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Dienstag, 11.08.2020

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Die Aurachtal-Trasse wird geprüft

Der Herzogenauracher Stadtrat hat einstimmig das Signal auf Grün gestellt: Eine Machbarkeitsstudie soll einen langen Streit beenden. - 26.06.2020 16:00 Uhr

Die alten Aurachtalbahn-Schienen beim Schaeffler–Osttor: Ob hier jemals wieder Züge fahren?

© Foto: Matthias Kronau


  Es ging um ein Thema, bei dem die Standpunkte jahrelang aufeinandergeprallt sind. Eine Reaktivierung der Aurachtalbahn sei unrealistisch, die StUB in vielerlei Hinsicht die bessere Option – das war und ist die eine Seite. Die andere Position: Die Aurachtalbahn mit der vorhandenen Trasse biete weit bessere Möglichkeiten.

Das Dilemma: Während die einen die Nicht-Machbarkeit der Aurachtalbahn schon längst als erwiesen sahen, glaubten insbesondere CSU und Freie Wähler den bisherigen Daten nicht. Sie beharrten auf einer unabhängigen Prüfung.

Nicht zur Ruhe gekommen

Genau darauf hat sich nun der Stadtrat ohne Gegenstimme geeinigt. Die Gestaltungsmehrheit von SPD, Grünen, FDP und "Die Partei" war übereingekommen, dass es wohl doch Sinn macht, eine quasi offizielle gutachterliche Prüfung zu befürworten. Und einen entsprechenden Antrag gestellt. Einer der Gründe: Die Debatte ist in Teilen der Bürgerschaft nicht zur Ruhe gekommen, teils wurde sich regelrecht angefeindet. "Dass die unabhängige Prüfung der Machbarkeit das Thema endlich befriedet, ist nun die Hoffnung", sagte Bürgermeister German Hacker. "Es muss wohl sein."

Alle Hände nach oben: Der Stadtrat stimmt für die Prüfung der Aurachtalbahn.

© Foto: Matthias Kronau


Weitere Anmerkungen der Stadträte zeigten, wie bemüht man war, Einigkeit über alle Fraktionen hinweg zu demonstrieren. Die CSU/JU hatte lediglich einen Ergänzungsantrag gestellt, gegen den wiederum die "Gestaltungsmehrheit" nichts einzuwenden hatte.

Kernpunkte: Es wird eine Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung der Aurachtalbahn in Auftrag geben. Sie prüft technische Machbarkeit, aber auch, ob sich ein derartiges Projekt realistisch umsetzen lässt. Kommt die Studie zu einem positiven Ergebnis, wäre eine sogenannte Standardisierte Bewertung anzustrengen, die den genauen volkswirtschaftlichen Nutzen errechnet.

Weiter wichtig: Die weiteren Planungen zur StUB bleiben zunächst unberührt, allerdings mahnen CSU und FW zur Eile. Bis Ende 2020 soll ein unabhängiges Büro beauftragt werden, dessen "Eignungskriterium" (Ergänzungsantrag) sein sollte, bisher nicht mit Stadt oder StUB-Zweckverband zusammengearbeitet zu haben.

Der Stadtrat soll eng bei der Bürofindung mitwirken. Bürgermeister Hacker sagte zu, dass die Verwaltung ihr Möglichstes tun werde, doch dass der Zeitplan mit diesen Vorgaben sehr eng sein könnte. Was die Machbarkeitsstudie kosten wird, darüber konnte es in der Sitzung keine Auskunft geben. Zu ungewiss ist noch, welches Büro gefunden wird, und was der genaue Arbeitsumfang sein wird.

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