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Regina Dukart will Landrätin werden

Freie Wähler nominieren 31-jährige Höchstadterin als Kandidatin - 04.05.2019 06:00 Uhr

Regina Dukart will Landrätin werden. Die Wirtschaftsingenieurin will gestalten, nicht verwalten.  © Niko Spörlein


Die Delegierten waren zuvor von der Kreisvorsitzenden Irene Häusler zu der Nominierungsversammlung im Drei-Kronen-Saal in Adelsdorf begrüßt worden.

Regina Dukart stellte sich mit einem flammenden Bekenntnis zum boomenden Landkreis Erlangen-Höchstadt vor. Einem Landkreis mit attraktiven Arbeitsplätzen, sagte sie, mit wunderschöner Natur, breit gefächerter Kultur und unzähligen sportlichen Betätigungsfeldern. Sie sei deshalb sehr froh darüber, in diesem Landkreis leben zu können, denn ursprünglich sei ihre Heimat ganz woanders.

Geboren in Kasachstan

Dukart wurde in Karaganda geboren, eine Stadt mit etwa 500 000 Einwohnern im Herzen Kasachstans, "mitten in der Steppe". Mit ihren Eltern kehrte sie in den 1990er Jahren in die alte Heimat Deutschland zurück, zunächst in die Erstaufnahmeeinrichtung in Straubing, später nach Bad Abbach. Ihr Vater baute dort die Musikschule recht erfolgreich wieder auf.

Die Musikalität liegt in der Familie, Regina Dukart spielte sogar im bayerischen Landesjugend-Orchester. Die FW-Politikerin spielt unter anderem Klavier, Violine und Akkordeon.

Fachbuch geschrieben

"Zur Schule gegangen bin ich zuerst in Straubing", sagte Dukart. In Regensburg machte sie das Abitur, wobei sie ihre Schwerpunkte auf Sprache legte. Ihr Wirtschaftsingenieur-Studium mit dem Fokus auf Maschinenbau und Management schloss sie an der FAU in Erlangen mit dem Bachelor ab, später kam der Master dazu. Und sie schrieb sogar schon ein Fachbuch, das sich mit Qualitätsmanagement und Controlling beschäftigte. "Messen und Vergessen" hieß das Buch, so Dukart, das allerdings längst vergriffen sei.

Seit sieben Jahren ist die Höchstadterin Mitglied bei den Freien Wählern, liiert ist sie mit dem ehemaligen Bundes- und Landtags-Kandidaten der Freien Wähler, Christian Enz. Noch heuer soll standesamtlich geheiratet werden.

Nach der "Grundausbildung" als Kommunalpolitikerin mit annähernd 100 Parteiveranstaltungen inklusive Klinkenputzen sei der ehemalige Landtagsabgeordnete Hans Jürgen Fahn auf sie aufmerksam geworden. Er stellte Dukart als Mitarbeiterin ein, da sie sich mit Integration besonders gut auskenne.

Dukart betonte, dass der Landkreis ERH viele Probleme anderer Kreise nicht habe, oder zumindest nicht in dieser Dimension: Jugendarbeitslosigkeit, Überalterung, Ärztemangel, marode Schulen. "Manches könnte aber noch besser gemacht werden, aber ehrlich, das meiste ist toll", so ihre kommunalpolitische Einschätzung des Landkreises ERH.

Die Wirtschaft im Landkreis war in der Bewerbungsrede ihr Thema, die Mittelschicht, die Gesellschaft, die Kluft zwischen Arm und Reich, der ÖPNV ("das muss Chefsache sein"), die Natur, die Umwelt, der Verkehr, der Straßenbau, die Jugend- und Seniorenarbeit, das Thema Wohnraum ebenso.

"Lassen Sie uns einen ersten, einen dünnen Strich unter die Bilanz ziehen", sagte Dukart: Als Opposition im Kreistag hätten die Freien Wähler in der noch laufenden Legislaturperiode vieles bewegt, sie hätten mehr erreicht, als zunächst alle dachten – "lasst uns diesen Spirit mitnehmen in die Kommunalwahlen 2020". Auf alle Fälle genüge es nicht, im Landratsamt bloß zu verwalten. "Man muss gestalten."

NIKOLAUS SPÖRLEIN

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