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Montag, 19.08.2019

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Irisches Stimmungshoch im "Pub" des Diespecker SPD-Ortsvereins

Selbst das Wetter zeigte sich original so wie auf der Inselrepublik - 17.07.2019 14:41 Uhr

Die Band "The Black Velvet" zauberte irische Atmosphäre in den fränkischen Wirtshaussaal. © privat


Es passte zum Gastland, das von fünf Seiten nass wird, wie die Band "The Black Velvet" in ihrer Moderation Irland beschrieb. Nicht nur musikalisch verwandelt sich die Atmosphäre dort zum Pub, zum obligatorischen Hofmann-Bier gesellen sich an diesem Abend neben den irischen Spezialitäten Guiness und Kilkenny auch verschiedene Sorten Whiskey. Zur Stärkung gibt es den landestypischen Eintopf "Irish Stew" und Spare Ribs, auch Irish Coffee wird aufgebrüht.

Vier Stunden umfasst das Repertoire der drei Musiker, unterbrochen von zwei kleineren Pausen. Zum Nachdenken und Nachbestellen, wie der Sänger augenzwinkernd erklärt. Dies beschreibt auch gut die Spannbreite der Gefühle, die an diesem Abend angesprochen werden. Zwischen Melancholie und Tanzbarkeit bewegen sich die Songs der drei Musiker, einmal fühlt man sich an Cat Stevens erinnert, im nächsten Moment an Flogging Molly. Nach einem Stück über jugendliche Geflüchtete wird das Publikum etwas nachdenklich in die erste Pause entlassen, um dann mit flotten, zum Mitklatschen einladenden Stücken, wieder empfangen zu werden. Diese Einladung wird dankend angenommen, vielleicht auch, weil sich in der Pause die alte Regel bestätigt, dass ein Guiness selten allein kommt.

Lieber falsch als leise

Sichtlich ausgelassen ist ab da die Stimmung im Saal, die Geräuschkulisse steigt an, Gespräche übers Leben, Gott und die Welt des Tischnachbarn werden lebhafter, es wird geklatscht und mitgesungen. Und wo das Tanzbein unter dem Tisch mitwippt, tanzen die Herzen ganz befreit über die Tische hinweg, ganz so wie es in einem der Songs heißt. Dies ist ganz im Sinne der Band, deren Regeln an das Publikum besagen: Machen Sie den Mund auf. Und: singen Sie lieber falsch als leise. Sonst gibt es auch einige rein instrumentale Lieder, bei denen es auf die Textsicherheit nicht ankommt. Die Spielfreude der Musiker ist deutlich zu spüren. Zwischendurch werden auch einmal die Instrumente getauscht, neben der klassischen Besetzung bestehend aus Banjo, Fiddl und Gitarre untermalen auch Trommel, Flöte und Mandoline das Geschehen.

Seit 35 Jahren spielen die drei Vollblutmusiker nun zusammen, begonnen haben sie als Straßenmusiker. Da kam es auch schon einmal vor, dass die damals ebenfalls noch als Straßenmusiker herumziehende "Kelly Family" in einem Pub in Würzburg angefragt hat, ob sie die drei auf der Bühne begleiten dürften, aber vom Wirt wegen Platzmangel abgewiesen wurden. Diese Zeiten sind allerdings vorbei. Einmal im Jahr werden "The Black Velvet" nach Frankreich eingeladen, um dort immer in einer anderen romanischen Kirche zu spielen - von der Straße in die Kirche, in die Gaststätten und Pubs des Landes, wofür die Diespecker Zuhörer an diesem Abend sehr dankbar sind und dies mit langanhaltendem Applaus honorieren. 

Stefan Holler

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