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Sonntag, 26.05.2019

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Starkregen: Adelsdorfer Anwohner bitten um Hilfe

Bürgerinitiative will wasserrechtliche Genehmigungen für den "Reuthsee" prüfen lassen - 31.03.2019 06:00 Uhr

Im Sommer 2018 ist die Gemeinde Adelsdorf gleich zwei Mal von Starkregen getroffen worden – einige Straßen (und vor allem Keller) standen dabei unter Wasser. © Archivfoto: Niko Spörlein


Bekanntlich war es im vergangenen Sommer nach außergewöhnlich heftigen Niederschlägen zu massivem Rückstau gekommen, vor allem in der Bahnhofstraße und den umliegenden Seitenstraßen. Schuld daran, dass hier viele Keller voll Regenwasser aus den überfüllten Kanälen liefen, soll das damals noch nicht gänzlich befestigte neue Wohngebiet "Reuthsee" gewesen sein, von wo aus sich braune Wassermassen den abschüssigen Weg ins Dorf suchten.

Indessen sei, so Bürgermeister Karsten Fischkal, auch schon eine Initiative gegründet worden, die Maßnahmen fordere. Johannes Schmidt, einer der leidgeplagten Anwohner der Bahnhofstraße, ist deren Wortführer und kam in der gut besuchten Sitzung auch zu Wort.

Risiko analysiert

Brodrecht allerdings erläuterte zunächst die bisher erhobenen Daten und die bisher vorgenommenen Maßnahmen, auch baulicher Art. Aufgrund seiner Berechnungen und Erhebungen, auch aus Gesprächen mit betroffenen Anwohnern, habe man bekanntlich (wie schon mehrmals berichtet) eine Starkregen-Gefahrenkarte entwickelt, die besonders gefährdete Grundstücke hervorhebe.

Bei den beiden Starkregenereignissen im Sommer 2018 handelte es sich nicht um Überschwemmungen, so Bordrecht, sondern um Rückstauereignisse, will heißen, dass die Kanäle die Wassermassen nicht mehr abtransportieren konnten.

Indessen sei auch ein SMS-Frühwarnsystem eingeführt worden, an dem sich in Adelsdorf derzeit 638 Bürger beteiligen. Aufgrund der erhobenen Daten könne man jetzt darangehen, so Brodrecht, Fördermittel für kommunale Baumaßnahmen zu beantragen. Allerdings wirklich nur "kommunale" Baumaßnahmen, denn jeder Grundstücksbesitzer müsse sein Eigentum — etwa mit Rückstaueinrichtungen — selbst schützen.

Johannes Schmidt bemängelte, dass das Wasser aus dem neuen, knapp 14 Hektar großen Wohngebiet "Reuthsee" in die überfüllten Kanäle drücke und nicht mehr aufgenommen werden könne. Annähernd 50 Prozent dieser Flächen seien überbaut, versiegelt, das seien 60 000 Quadratmeter zusätzlich, die die Kanäle belasten. Schmidt: "Lasst uns nicht allein mit diesem Problem."

Ein Jahrhundert-Hochwasser würde kein Kanal mehr packen, entgegnete der Ingenieur, der für seine Berechnungen bundesweit bekannt ist.

Schmidt kündigte in der Sitzung zudem an, dass seine Initiative darangehen werde, die wasserrechtlichen Genehmigungen für den "Reuthsee" prüfen zu lassen.

Das könne man tun, so der Bürgermeister, die Kanäle seien berechnet, geprüft und in Ordnung. Zudem habe die Gemeinde schon mit diversen Maßnahmen reagiert, Kanäle spülen und Gullys reinigen lassen sowie Retentionsflächen ausgebessert, so Fischkal, der den Tagesordnungspunkt, der lediglich der Information diente, schließlich beendete.  

NIKO SPÖRLEIN

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