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Hemhofen: Proteste gingen unter die Gürtellinie

Sozialer Wohnungsbau im "Wäldla" kommt nicht. - 09.07.2020 05:48 Uhr

Eigentlich wollte Robert Engelhardt in der Gemeinderatssitzung Unterschriften gegen das Wäldla-Projekt übergeben – doch das Projekt wurde schon vorher gestoppt.

© Foto: Niko Spörlein


Der Besitzer des rund 2300 Quadratmeter großen Wäldchens in der Nähe des Wolfenäcker-Spielplatzes wollte den sozialen Wohnungsbau in Hemhofen mit einigen Reihenhäusern voranbringen, was Nagel vor wenigen Wochen auch im Gemeinderat vorgestellt hat.

Infolge der Proteste gegen dieses Vorhaben entschloss sich der Besitzer, ein Gemeinderat, jedoch, das Vorhaben zurückzuziehen. Deshalb nahm der Bürgermeister den Punkt auch wieder von der Tagesordnung der Dienstagssitzung – denn es gab keine Beschlüsse zurückzunehmen, weil sie in der Form noch gar nicht gefasst waren.

Die Protestierenden hatten allerdings vorab ihre Absicht kundgetan, bei der Gemeinderatssitzung die Petitions-Unterschriften gegen die Bebauung, 612 an der Zahl, an den Bürgermeister überreichen zu wollen. Robert Engelhardt hatte die Mappe mit den Unterschriften dabei; es kam aber nicht mehr zur Übergabe, weil sich das Thema schon vorher in Luft aufgelöst hatte.

Allerdings, ließ Ludwig Nagel wissen, hätte es im Zuge der Proteste überaus unschöne Anfeindungen gegen ihn und einige Gemeinderäte gegeben, die schließlich sogar in Beleidigungen gemündet seien.

Der Waldbesitzer, dessen Name weder im Vorfeld noch bei der Gemeinderatssitzung am Dienstag genannt wurde, hatte dem Bürgermeister einen Brief geschrieben, den Nagel am Dienstag bei der Sitzung im Schulungsraum der Feuerwehr auch verlas. Auszugsweise schrieb der Waldbesitzer demnach, dass in Hemhofen keine Grundstücke vorhanden seien, die mit sozial geförderten Wohnungen bebaut werden könnten; sein kleines Wäldchen würde sich hierfür mehr als anbieten, zumal er in den zurückliegenden Jahren sowieso viele marode Bäume aus dem "Wäldla" haben entfernen müssen.

Der Wald oberhalb des Spielplatzes sei "in keinem guten Zustand", verlas der Sitzungsleiter den Brief des Waldbesitzers. Sowieso habe der Investor den Wald an einer anderen Stelle wieder aufforsten wollen. Es seien, so der Besitzer, "Halbwahrheiten" verbreitet worden von den Anliegern, deshalb ziehe er seinen Antrag auch wieder zurück.

Robert Engelhardt distanzierte sich von den falschen Behauptungen, ebenso von beleidigenden Äußerungen von Menschen, die er persönlich nicht kenne; Attacken unter die Gürtellinie, das gehe keinesfalls, sagte Engelhardt bei der Sitzung und zeigte dieser Zeitung anschließend auch das Wäldchen, das gerodet und bebaut werden sollte. "Das ist ja nun erledigt", meinte Engelhardt einerseits zufrieden, andererseits aber auch empört wegen der teils persönlichen Anfeindungen.

NIKO SPÖRLEIN

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