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Dienstag, 15.10.2019

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Martin Grau durchbricht persönliche Schallmauer

Biengartener Hindernisläufer läuft bei 10000-Meter-Lauf erstmals unter 30 Minuten - 17.04.2019 11:11 Uhr

 

Stark auf ungewohntem Terrain: Hindernisläufer Martin Grau (2. von rechts) ließ sich von Tobias Blum (links/Nummer 23) zu einer neuen Bestmarke ziehen.


Doch der Würzburger Residenzlauf ist stark besetzt und mit Tobias Blum aus Rehlingen fand er einen ambitionierten Kollegen, der im Sog einer ganzen Armada von rund 20 Assen aus den afrikanischen Hochburger Kenia, Äthiopien, Uganda und Eritrea eine gute Zeit anpeilte. Am Ende siegte der Kenianer Vincent Kiprotich Kibet in der absoluten Weltklassezeit von 27:34 Minuten.

Martin Grau, der bekanntlich 2018 vom LSC Höchstadt zum LAC Erfurt gewechselt ist, entschied sich für die Risiko-Variante (in Absprache mit Bundestrainer Enrico Aßmus): "Nach dem Training in der Höhe weiß man eigentlich nie, wie man wirklich drauf ist. Ich wollte aber die 30-Minuten-Marke angreifen. Das hätte auch in die Hose gehen können, aber das war mir eigentlich egal."

Aber nichts ging in die Hose. Auch, weil der erfahrene Langstreckler Tobias Blum ganz konstant die Tempovorgabe einhielt: jeweils knapp unter drei Minuten für die 1000 Meter. Grau musste "nur" mitlaufen. Erst kurz vor Schluss setzte sich der Spezialist aus Rehlingen ab und wurde in 29:31 Minuten bester Deutscher auf Platz 15. Einen Rang dahinter lief der Biengartener Grau in 29:45 Minuten über die Ziellinie, damit hatte er seine bisherige Bestmarke pulverisiert: 2017 beim Neuhauser Starßenlauf hatte er genau 70 Sekunden länger gebraucht. "Länger hätte es auch nicht gehen dürfen, ich war am Anschlag", gestand der 27-Jährige. Und fügt an: "Doch die Ausdauer passt – und das ist ein gutes Zeichen."

Die 10 000 Meter sind aber auch nicht die Hausstrecke für Martin Grau, der nach der Saison 2018, in der es nach zwei eher durchwachsenen Jahren wieder aufwärts ging, heuer wieder große Ziele hat. Das Großereignis 2019 sind die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha (Katar) vom 28. September bis 6. Oktober. Diese finden heuer wegen der Hitze auf der arabischen Halbinsel später statt als gewohnt.

Für Martin Grau die gute Chance, die Norm am besten möglichst früh zu erfüllen. "8:29 Minuten sind zwar schwer, aber auch machbar", sagt der Studenten-Weltmeister von 2015. Vergangenes Jahr lag er mit 8:26,18 Minuten relativ deutlich darunter, aber im Lauf selbst muss halt vieles passen: äußere Bedingungen, passende Gegner und vor allem die eigene Tagesform.

Vor einem Jahr lief er diese Zeit in Dessau, wo er auch heuer Mitte Juni die Norm vermutlich erstmals ernsthaft angreifen, damit er bei der deutschen Meisterschaft in Berlin Anfang August relativ entspannt seinen Titel von 2018 verteidigen kann.

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