Donnerstag, 23.05.2019

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Der Bauhunger ist immens groß

Gemeinderat Lonnerstadt erschließt neue Baugrundstücke - 12.02.2019 13:57 Uhr

Zur Info eine Ortsbegehung: Der Gemeinderat Lonnerstadt nahm das „Wohngebiet am Sportgelände“ in Augenschein, dessen östlicher Abschnitt bereits zu großen Teilen mit Wohnhäusern bebaut ist. Weiter außerhalb, nördlich der Kreisstraße ERH 18, sollen knapp 40 neue Baugrundstücke erschlossen werden. © Foto: Karl-Heinz Panzer


Nachdem der Planer Georg Schreiber im Anschluss an den Ortstermin seinen Planentwurf präsentiert hat, wollen die Lonnerstadter Bürgervertreter in der nächsten Sitzung den Aufstellungsbeschluss festmachen. Das Ratsgremium einigte sich auf die Eckdaten für die Bauleitplanung. Demnach werden die Straßen 5,50 Meter breit werden, inklusive eines sogenannten Mehrzweckstreifens, der sowohl für den Fußgängerverkehr als auch für parkende Autos vorgesehen ist. Im unteren Bereich, direkt an der Kreisstraße, soll auch Platz für Doppelhäuser oder Reihenhäuser (maximal drei am Stück) bereitgehalten werden.

Die Größe der normalen Parzellen wird sich zwischen 600 und 700 Quadratmetern bewegen, kündigte Schreiber an. Als anspruchsvoll für den Planersteller gestaltet sich die Straßenführung, die an das vorhandene Gefälle auf dem Gelände angepasst werden muss. Mit Mehraufwand verbunden ist es auch, den jeweiligen Bezugspunkt für die Bauhöhe der einzelnen Gebäude festzulegen.

Momentan noch Ackerland

Einmal mehr setzte sich der Gemeinderat in seiner Sitzung mit dem Gewerbegebiet Edelgraben II auseinander. Das Gelände zwischen Hauptstraße, Kreisstraße ERH 18 und Fetzelhöfer Weg ist momentan noch Ackerland. Weil der Flächennutzungsplan inzwischen rechtskräftig ist, gilt es nun, den Bebauungsplan festzuzurren. Im kommenden Jahr dürften laut Georg Schreiber die ersten Firmen ihre Baupläne umsetzen können.

Neben den großflächigen Lagerhallen im westlichen Teil haben sich laut Bürgermeister Stefan Himpel im östlichen Bereich bereits drei Bauherren Standorte für ihre Vorhaben gesichert. Bevor die Planung erneut öffentlich ausgelegt wird, haben Rat und Planer die Stellungnahmen aus dem vorangegangenen Auslegungsverfahren in den Entwurf einfließen lassen und weitere Festlegungen getroffen. Demnach dürfen die Gebäude dort bis zu 13 Meter Höhe erreichen. Die Zufahrt erfolgt vom Süden her, allerdings nicht direkt von der Kreisstraße, sondern über einen Weg westlich der Hauptstraße.

Beträchtliche Teile dieses Gewerbegebietes unweit der Kleinen Weisach, nämlich rund 40 Prozent, dürfen nur begrenzt aufgefüllt werden. Diese Vorgabe dient dem Hochwasserschutz. Im Falle eines extremen Hochwassers, eines sogenannten HQ 100, würden sie nach Schreibers Simulationen einige Zentimeter unter Wasser stehen. Der Hochwasserschutz hat im Genehmigungsverfahren immer eine bedeutende Rolle gespielt und planerischen Mehraufwand mit sich gebracht. Unter anderem mit der Aufweitung von Gräben will Schreiber Raum für die Wassermassen schaffen.

Wohlwollend erteilt

Baupläne gibt es auch am anderen Ende des Dorfes: Im östlichen Gewerbegebiet längs der Höchstadter Straße will ein dort bereits ansässiger Unternehmer auf seinem Gelände ein Wohnhaus und eine Lagerhalle errichten. Der Gemeinderat begegnete dem vorgelegten Antrag auf einen Vorbescheid wohlwollend und erteilte sein Einvernehmen ohne Gegenstimme. Niemand sah einen Grund, die für das Wohnhaus des Betriebsleiters erforderliche Ausnahmeregelung zu versagen.

In der Sitzung wurden erste Planungs- und Vorbereitungsarbeiten für den bevorstehenden Umbau des Kindergartens vergeben. Nach Ausschreibung wurden die Projektierung der Haustechnik, die Tragwerksplanung sowie die Baugrunduntersuchung vergeben. Die Auftragsvolumina summieren sich auf rund 177 000 Euro.

Neues wusste der Bürgermeister von der ehemaligen Kreismülldeponie zu berichten: Dort soll ein Auffangbecken für belastetes Abwasser aus dem stillgelegten Deponiekörper gebaut werden, hat Himpel bei einer Besprechung im Landratsamt erfahren. In diesem Zusammenhang werden Drainagerohre um die Anlage verlegt. Um die Bauarbeiten zu erleichtern, werde die Gemeinde bis dahin die Zufahrtswege herrichten, so Lonnerstadts Rathauschef. 

KARL-HEINZ PANZER

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