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HEC-Sportvorstand Schobert: "Schwierige Situation für alle"

Alligators setzen in der Krise weitere auf die Kissinger Neuzugänge - 12.12.2019 12:00 Uhr

Nachdenken über die HEC-Krise (hier ein Bild aus der vergangenen Saison): Jörg Schobert glaubt auch nach zehn Niederlagen in Serie an den Klassenverbleib.


Die Ergebnisse sind austauschbar, die Gegner mittlerweile auch. Am Ende steht sowieso fest: Der Höchstadter EC verliert. Mit 1:4, 1:5, 1:8 oder auch mal 4:5 nach Verlängerung. So läuft das seit Anfang November, zehn Partien in Folge mussten die Alligators ohne Punkte vom Eis schleichen. Und je näher die Verzahnungsrunde mit der Bayernliga rückt, in der es gegen den Abstieg geht, desto größer werden rund um das Eisstadion die Sorgen.

Mit Mikhail Nemirovsky, Anton Seewald und Torwart Benjamin Dirksen hat sich der HEC dabei erst Ende November drei namhafte Neuzugänge vom EC Bad Kissingen geholt. Doch ihre Bilanz fällt vier Spiele später noch dürftig aus: Weder Nemirovsky noch Seewald gelangen ein Tor oder eine Vorlage. Und auch Dirksen muss noch nachweisen, dass er dauerhaft besser ist als Patrick Golombek und Nico Henseleit.

Zu früh für Urteile

Doch Sportvorstand Jörg Schobert hält es für viel zu früh, Urteile zu fällen. "Die drei hatten in Bad Kissingen katastrophale Trainingsbedingungen. Sie brauchen sicher noch zwei Wochen, um an ihr eigentliches Leistungsniveau zu kommen", erklärt er. Zeit, die der HEC grundsätzlich hat, denn die Verzahnungsrunde beginnt erst im Januar. Zumal die Alligators wohl bereits einen weiteren Neuzugang an der Angel haben.

Aber wie soll sich das Team dafür Selbstvertrauen holen, wenn auf eine Pleite zuverlässig die nächste folgt? Es wird momentan viel über solche Fragen geredet bei den Alligators, "wir diskutieren oft stundenlang", sagt Schobert und meint mit "wir" nicht nur sich und den Trainer Martin Sekera, sondern auch seine Vorstandskollegen und die Spieler. Zu einer eindeutigen Antwort auf die Frage nach dem Weg aus der Krise haben sie bislang aber offenbar noch nicht gefunden.

"Auch für einen Trainer schwierig"

In der vergangenen Saison hatte der HEC in einer ähnlichen Situation – zwölf Niederlagen in 14 Spielen – den damaligen Trainer Martin Ekrt beurlaubt. Doch auch danach stellte sich der Erfolg nicht ein, das Ziel Playoffs wurde klar verfehlt. Vielleicht klingt Schobert auch deshalb vorsichtig, wenn er auf den Trainer angesprochen wird. "Es ist für uns alle eine schwierige Situation. Wenn man immer verliert, ist der Job auch für einen Trainer schwierig", sagt Schobert: "Aber es ist auch so, dass viele Leistungsträger nicht das abrufen, was wir erwartet haben."

Zumindest vorerst wird der HEC also nicht versuchen, seine Krise wie vergangene Saison zu lösen. Stattdessen setzt Schobert darauf, dass die drei Kissinger Neuzugänge zunehmend besser in die Mannschaft integriert werden. "Wir müssen die nächsten Spiele abwarten", sagt Schobert. Was passiert, wenn auch die verloren gehen, bleibt offen.

Die Leistungsträger enttäuschen

Viele Schlüsselspieler müssen aus ihrer Formkrise finden. "Wir wussten, dass es nicht die leichteste Saison wird, weil wir sparen mussten. Und man rechnet immer damit, dass es mal bei einem nicht läuft. Aber momentan sind es ein paar mehr", sagt Schobert. Erfahrene Leistungsträger, darunter auch die beiden Kontingentspieler Robin Maly und Michal Petrak, enttäuschten bislang gemessen an den Erwartungen.

So lange sie nicht aus ihrer Formkrise finden und die Neuzugänge beschäftigt sind, ihren Trainingsrückstand aufzuholen, müssen die Alligators ihre Hoffnungen auf andere Dinge setzen. "Uns fehlt vielleicht mal ein dreckiges Tor und ein dreckiger Sieg, der unerwartet kommt", sagt Schobert, dem dafür zumindest eines Hoffnung macht: "Die Chemie in der Mannschaft stimmt, immer noch."

"Bin mir sicher, wir schaffen das"

Ende Oktober ist dem HEC so ein unerwarteter Sieg beim SC Riessersee geglückt. Doch ein Befreiungsschlag war das nicht, es folgte noch ein Sieg nach Penaltyschießen gegen Sonthofen – und danach eben jene Niederlagenserie von zehn Spielen.

"Das Ziel ist nach wie vor der Klassenverbleib. Und ich bin mir auch sicher, dass wir das schaffen", sagt Schobert. Genau zehn Partien bleiben dem HEC, um sich zumindest ein bisschen Mut für die Verzahnungsrunde zu holen. In der momentanen Lage wären da schon zwei, drei Siege ein Lebenszeichen.

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