geschuldet. Insgesamt ist die Lage derzeit unter Kontrolle.


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André Ammer Region und Bayern E-Mail

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