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Hemhofen soll eine Schönheitskur bekommen

Zuschüsse der Städtebauförderung sollen dabei helfen, den Ort attraktiver zu machen - 14.04.2019 06:00 Uhr

Die Ortsmitte von Hemhofen ist bislang keine Schönheit — „man fährt hier eigentlich einfach vorbei“, lautet das Urteil von Planerin Nadja Seebach.


42 000 Euro stellt die Regierung von Mittelfranken der Gemeinde für Vorplanungen in dieser Sache zur Verfügung. Letztlich könne aber noch viel mehr Geld fließen, wenn man der Regierung konkrete Projekte vorlege, erklärt Bürgermeister Ludwig Nagel. Maßnahmen würden mit mindestens 60 Prozent Zuschuss gefördert, wenn sie der Attraktivität, der Allgemeinheit und der besseren Entwicklung im Dorf dienen.

Vorschläge für solche Maßnahmen gibt es einige: von Bürgervertretern, vom Planungsbüro Wittmann und Valier aus Bamberg, von Bürgern. Fast immer im Mittelpunkt des Interesses war und ist dabei das "Zentrum" der Gemeinde, das sogenannte Plätzla am Schloss. Die Bamberger Planer schlagen in diesem Zusammenhang sogar vor, die durch den Ort verlaufende Staatsstraße zu "verschieben", um dem Ortsmittelpunkt ("der eigentlich keiner ist", so sagte einmal Leonhard Valier) mehr Gewicht zu verschaffen.

Ein "Sanierungsgebiet" wurde festgelegt — und zwar die Ortsdurchfahrt vom Zeckerner Bahnhof bis zu den Weihern bei der Schafscheune. Schwerpunkte der Sanierungspläne waren stets der Bahnhof, die Schule, das Plätzla und eben jene Schafscheune. Bei einer "Planungswerkstatt Aufenthalt–Mitte" wurden vor einigen Tagen in der Turnhalle das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept sowie die vorbereitenden Untersuchungen vorgestellt und diskutiert. Die Ingenieurinnen Christiane Werthmann und Nadja Seebach vom Bamberger Planungsbüro berichteten dabei, dass die vorbereitenden Untersuchungen bis in den November 2016 zurückgingen.

Schon 2016 war über den alten Zeckerner Bahnhof gesprochen worden, der nach übereinstimmender Meinung von Lokalpolitikern und den Bürgern zwingend aufgehübscht gehört. Die Rede ist davon, dass zwischen Jugendzentrum und Bahnhof ein Mehrgenerationenspielplatz entstehen könnte. Eine Art Festplatz ist das Gelände sowieso längst. Sitzmöglichkeiten müssten in einem ansprechenden Umfeld geschaffen werden, vielleicht auch ein Café im Bahnhof. "Potenzial für die Gestaltung wäre ausreichend vorhanden", stellten die Planerinnen fest.

Planungsunterlagen liegen schon zuhauf bei Hemhofens Bürgermeister Ludwig Nagel und der designierten Geschäftsstellenleiterin des Rathauses, Tanja Krauß.


 Viele wünschen sich auch eine "richtige" Ortsmitte. Unweit der Schnittstelle von Zeckern und Hemhofen steht die Schule und hier, so meint Bürgermeister Nagel, "könnten zwei Ortsteile richtig zusammenwachsen". Der Umbau der Schule sei ja lange geplant, auch ein Bürgertreff wird dort untergebracht werden. Gelder hierfür seien zugesagt, so Nagel.

Die jetzige Ortsmitte ist das Plätzla. "Doch man fährt eigentlich einfach vorbei an der Mitte", meinte Planerin Nadja Seebach. Das Plätzla sei kein Platz, es sei eine Straße, ein Parkplatz, eine Bushaltestelle – "die Aufenthaltsqualität fehlt schlicht". Es gebe aber "alternative Maßnahmen" für die optische Stärkung und die Aufwertung des Schlossbereiches.

Schon oft angesprochen und auch bei der Planungswerkstatt "angedacht" wurde der Abriss der Gaststätte — oder auch nur der Nebengebäude. Eine Verkehrsberuhigung sei hier nötig, ob dies mit einer "30er-Zone" erreicht werde, sei abzuwarten. Man brauche in der Mitte mehr Grünflächen, vielleicht einen kleinen Park, die Gaststätte jedenfalls sollte aber unbedingt erhalten bleiben.

Letztlich widmete man sich der alten Schafscheune, die in kommunaler Hand sei, eine wertvolle Bausubstanz aufweise und attraktiv an den Weihern liege: Hier könnte man zum Beispiel einen Biergarten anlegen.

Gestaltungsvorschläge gibt es also zuhauf. Nun soll es laut Bürgermeister Ludwig Nagel in die weitere Planung gehen, so dass bis Herbst 2019 vielleicht schon eine Art Bebauungsplan auf den Tischen der Gemeinde und der Regierung (zwecks Zuschusszusage) liegen könnte. Jedes einzelne Projekt, so Nagel, müsse man dann getrennt von den Zuschussgebern bewerten lassen. 

NIKOLAUS SPÖRLEIN

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