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Dienstag, 26.05.2020

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Masken made in Herzo: Stoff gibt es genug

Viele nähen jetzt, auch eine Gruppe des Seniorenbüros. - 08.04.2020 17:40 Uhr

Gisela Geßner wird nicht langweilig, es gibt viel zu tun. © Foto: privat


Manchmal verursacht eine kleine Meldung in der Zeitung unerwartete Aktivitäten. So hat die Nachricht der Herzogenauracher Lebenshilfe in der vergangenen Woche über fehlende Schutzmasken für ihre Mitarbeiter und die von ihnen betreuten Menschen eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Zu den vielen, die sich gemeldet haben, um zu helfen, gehört auch die Gruppe "Nähen, Stricken, Basteln" des HerzoSeniorenbüros. Deren Leiterin, Christine Müller, organisierte mit Unterstützung des Seniorenbeirats ein kleines Hilfsprogramm.

 

Es fehlen Gummibänder

 

Sieben weitere Damen fanden sich, die seit dem Wochenende fleißig Schutzmasken nähen. Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker hörte von der Aktion, was ihn zur spontanen Aussage veranlasste: "Die Materialkosten übernimmt die Stadt!" Schnell stellte sich jedoch heraus, dass der städtische Etat hier wohl kaum strapaziert wird. Geeignete Stoffreste fanden sich nämlich in großer Zahl. Lediglich die schmalen Gummibänder, die den Halt der Masken hinter den Ohren sicherstellen sollen, sind am Markt zurzeit nur sehr schwer zu bekommen, so Christine Müller.

Hier könnte das Seniorenbüro Hilfe benötigen: Wer noch einige Meter Gummiband hat (Hosengummi, zirka fünf bis sechs Millimeter breit und kochfest, Farbe spielt keine Rolle), kann diese an der Rathauspforte, Wiesengrund 1, abgeben. Für alle Näherinnen in Herzogenaurach wäre das eine ganz wesentliche Unterstützung.

 

"Oma im Homeoffice"

 

Eine erste Teillieferung von rund 150 fertigen Schutzmasken wurde der Lebenshilfe inzwischen überbracht, sehr zur Freude dort. Und auch die acht Näherinnen gewinnen ihrer momentanen Tätigkeit manch Positves ab. "Langweilig wird uns der gewünschte Verbleib im häuslichen Bereich da nicht mehr", so eine Aussage. Eine andere Dame berichtet – nicht ohne Stolz – von ihrer Enkeltochter, die zu ihren Eltern gesagt hat: "Wir dürfen die Oma jetzt nicht stören, die ist im Homeoffice und muss arbeiten!" Man sieht, in einer Krise erweitert sich der Wortschatz von Kindern ganz automatisch.nn

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