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Samstag, 20.07.2019

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Röttenbach: Turnhalle wird für 3,3 Mio. Euro umgebaut

Arbeiten laufen noch bis zum Sommer - Highlight wird die neue Hackschnitzelgrube - 30.03.2019 06:00 Uhr

Architekt Harald Fuchs (links) und Bürgermeister Ludwig Wahl betrachten in dem Gang oberhalb der Halle, der als zweiter Fluchtweg dienen wird, die Pläne für die Sanierung der Halle. © Katrin Bayer


Eigentlich spricht Ludwig Wahl nicht gerne von "Turnhallensanierung". "Das klingt so ein bisschen nach neu streichen. Aber es ist ja mehr, was wir machen – die Ertüchtigung der Turnhalle ist der erste von vier Abschnitten der Generalsanierung der Schule", erklärt der Röttenbacher Bürgermeister. Rund 3,3 Millionen Euro, so der aktuelle Stand, wird der Turnhallen-Umbau kosten.

In diesem Zug wird die Halle auch gemäß der Versammlungsstättenverordnung ausgebaut. Denn diese muss beachtet werden, sobald sich in einer Halle auch mal mehr als 200 Menschen befinden. Ob das so oft der Fall sei, hatten zuvor einige angezweifelt. "Doch es geht nicht nur um die Zuschauerzahl zum Beispiel bei einem Weihnachtskonzert oder einer Karnevalsveranstaltung, sondern um die Gesamtzahl der Menschen, die gleichzeitig in der Halle sind", unterstreicht Wahl. Und wenn man etwa bei einem Fußballturnier auch die große Zahl der Spieler mitrechne, komme man immer wieder über die Schwelle von 200 Personen.

Wie es die Verordnung fordert, gibt es nun einen zweiten Fluchtweg aus der Halle. Umgebaut wurde dazu die Längstribüne, die bislang nicht genutzt werden durfte. Hier wurde ein geräumiger Gang eingebaut, der hinten in ein Treppenhaus Richtung Sportplatz mündet. Von hier aus wird es auf einen neuen Parkplatz mit 55 Stellplätzen gehen.

Vom Sportplatz her entsteht ein neuer Eingang. © Katrin Bayer


"So schlagen wir mehrere Fliegen mit einer Klappe", freut sich Wahl. Unter anderem habe die Halle auf diese Weise künftig zwei Zugänge und die Verkehrssituation in der Schulstraße verbessere sich weiter, weil ein Teil der Besucher künftig über die Jahnstraße komme.

Komfortabler wird es auch in der Halle: Die Besucher nehmen auf den Tribünen künftig nicht mehr auf Sitzstufen Platz, sondern auf richtigen Sitzen. Die Vereine, die bei Veranstaltungen zum Beispiel Kuchen verkaufen, freuen sich auf eine kleine Küche im ersten Stock vorm Tribüneneingang. "Aus der Küche heraus wird es eine Durchreiche geben", erklärt Architekt Harald Fuchs.

Und auch sonst ist vieles neu in der Halle. Die Sanitäranlagen der Sportler etwa, das Behinderten-WC, die Lichtbänder an der Decke, die Lärmschutzdecke, die Lagerräume. An der Vorderseite Richtung Schulstraße wurde zudem ein Aufzug eingebaut, den auch die Besucher der Schule und des Familienbüros der Gemeinde, das mittlerweile im angrenzenden Alten Rathaus zu finden ist, nutzen können.

In einem separaten Raum ist Platz für eine Schnitzelgrube für Sportler und Schüler vorgesehen. © Katrin Bayer


Ein besonderes Schmankerl ist jedoch der Hackschnitzelgruben-Raum am Ende der Halle. Bereits 2010 hatten die Trampolinsportler bei der Gemeinde angefragt, ob man nicht eine solche Grube einrichten könne. Mit dem Umbau bot sich dazu die Chance. Untergebracht werden in dem Raum oberhalb der Grube ein Klapptrampolin, ein Reck und eine Boulderwand — von dort können die Trampolinspringer, Turner und Kinder aus Mittagsbetreuung und Schule in die Schaumstoff-Hackschnitzel fallen. "Da ist die Hemmschwelle niedriger, sich an schwierige Sprünge heranzuwagen als wenn unten drunter nur eine Matte liegt", so Fuchs.

Fertig, sagt der Architekt, werde die Halle im August. Noch länger warten muss die Gemeinde allerdings auf einen Teil der zugesagten 1,3 Millionen Euro Zuschuss. Das Zuschussprogramm der Staatsregierung ist so gefragt, dass Röttenbach in diesem Jahr wohl nur ein Drittel überwiesen bekommt. "Und das ärgert dann schon, wenn wir so in Vorleistung gehen müssen", erklärt Bürgermeister Wahl. Die Gemeinde sei dazu zwar in der Lage, doch wäre eine zeitnähere Förderung einfach wünschenswert. 

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