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Montag, 27.01.2020

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Haushalt Adelsdorf: Finanzielle Verpflichtungen steigen

Gemeinde verabschiedete Etat mit 19 gegen zwei Stimmen. Neubau Regenbogen II oben auf der Ausgabense - 13.12.2019 14:00 Uhr


Gleich nach diesem dicken Brocken steht dann mit 1 Million Euro anteilig die geplante Generalsanierung des Oberdorfes und mit 750 000 Euro der Weiterbau der Hochlastfaulung auf der Kläranlage.

Die Großgemeinde Adelsdorf plant im nächsten Jahr zusammengerechnet 7,14 Millionen Euro an Investitionen. Der Gesamthaushalt, der bei der Gemeinderatssitzung am Mittwoch mit 19:2 Stimmen (gegen Jörg Bubel, SPD, und Norbert Birkner, FW) beschlossen wurde, beläuft sich auf 21,70 Millionen Euro.

"Der Haushalt trägt der dynamischen Entwicklung der Gemeinde Rechnung und lebt den Leitgedanken der Nachhaltigkeit im umfassenden Sinne, nicht nur des Klimaschutzes, sondern auch der Generationengerechtigkeit", sagte Bürgermeister Karsten Fischkal zum "Buch der Wahrheit". Adelsdorf investiere in den Straßenbau, in die Kindertagesstätten und in die Schulen, aber auch in die innerörtliche Entwicklung, hieß es zusammenfassend.

Die größten Einnahmeposten, so Kämmerer Christian Bertleff, seien mit 2,6 Millionen Euro die Gewerbesteuer, der Einkommensteueranteil belaufe sich auf 5,85 Millionen, die Schlüsselzuweisungen auf 1,78 Millionen Euro. Bei den Ausgaben dominieren neben den Investitionen die Personalkosten, die im Vergleich zum laufenden Jahr wohl um 34 Prozent auf dann 7,34 Millionen Euro steigen werden, was laut Fischkal hauptsächlich mit der Personalentwicklung in den Kindertagesstätten zusammenhänge.

Die aktuelle Liquidität, bezifferte Bertleff, belaufe sich auf 6,94 Millionen Euro, wobei hier 3,32 Millionen aus dem für 2019 eingeräumten Kassenkredit sind. Der Haushalt 2020 kommt nicht ohne Kreditaufnahme aus. Kredite seien, meinte der Finanzexperte Bertleff, beim aktuellen Zinsniveau "volkswirtschaftlich sinnvoller als die Finanzierung durch Eigenmittel". 2,79 Millionen Euro müssen zum Ausgleich des Gesamthaushaltes aufgenommen werden. Dazu kommen 3,32 Millionen Euro, die als Kassenkredite eingeräumt werden; ob sie auch gänzlich gebraucht werden, sei fraglich.

Die Verpflichtungen der Gemeinde steigen voraussichtlich im nächsten Jahr auf 14,03 Millionen; die Tendenz hält, so die Statistik der Schuldenentwicklung, bis 2023 so auch an, erst danach könne mit einem Rückgang gerechnet werden.

Der Kämmerer zum Schluss seiner Ausführungen: "Das ist ein Haushalt, der zwischen Gewünschtem und Gewolltem, Bezahlbarem und Unbezahlbarem, Möglichem und Unmöglichem einen Spagat versucht".

Es sei durchaus fraglich, meldete sich Uwe Pöschl, Fraktionssprecher der CSU, ob die Investitionsplanung von über 7 Millionen Euro überhaupt realisiert werde. Pöschl sprach von einem sowieso schon vorhandenen "enormen Investitionsstau".

Zum Bau der Hochlastfaulung auf der Kläranlage sagte er, dass dieses Projekt von Jahr zu Jahr mehr koste. Von 2014 bis heute eine Kostensteigerung von 62 Prozent. Jörg Bubel (SPD) kritisierte den laufenden Schuldenanstieg in den nächsten Jahren, das sei fast eine Verdoppelung in nur vier Jahren. Er bemängelte aber auch die steigenden Kosten für die Oberdorf-Sanierung. Vor einem halben Jahr seien noch für die komplette Sanierung 6 Millionen Euro angesetzt gewesen, jetzt seien es inzwischen acht Millionen.

Man investiere bei der anhaltenden Zinssituation in richtungsweisende Projekte, in Kindergärten, im Wasser- und im Abwasserbereich, sagte Günter Münch, Fraktionssprecher der FW: "Wir investieren auch in die Bildung und in die Kinder, die sind nämlich unsere Zukunft."

NIKOLAUS SPÖRLEIN

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