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Dienstag, 11.08.2020

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Mietwohnungen für Senioren in Röttenbach

Investoren stellten Konzept für Bauvorhaben an der Bauhofstraße vor. - 10.07.2020 07:57 Uhr

Bislang dient das Grundstück an der Bauhofstraße als Lagerplatz, doch in ein paar Jahren könnten hier Senioren wohnen.

© Foto: Katrin Bayer


Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte der Gemeinderat über einen Antrag der Freien Wähler beraten, auf dem Gemeindegrundstück in der Bauhofstraße Seniorenwohnungen zu realisieren – und zwar nicht als Eigentums-, sondern als Mietwohnungen. Die SPD wollte seinerzeit aber, dass das ganze Thema größer gedacht wird und der Seniorenwohnbedarf in Röttenbach erst mal grundsätzlich unter die Lupe genommen wird. Und zwar nicht nur der kurzfristige Bedarf, sondern auch der in den kommenden 25 Jahren.

Doch wie an diese Erkenntnisse kommen? Bürgermeister Ludwig Wahl erinnerte sich damals an eine Studie, die der Landkreis seinerzeit in Auftrag gegeben hatte. In ebenjenem seniorenpolitischen Gesamtkonzept geht es auch um die Wohnbedürfnisse der älteren Mitbürger, abgebildet wird die Situation bis 2036.

Wahl nahm daraufhin mit dem Bamberger Forschungsinstitut Modus Kontakt auf, das jene Studie damals realisiert hat. Ziel: Ein Zahlenwerk allein für Röttenbach in Auftrag zu geben. Das Institut riet allerdings von einer Studie, in der ein Ort isoliert betrachtet wird, ab. Man sei jedoch gerade dabei die Zahlen aus den Jahren 2016/2017 für den gesamten Landkreis fortzuschreiben und komme anschließend auch gerne mal in eine Gemeinderatssitzung.

Vorerst arbeiten die Röttenbacher also mit den Erkenntnissen aus dem ERH-Gesamtkonzept, die der dritte Bürgermeister Hans Götz in der Gemeinderatssitzung kurz zusammenfasste: Laut der Studie sei der Landkreis, was die stationäre Betreuung angehe, mit insgesamt 1229 Heimplätzen gut versorgt. Der Raum Höchstadt und Umgebung sogar noch etwas besser als Herzogenaurach oder der Landkreisosten.

"Es ist allerdings dringend angeraten, die ambulante Versorgung auszubauen", so Götz. Menschen sollten in einem ersten Schritt zu Hause versorgt werden können, später jedoch in barrierefreien Wohnungen, bei denen man sich Hilfsdienste "dazubuchen" kann. Der dritte Bürgermeister: "Wir müssen verstärkt in diese Richtung planen und nicht in den vollstationären Bereich."

Eine Einschätzung, die Thomas Schellerer unterstreichen konnte, der als Chef des ortsansässigen Pflegedienstes Care Casa als Experte in die Sitzung eingeladen worden war: "Wir merken, dass viele Senioren allein in ihren großen Häusern leben. Dabei bräuchten sie kleine Wohneinheiten, die barrierefrei sind, und in denen sie auch den Haushalt noch handeln können."

Damit die Menschen jedoch als Senioren in Röttenbach bleiben können, müssen die Wohnungen nicht nur vorhanden, sondern auch auf den jeweiligen Geldbeutel zugeschnitten sein. "Wir brauchen Wohnungen für Senioren, die sich mehr, und Wohnungen für Senioren, die sich weniger leisten können. Also einen guten Mix", so Bürgermeister Wahl.

In der Sitzung stellten zwei Investoren Vorschläge vor, wie man das Seniorenwohnen auf dem Grundstück an der Bauhofstraße verwirklichen könnte. So plant die Joseph-Stiftung aus Bamberg zwei T-förmig angeordnete Baukörper mit insgesamt 13 bis 14 barrierefreien Wohnungen, entstehen sollen zwei- und drei-Zimmer-Wohnungen mit einer Größe bis zu 70 Quadratmetern. Ein Teil davon soll frei vermietet werden (Quadratmeter-Preis: 9,50 bis 10 Euro), der Rest geht zu einem günstigeren Quadratmeterpreis an Menschen mit einem Wohnberechtigungsschein.

Der Bauträger H & W Family Office, ebenfalls aus Bamberg, geht von zwei Bauabschnitten aus: Im ersten entstehen zehn Zwei-Zimmer-Apartments mit 40 bis 45 Quadratmetern als öffentlich geförderter Wohnraum, also subventionierte Wohnungen. Im zweiten Abschnitt sind in einem Haus daneben noch fünf Drei-Zimmer-Wohnungen mit rund 70 Quadratmetern zu einem Quadratmeterpreis von rund 11 Euro geplant.

Die Fraktionen sollen sich nun Gedanken über die Konzepte machen, der Beschluss fällt in einer der nächsten Sitzungen.

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