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Mittwoch, 19.06.2019

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Western-Feeling in Hemhofen

"Chris Jones & The Night Drivers" gastierten bei Spielraum Kultur - 20.05.2019 06:57 Uhr

Chris Jones als Gitarrist und Leadsänger (2. von rechts) kann sich auf seine „Night Drivers“ verlassen: Mark Stoffel, Jon Weisberger und Gina Clowes (von links). © Foto: Christian Enz


"Inzwischen findet in der gesamten Region viel Kulturelles statt", sagt Gudrun Dörpholz-Friedrich. "Da muss man sich ganz schön strecken, um ein ordentliches Publikum zu erreichen." Statt mit einem klaren Profil eine bestimmte Zielgruppe anzusprechen, setzt der Kulturförderverein deshalb auf Abwechslung. Ein Konzept, das ankommt – wie der voll besetzte Schwanen-Saal in Hemhofen zeigt. Viele der Gäste sind zum ersten Mal bei einer Veranstaltung des Spielraum Kultur – und wollen für zwei Stunden einfach einmal raus aus dem Alltag.

Genau dafür stehen der routinierte Western-Gitarrist Chris Jones und seine Mitstreiter Jon Weisberger, Gina Clowes und Mark Stoffel. Denn mit ehrlichem, handwerklich hervorragend herausgespieltem Bluegrass versetzen sie ihr Publikum geradewegs in die Weite Amerikas. Ob er sich in einem verrauchten Saloon wiederfinde, oder auf dem Appalachen-Trail seinen Gedanken nachhängt, bleibt der Phantasie des Zuhörers überlassen. Gitarre, Banjo, Bass und Mandoline sorgen für den passenden Sound.

Im Zentrum steht stets der Routinier Chris Jones. Der spielt nicht nur behände die Lead-Gitarre – er brilliert auch als Sänger. Warm, weich und voller Sehnsucht hängt er etwa bei Moe Bandys "The Rodeo Clown" seinen Gedanken nach – um im nächsten Moment bei "I’m a Fishin’ Man" pure Lebensfreude zu versprühen. Dieser Hit stammt aus der Feder des Bluegrass-Pioniers Jonny Horton. Doch weite Teile des Programms sind Eigenkompositionen.

So bieten sie Raum, das besondere Talent der Akteure zu unterstreichen. Etwa die Fingerfertigkeit Mark Stoffels. In rasanter Geschwindigkeit präsentiert er dem staunenden Publikum ein Solo nach dem anderen.

Wahrscheinlich würde Stoffel noch immer konzertieren, gäbe es nicht Jon Weisberger. Er und sein Bass sind der ruhende Pol. Mit druckvollen Akzenten ruft er die Mandoline immer wieder zur Ordnung. Abgerundet wird der fidele Klangkörper von Gina Clowes. Mit ihrem Banjo und jeder Menge Coolness begleitet sie ihre Kollegen auf der diesjährigen Deutschland-Tour – die nach sechs weiteren Stationen in Hemhofen ihren Abschluss findet.

Gleichzeitig ist Clowes mit glasklarer Countrystimme eine kongeniale Gesangspartnerin für Jones. Im Duett stehen beide Kid Rock und Sheryl Crow in nichts nach. Aber auch solo zieht Clowes das Publikum in ihren Bann. Etwa mit "Puppet Show" – ihrem selbst verfassten Paradestück.

Während es nach zwei Zugaben für Chris Jones und seine "Night Drivers" zurück in die Vereinigten Staaten geht, laufen bei Spielraum Kultur bereits die Vorbereitungen für das nächste Event. Am 23. Juni werden dann Klaus Brandl und Chris Schmitt zum Blues-Frühschoppen zu Gast sein. Karten sind bereits erhältlich. 

CHRISTIAN ENZ

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