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In Aurachtal sollen sich Jung und Alt wohlfühlen

Bürgermeister Klaus Schumann richtet den Blick auf Senioren — Erstmals hat die schuldenfreie Gemeinde Kredit aufgenommen - 01.01.2019 16:35 Uhr

Bürgermeister Klaus Schumann ist stolz auf „sein“ Aurachtal. Die Gemeinde steht auch finanziell sehr gut da. Und die Nachfrage nach Bauland ist groß, weshalb im Jahr 2019 fünf neue Baugebiete erschlossen werden sollen, unter anderem in der Ackerlänge (rechts). © Fotos: Eduard Weigert, Ralf Rödel


Die Tür seines Büros im Rathaus in Münchaurach steht immer offen. Klaus Schumann, seit 2014 hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Aurachtal, ist das Miteinander wichtig. "Alles, was in der Gemeinde passiert, schaffen wir nur gemeinsam", ist er überzeugt.

Dass die Gemeinde schuldenfrei ist, ist natürlich ein guter Ausgangspunkt. Klaus Schumann hat die Gemeinde schon so von seinem Vorgänger Erwin Schopper übernommen. Dennoch: Im aktuellen Haushalt für 2018 mit einem Volumen von 10,8 Millionen Euro war laut Schumann erstmals eine Kreditaufnahme mit einem Kreditrahmen von 2,8 Millionen Euro vorgesehen. Denn die Gemeinde will fünf neue Baugebiete (etwa im Gebiet Ackerlänge oder in Unterreichenbach) mit insgesamt zirka 70 Bauplätzen erschließen.

Gerade die Lage Aurachtals am Rande von Herzogenaurach und in der Nähe Erlangens generiere eine hohe Nachfrage an Bauland. "Und natürlich, weil wir so eine tolle Gemeinde sind", sagt der Bürgermeister mit einem Augenzwinkern.

"Unser Ziel muss es sein, die Gemeinde zu beleben und eine homogene Gemeinschaft zu bilden, damit auch das Vereinsleben profitiert." Mit den Baugebieten Ackerlänge I bis III sei in den letzten Jahren schon viel passiert, Aurachtal könne sich über einen großen Zulauf an Kindern und Jugendlichen freuen, wovon besonders auch die Grundschule profitiere. Die diesjährige Teil-Sanierung habe dem Rechnung getragen.

Was ebenfalls im Jahr 2018 stattfand: Es wurde ein "Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept" (ISEK) für die Gemeinde Aurachtal erstellt. Vorschläge, die darin auftauchen, nimmt der Bürgermeister natürlich auf die Agenda, etwa die Planung von Radwegen. "Wir wollen die Natur, den Grünraum und damit auch den Freizeitwert erhalten."

Sanierungsbedarf bei den Straßen bestehe immer, gibt Klaus Schumann zu, auch da werde man sich kleine Teile vornehmen. Momentan sei man allerdings dabei, ein Kanalkataster zu erstellen. Mittels Befahrungen wird das gesamte Kanalnetz überprüft, das wird jedoch noch die nächsten Jahre dauern.

"Aber dann können wir gezielt tätig werden", meint Schumann. "Denn man reißt doch jetzt keine Straße auf, wenn dann wenig später auch der Kanal gemacht werden muss." Die bereits begonnene Erneuerung und Neugestaltung der gemeindlichen Spielplätze soll sukzessive weitergehen. "Und Unterreichenbach soll überhaupt mal einen bekommen."

Bei der Internetversorgung hat Aurachtal noch Nachholbedarf, gibt Klaus Schumann zu. "Eigentlich sollten alle schon mit 30 Mbit versorgt sein, es gibt aber Stellen, die erst 16 Mbit haben; dafür aber auch welche, die schon 100 Mbit haben."

Weiterhin richtet der Bürgermeister den Blick auf die Senioren der Gemeinde. Für Familien habe man die neuen Baugebiete und eine bestens ausgestattete Schule, für junge Leute kleinere Wohneinheiten, aber man wolle auch den Senioren etwas bieten. Vor allem denen, die auf großem Raum leben, das aber nicht mehr stemmen können.

"Viele wollen ungern hier weg", weiß Schumann. "Und einen alten Baum verpflanzt man ja auch nicht." Deshalb stelle die Gemeinde Überlegungen zu barrierefreiem Wohnen sowie zu einer ambulanten Tagespflege an.

Die Problematik der Hauptstraße durch Falkendorf, Münchaurach und Neundorf mit zunehmendem Verkehr, vor allem Schwerlastverkehr, ist dem Bürgermeister bewusst. Er hofft auf die neuen Busverbindungen mit besserer Taktfrequenz, die jetzt in Betrieb sind. Die Idee einer bereits lange diskutierten und gewünschten Umgehungsstraße liegt im Rahmen des ISEK nun beim verantwortlichen Staatlichen Straßenbauamt. "Darüber muss nun mal an anderer Stelle nachgedacht werden", so Klaus Schumann.

Für ihn und den gesamten Gemeinderat gelte jedenfalls: "Wir wollen den Ort so gestalten, dass sich die Menschen hier weiterhin wohlfühlen."

 

 

JEANETTE SEITZ

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