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Kerwabräuche bei echtem Kaiserwetter

Ausgelassene Stimmung in Buch — Stolze Fichte mit 27,5 Metern — „Küchli“ und Karpfen - 21.10.2012 17:30 Uhr

Beim „Küchli zammspielen“ gibt es das namensgebende Fettgebäck nur noch selten. Wenn die Ortsmadli charmant bitten, fließen meist Bargeld und Getränke. © Niko Spörlein


Glänzende Rahmenbedingungen also für die hiesigen Ortsburschen um deren Chef Johannes Süß, die bei dieser Kirchweih das eigentliche Drehbuch schreiben. Hoch her ging es auch am Samstag, auch wenn da, ebenso wie sonntags, das Fest nicht von der Sonne verwöhnt wurde.

Dennoch verfolgten viele Gäste den Kraftakt und beklatschten die Jungs, die eine schnurgerade gewachsene Fichte mit stolzen 27,5 Metern gegenüber dem Stammlokal in die Senkrechte brachten, und gleich daneben einen kleineren Baum, der vom Nachwuchs um Simon Maier ins Loch versenkt wurde.

Abends hieß es dann auf zur „Nachtschicht“ mit der gleichnamigen Band, die für Hochstimmung sorgte. Die 29 Mädels und Jungs um Johannes Süß präsentierten sich bei ihren „Vorstellungen“ in blütenweißer Weste, will heißen, in neuen T-Shirts, die natürlich bezahlt werden mussten. Und um die Kasse bei den Kirchweihburschen wieder aufzustocken, liefen sie am Sonntagmittag beim „Küchli zammspielen“ zur Hochform auf.

Kein Wunder, wenn man sogar von einem „Betriebsfeuerwehr-Fahrzeug“ der Firma Paul Uhl mit Baujahr 1954 und den Büchenbacher Kerwamusikanten in elitärer Besetzung begleitet wird. „Da kommt schon was zusammen“, meinte der Ortsburschenchef, schließlich müsse man damit jene Shirts, das Bier und nicht zuletzt die Musikanten bezahlen.

Mit „Küchli“ (Krapfen) sammeln, wie das früher der Fall war, hat das „Küchli zammspielen“ der Neuzeit nichts mehr zu tun, denn hauptsächlich fließt Bargeld in die Blechbüchsen der aufgeweckten Mädels. Dennoch bekamen sie beim sonntäglichen Umzug durch das ganze Dorf von einigen Leuten schon noch richtige Kirchweihkrapfen, und auch gleich Flüssiges.

Während die Ortsburschen- und Mädels lustig durchs Dorf zogen, herrschte im Gasthaus Süß derartiger Hochbetrieb, dass die Autos bis weit hinein in die Straße nach Unterreichenbach parken mussten. Karpfen standen hoch im Kurs.

Am heutigen Kirchweih-Montag übrigens laden die Ortsburschen ab 18 Uhr zum „Betzn raustanzen“ ins beheizte Festzelt. Danach sorgt sich die Band „September“ um die Stimmung beim Kirchweihausklang. 

nr

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