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Mittwoch, 24.07.2019

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Fachstelle für pflegende Angehörige feiert Jubiläum

Seit zehn Jahren gibt es die Fachstelle für pflegende Angehörige - 25.03.2019 16:40 Uhr

Die Fachberaterinnen Rosi Schmitt (links) und Petra Mönius-Gittelbauer erläutern die Aufgaben der Fachstelle und ehren danach verdiente ehrenamtlich Aktive. © Foto: Ralf Rödel


Die Pflegeheime finden immer schwerer ausreichend Personal, es fehlen Kurzzeitpflegeplätze, auch die mobilen Pflegedienste kommen kaum hinterher. Die Verweildauer in Krankenhäuser wird kürzer, sodass der Pflegebedarf in den Wochen danach steigt. "Die Politik muss ernsthaft an den Themen dranbleiben", forderte Rosi Schmitt.

Auch die Pflegesituation innerhalb der Familien wird immer schwieriger. "Es sind bislang mehrheitlich die Frauen, die daheim die Angehörigen pflegen", konstatierte Schmitt. Zunehmend müsse man aber beobachten, dass in den Familien Mann und Frau verdienen müssten, und somit die Pflege von Angehörigen immer schwieriger werde.

Anlass für die Fachtagung im Martin-Luther-Haus in Herzogenaurach war das zehnjährige Bestehen der Fachstelle für pflegende Angehörige. Eigentlich ist sie schon elf Jahre alt, doch besser spät als nie wollte man das Jubiläum feiern. Dabei ging es zum einen um einen Rückblick auf die bisherige Arbeit, zum anderen kamen Experten zum Thema Demenz zu Wort.

Lob von allen Seiten gab es für die Fachstelle, die seit 2008 gemeinsam von Arbeiterwohlfahrt (Fachberaterin Petra Mönius-Gittelbauer, ERH-Ost) und Arbeiter-Samariter-Bund (Fachberaterin Rosi Schmitt, ERH-West) getragen wird. Landrat Alexander Tritthart sagte: "Hier sind Menschen am Werk, die wirklich gebraucht werden." Er sicherte der Fachstelle weiterhin die Unterstützung des Landkreises zu. Denn: "Die Notwendigkeit, sich mit den Themen Alter und Pflege auseinanderzusetzen, nimmt in der Zukunft eher noch zu." Tritthart verwies dabei auch auf das seniorenpolitische Gesamtkonzept des Landkreises.

Dank an Ehrenamtliche

Die Fachstelle berät kostenlos Angehörige in allen Fragen rund um die Pflege und bietet unter anderem mit ihren 60 ehrenamtlich Aktiven eine Reihe von Entlastungen an. Doch auch hier ging es Grenzen der Möglichkeiten. "Was wir brauchen, sind helfende Hände", meinte Rosi Schmitt mit Blick auf die Fachstelle, aber auch allgemein auf den sozialen Bereich. "Ohne die Ehrenamtlichen wäre unser Angebot gar nicht möglich." Einigen davon wurde gestern für ihren Einsatz herzlich gedankt.

Der ASB-Geschäftsführer in ERH, Thomas Klüpfel, und Awo-Kreisvorsitzender Christian Pech lobten die "verlässliche Zusammenarbeit" beider Verbände. Der lobenden Worte waren aber bald genug gewechselt, denn dann ging es an die Arbeit.

Wichtiges Thema

Zum Jubiläum hatte die Fachstelle eine Fachtagung zu Demenz organisiert, ein Thema, das in den letzten Jahren immer stärker in den Vordergrund gerückt ist. Zurecht, denn diese Krankheit stellt die Patienten, aber auch die Angehörigen vor großen Herausforderungen.

Dr. Richard Mahlberg aus Erlangen ging auf die Frage "Demenz – Was ist das?" ein, und Sabine Engel, Professorin für Soziale Gerontologie, befasste sich anschließend mit dem Thema "Schmerzen erkennen und behandeln bei Menschen mit Demenz".

Den Abschluss gestaltete Professor Elmar Gräßel von der Uniklinik Erlangen mit dem Thema: "Psychosoziale Therapien bei Demenz können wirksam sein: Ergebnisse der Studien zur MAKS-Therapie." MAKS steht für Motorische, Alltagspraktische, Kognitive und Soziale Aktivierung. 

Matthias Kronau Redaktion Herzogenaurach E-Mail

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