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Sonntag, 26.05.2019

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Hemhofener Musikschule zeigt Leistungsschau

Sponsoren ermöglichen klangvolles Konzert zusammen mit dem Percussion-Ensemble der Nürnberger Hochschule für Musik - 27.03.2019 11:53 Uhr

In der Heilandskirche zeigten die Schülerinnen und Schüler der Musikschule mit einem vielfältigen Programm zwischen Klassik, Filmmusik und Pop ihr Können. © Foto: Christian Enz


Seit Oktober ist Sarah Szarek Leiterin der Musikschule. "Immer wieder wurde ich gefragt, was ich eigentlich hauptberuflich so mache", erzählt sie. Denn vielen Menschen, so erläutert die Nachfolgerin des Musikschulgründers Erich Koch, sei nicht bewusst, was in einer Musikschule geleistet werde. Zumindest wenn wie in Hemhofen studierte Musiklehrer angestellt werden. Ein Konzept, das nach wie vor ankommt – wie Bürgermeister Ludwig Nagel betont. So zählt die kommunale Einrichtung 180 Schüler. Es ginge noch mehr. "Deshalb starten wir nun mit einem besonderen Konzept – und wollen mit gezielten Angeboten Senioren ansprechen", erklärt Szarek. "Überhaupt ist es unser Ziel, die breite Bevölkerung zu erreichen."

Deshalb hatte die Musikschulleiterin zu einem ganz besonderen Konzert geladen. Im Rondell der Heilandskirche traten Musikschüler mit Profis der Nürnberger Hochschule für Musik auf. "Wir leben in einer Zeit, in der es zu oft ums Gewinnen geht. Bei diesem Projekt stand das Zusammenspiel im Mittelpunkt. Gemeinsam etwas zum Erfolg führen, das hat uns überzeugt", so Roger Poncette. Deshalb, so der Geschäftsstellenleiter der Hemhofener Sparkasse, habe man der Musikschule per Spende unter die Arme gegriffen. Zu Recht – wie ein bis auf die Empore besetztes Kirchenschiff dokumentierte.

Eine gute Kulisse, um besondere Talente herauszustellen. So nutzte Sarah Szarek mit der Vorsitzenden des Musikschul-Vereins, Ulrike Moldenauer-Alzner, die Gelegenheit, um fünf Preisträger zu ehren. Mit Marie Ebert, Julika Schneider, Luana Götz und Aurelia Weber hatten gleich vier Klarinettistinnen bei "Concertino", dem Landeswettbewerb, des Bayerischen Blasmusikverbandes eine Weiterleitung zur Verbandsebene erreicht. Mara Franz (Querflöte) schaffte sogar den Einzug in den Landesentscheid. Dafür gab es einen Einkaufsgutschein vom Bürgermeister, einen Kinogutschein vom Förderverein und viel Applaus.

Dass sie zu Recht zu den besten bayerischen Querflötistinnen zählt, stellte Mara Franz unter Beweis. Mit filigraner Technik interpretierte sie "Hardline", ihren Wettbewerbsbeitrag aus der Feder Daniel Hellbachs. Begleitet wurde sie von Klavierlehrer Rupert Walter und Musik-Professor Radoslaw Szarek. Das Ad-hoc-Ensemble zeigte sich erstaunlich gut aufeinander abgestimmt und begeisterte das Publikum bis zum stillen Verklingen der letzten Note in der weiten Kirchenkuppel. Ein Kontrapunkt zum Auftritt der Musikschul-Band um Leader Stefan Distler. Das bunte Ensemble mit Gitarre (Jule Ismaier), Flöte (Valentina Seeler, Laura Woldt), Bass (Pascal Rittmaier), Piano (Tobias Schmid) und Cajon (Valentin Kühnel) zeigte ein erfrischendes Klangbild.

Stimmig und fetzig wurden Hits wie "Yesterday" von den Beatles und "Strong" aus der Feder der Alternative-Popgruppe London Grammar bewältigt. Insbesondere der Chartstürmer "One of us" lebt von der charismatischen Interpretation seiner Sängerin Joan Osborne. In solche Fußstapfen zu treten, gerät für jede Cover-Sängerin zum Wagnis. Frontfrau Hanna Kletzing bewältigte diese vokale Hürde mit Bravour.

Applaus erntete auch Peter Weiß mit seiner Musikklasse: Marduk Papanfuß, Pauline Wrede, Florian Woldt, Xaver Schmidt, Felix Mirsberger und Heiko Franzisky brachten mit "March Royal de Lion" aus dem "Karneval der Tiere" einen von Camille Saint-Saëns komponierten Musikschulklassiker auf die Bühne. Der durch die Fröhlichkeit der Interpreten ebenso mitriss wie "When Jonny comes marching Home" von Patrick Gilmore. Zu einem seltenen Rendezvous zwischen Piano und Vibrafon luden Andreas Engel und Claus Zwanziger ein. Sie stimmten das "Blue Rondo à la Turk" an. Mit technischer Versiertheit suchte Zwanziger seinem Begleiter zu "entfliehen". Doch gelang es dem Pianisten immer wieder, das martialisch-metallische Geplänkel seines Gegenparts einzufangen. Ein grandioses Spektakel.

Menschgewordenes Metronom

Konventioneller präsentierte Leonhard Meisinger sein Jugendblasorchester. Als menschgewordenes Metronom trieb Claus Zwanziger seine jugendlichen Mitspieler in "The Pink Panther" an. Ein Stück, das in keiner Musikschule fehlen darf – und auch diesmal vor allem die jüngsten Zuhörer in Verzückung versetzte. Doch das inzwischen mit Senioren verstärkte Jugendblasorchester kann auch anders. So wurde mit Manfred Schneiders "Young Life" brillante Salonmusik gezeigt. Bevor nach der Pause das Percussion Ensemble der Hochschule für Musik mit einem Gastspiel einen fulminanten Schlusspunkt unter einen facettenreichen Musiknachmittag setzte.  

CHRISTIAN ENZ

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