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Mittwoch, 24.07.2019

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Feuerwehr Hemhofen-Zeckern feiert 125-jähriges Bestehen

Zum Geburtstag gab es einen Festakt in der Mehrzweckhalle - 19.03.2019 14:00 Uhr

Ehren- und sehenswerte Tradition im Rücken (hinten die Fahne von 1954), die Zukunft im Blick: Die Geehrten mit FFW-Verantwortlichen bei der Festveranstaltung. © Foto: Christian Enz


Viele waren gekommen, politische Prominenz ebenso wie Abordnungen örtlicher Vereine, der Kirchen und aus Neuhaus. Dort sitzt die Zeckerner Patenfeuerwehr. Alle waren sich der Bedeutung des Abends bewusst und dennoch erleichtert, als Annette Geist erklärte, auf einen hochoffiziellen Festkommers verzichten zu wollen. "Allein das Wort treibt mir selbst Stresspusteln auf die Stirn. Wir wollen lieber gemeinsam und zwanglos in Erinnerungen schwelgen".

Die Vorsitzende des Feuerwehrvereins blätterte dann im Geschichtsbuch. Erinnerte an die 13 Männer, die damals die Feuerwehr gegründet haben. Und anschließend, mit bescheidener Ausrüstung und das eigene Leben riskierend, zahlreiche Einsätze stemmten. Mit großem Erfolg – so dass die Feuerwehr nur vier Jahre später bereits doppelt so viele Aktive zählte.

Miteinander stärker

Trotzdem fragte sich Kommandant Harald Noß, was die Männer damals dazu bewegte, eine Feuerwehr zu gründen. "Wahrscheinlich war es die Erkenntnis, miteinander Gefahren begegnen zu können, wo der Einzelne chancenlos wäre". Außer der Dorfgemeinschaft gab es damals niemanden. "Wir hatten nicht einmal befestigte Straßen. Von anderswo war also keine Hilfe zu erwarten".

Auch die Kriege konnten der Einsatzbereitschaft für Mitmenschen nichts anhaben. Bereits Anfang der 1950er Jahre verfügte Zeckern über ein modernes Feuerwehrgerätehaus mit Schlauchturm und Waschanlage. "Da waren wir sehr lange sehr stolz darauf", erklärt Annette Geist. "So wie jetzt auf das neue Haus, das wir gemeinsam mit Hemhofen nutzen. Viele andere beneiden uns darum".

Lob für die Bereitschaft, mit der Nachbarwehr in Einsätze zu gehen, gab es von Alexander Tritthart. "Der technische Fortschritt bleibt nicht stehen. Das stellt zunehmende Anforderungen an die Aktiven. Gleichzeitig wird es für Vereine immer schwerer, Menschen zu finden, die Verantwortung übernehmen".

Erwartungsdruck

Für Bürgermeister Ludwig Nagel ist das Jubiläum ein Grund zur Freude für die ganze Gemeinde. "125 Jahre – das bedeutet Tausende Stunden geopferter Freizeit:" Trotzdem sähen sich die Einsatzkräfte einem zunehmenden Erwartungsdruck ausgesetzt. "Viele halten uns für einen Dienstleister. Gerade wer sonst kaum einen Gedanken an die Feuerwehr verschwendet, stellt im Notfall die höchsten Ansprüche", meinte Harald Noß.

Ein besonderes Kapitel in der Chronik hält das Jahr 1954 bereit. Zum ersten Mal erhält die Feuerwehr eine eigene Fahne. Bei deren Weihe steht Katharina Seidel Pate. Nicht wissend, damit eine Lebensaufgabe übernommen zu haben. So ist sie auch am Erinnerungsabend als Ehrengast zugegen – und wird mit großem Applaus begrüßt. Ebenso wie Pfarrer Thomas Ringer. Der erinnert an die besonders enge Beziehung zwischen Feuerwehr und Kirche. "Denn oft fährt auf dem Weg zum Einsatz auch die Angst mit." Auch nach den Einsätzen, wenn schreckliche Eindrücke die Seele der Helfer belastet, gebe der Glaube Halt und Zuversicht. "Deshalb habe ich für Euch statt eines Schecks den Segen Gottes mitgebracht". Ein besonderes Gastgeschenk, dass besonders bei altgedienten Feuerwehrleuten sehr gut ankam. Und von diesen gibt es reichlich in den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr Zeckern.

Langjährige Treue

Dies wurde bei den Ehrungen deutlich. Mit Konrad Schüpferling und Gerhard Peschke werden gleich zwei passive Mitglieder für 65-jährige Vereinszugehörigkeit ausgezeichnet. Seit 60 Jahren dabei sind Hans Schuster und Franz Wagner. Für 40-jährige Mitgliedschaft erhielten Robert Pohl, Johannes Heilmann, Hermann Willaczek, Herbert Wagner und Günther Sörgel eine Ehrenurkunde. Manfred Stenglein, Franz Schmitt, Rudolf Prühäuser, Manfred Friede und Klaus Ebert gehören seit 25 Jahren dazu. Ewald Bechmann, Werner Emrich, Kerstin Mauderer und Gudrun Muß feierten zehnjährige Vereinszugehörigkeit.

Richard Muß erhielt aus den Händen des Landrats das bayerische Ehrenzeichen für 40 Jahre aktiven Dienst bei der Feuerwehr. "Damit sind sie in ganz besonderem Maße ein Vorbild für jüngere", lobt Alexander Tritthart.

An Georg Großkopf verleiht er das Ehrenzeichen für 25 Jahre im aktiven Feuerwehrdienst. Dann klingt der Abend, musikalisch liebevoll umrahmt vom Musikverein Zeckern, in gemütlicher Runde aus.

  

CHRISTIAN ENZ

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