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Martin Sekera: Neuer HEC-Trainer vor schwierigem Spagat

Höchstadter Eishockey: Coach muss Sparfuchs und Siegertyp zugleich sein - 17.04.2019 10:56 Uhr

Mit weniger Geld zu mindestens genauso viel Erfolg, dafür wollen beim HEC alle an einem Strang ziehen (von links): Sponsor Gerald Fischer von Medwork, Präsident Martin Müller, der neue Trainer Martin Sekera und Vize-Präsident Dominik Rogner.


Denn schon immer musste man sich in der fränkischen Diaspora immer besonders strecken, um mit den Hochburgen aus Südbayern mithalten zu können. Und jetzt wird es noch schwerer.

Denn wie HEC-Präsident Martin Müller und sein Stellvertreter Dominik Rogner bei der Vorstellung des neuen Trainers bekanntgaben, muss Sekera mit einem spürbar kleineren Etat für die Alligators in der Oberliga zurechtkommen. Summen wurden nicht genannt, aber allein die Nachricht von einem Sparkurs wird einige Starspieler sicherlich davon abhalten, an der Aisch einmal anzuklopfen.

Grund für den Sparkurs sind "Sünden" der Vergangenheit. Wie wiederholt berichtet, muss der Verein Nachzahlungen ans Finanzamt leisten. Und es sieht so aus, als ob diese in absehbarer Zeit fällig werden. Dafür will man jetzt im Haushalt den nötigen Puffer schaffen, um gerüstet zu sein.

Martin Sekera sieht das aber nicht als großes Handicap an und witzelt sogar: "Dann bin ich die beste Wahl, denn aus dem letzten Jahr in Sonthofen weiß ich ja, wie es ist, mit wenig Geld auszukommen." Der Kader soll kleiner werden als in der vergangenen Saison, aber mindestens genauso schlagkräftig. Dazu sei er bereits seit drei Wochen mit dem Sportlichen Leiter Jörg Schobert auf der Suche: "Wir machen Fortschritte, aber wir merken auch: Mit viel Geld wäre vieles viel einfacher."

Eine Idee bringt er aus Sonthofen mit, wo der 47-Jährige in der abgelaufenen Saison seine erste Station als Trainer absolviert hat: Der Höchstadter Ligarivale hat da mit der Nachwuchsabteilung des Zweitligisten ESV Kaufbeuren kooperiert, bei dem der Ex-HEC-Coach Daniel Jun federführend aktiv ist und Sekeras Wechsel zu den Alligators mit in die Wege geleitet hat, so der Neue. "Es war toll zu sehen, wie sich die 17- und 18-Jährigen bei den Erwachsenen eingefügt haben. Ich halte die Oberliga für die optimale Klasse als Einstieg für ambitionierte Talente. Und die Bundes- und Zweitligisten sollten auch Interesse haben, dass diese Jungs Spielpraxis sammeln und nicht nur bei ihnen auf der Bank sitzen."

Noch ein Faktor kommt hinzu: Bezahlt werden solche Förderspieler vom Profiverein – nicht unwichtig in der finanziellen Lage des HEC. Denkbare Kooperationspartner in der Region wären natürlich die Nürnberger Ice Tigers und der ERC Ingolstadt.

Mit solchen Optionen und einer klugen Transferpolitik können die Alligators laut Sekera auch im zweiten Jahr eine gute Rolle in der Oberliga spielen. Prinzipiell hofft er auf eine längerfristige Anstellung in Höchstadt: "Ich will hier etwas aufbauen, so dass wir in drei, vier Jahren eine feste Größe in der dritthöchsten Liga sein können." Nach einer Saison könne man eigentlich nicht sagen, ob das Konzept eines Trainers wirklich greife.

Eine der vorrangigen Aufgaben für Sekera neben der Wohnungssuche (mit der Familie will er von Lindau nach Höchstadt ziehen) ist die Lösung der Torwartfrage: Mit Philipp Schnierstein und Carsten Metz stehen zwei der Goalies der Vorsaison nicht mehr zur Verfügung. Mit Talent Nico Henseleit würdeman wohl gerne verlängern, aber eine erfahrene Nummer eins wird noch gesucht.

Ohnehin steht der in vielen höherklassigen Ligen erprobte Sekera auf eine "gute Mischung aus älteren und jungen Spielern". Und das eigentliche Ziel ist es, dass jeder weiß, was seine Rolle ist und dass er mit ihr zufrieden ist.

Systeme sind für ihn eher variabel: "Ich werde mir die Spieler anschauen und auch anhören – und dann entscheiden, wie ich spielen lasse. Hinten ist natürlich Disziplin wichtig, vorne sollen die Angreifer aber auch ihre Freiheiten haben." Und prinzipiell will er seine Teams agieren sehen anstatt sich am Gegner zu orientieren.

Seinen Sinn für Humor bewies Martin Sekera mit der Begründung seines Wechsels zu den Alligators: "Ich habe immer ungern in Höchstadt gespielt – und bin froh, dass diese Fans jetzt die meinigen sind."

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