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Dienstag, 17.09.2019

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Lourdes-Grotte in Höchstadt nimmt Gestalt an

Bauwerk im Garten des Schwesternhauses soll im Sommer fertig werden — Ehrenamtliche errichten sie auf Spendenbasis - 27.03.2019 17:18 Uhr

Der Aufbau der Grotte steht bereits (im Hintergrund). Künftig soll darin Wasser fließen. Oben rechts ist bereits die Nische sichtbar, in der die Madonnenfigur aus Lourdes platziert werden soll. Im Vordergrund sind die Fundamente für Ruhebänke zu erkennen. Foto: Ralf Rödel


Die "Groddn-Graddler" staunen, was sie schon alles geschafft haben. "Manchmal können wir es selbst nicht glauben, wenn wir davorstehen", schreibt Sabine Dorsch in einem Artikel für den Osterpfarrbrief der Pfarrei St. Georg, der am kommenden Wochenende erscheint. Gemeinsam mit neun weiteren Ehrenamtlichen – sie nennen sich "Groddn-Graddler" – engagiert sie sich für den Nachbau einer LourdesGrotte im Garten des Schwesternhauses in der Kleinen Bauerngasse.

Noch liegt das Steinkreuz am Boden. Bald werden die ehrenamtlichen „Groddn-Graddler“es im Garten des Schwesternhauses aufstellen. Foto: Ralf Rödel


Die Andachtsstätte, die im Sommer fertiggestellt werden soll, hat beachtliche Ausmaße. Sie ist sieben Meter lang und vier Meter hoch, berichtet Dekan Kilian Kemmer. Damit gehört der Nachbau definitiv zu den größeren von den unzähligen, die es weltweit gibt (siehe gelber Kasten). Die Grotte steht bereits, Fundamente für 50 bis 60 Bänke sind gegossen. Bald soll in der Grotte auch Wasser fließen. Ein Steinkreuz wird aufgestellt.

Entstanden ist die Idee, wie berichtet, bei einer Wallfahrt der Pfarrei St. Georg in den weltberühmten Marienwallfahrtsort Lourdes in Frankreich.(Schon 2010 war ein Höchstadter Gruppe in Lourdes) Noch während der Reise Anfang Juni fand sich spontan eine Gruppe von einem halben Dutzend Leuten, um die Grotte, in der 1858 der Müllerstochter Bernadette Soubirous mehrere Male die Jungfrau Maria erschienen sein soll, in Höchstadt nachzubauen. Die Kirchenverwaltung hat, so Kemmer, den Platz dafür zur Verfügung gestellt. Die Erbauer arbeiten in ihrer Freizeit und übernehmen auch die Kosten für das Material.

Trotzdem schlägt den "Groddn-Graddler" auch Kritik entgegen, wie Sabine Dorsch berichtet. Als "Disney World in Höchstadt" werde die Andachtstätte bezeichnet. Es sei auch die Frage gekommen: Für was braucht man so was? Die Kirchen werden doch immer leerer.

"Ja, die Zeiten sind nicht einfach", meint Sabine Dorsch, "und wir hätten wahrscheinlich weniger Widerspruch erfahren, wenn wir ein teures Kunstwerk aufgestellt oder für einen Verein gespendet hätten oder einfach nichts gemacht hätten, aber wenn an unserer Grotte auch nur immer eine einzige Kerze brennt, die ein Mensch mit einer Bitte oder einem Danke aufgestellt hat, dann hat sich alle unsere Mühe gelohnt". Kilian Kemmer geht davon aus, dass im Garten eine ganz besondere Atmosphäre entsteht — besonders abends, wenn alles mit Kerzen beleuchtet wird. "Ein Ort, an dem man mitten in der Stadt zur Ruhe kommen kann." Die große Marienfigur aus Keramik, die den Grotten-Nachbau zieren soll, möchte der Dekan persönlich in Lourdes abholen, wenn es soweit ist. "Ich reise dann spontan dorthin", verspricht er.

  

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