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Den Nerv getroffen

Markus Söder bei Jubiläum der Weisendorfer CSU - 07.03.2012 18:00 Uhr

Finanzminister Markus Söder beantwortet Bürgerfragen, mit am Tisch (von links) Bürgermeister Alexander Tritthart und die Vorsitzenden der Jungen Union, Uli Meierhöfer (Erlangen-Höchstadt) und Stefan Reif (Seebachgrund). © jun


Der fränkische Staatsminister hat ein Heimspiel mit fast ausschließlich Franken. Locker greift er deren Fragen auf, gemeinsam mit den großen Zusammenhängen der Finanz- und Euro-Problematik. Und erklärt sie, indem er dabei öfter in die Welt des Fußballs eintaucht.

Weshalb sollte sich Berlin bemühen, Schulden abzubauen, wenn es weiter der größte Empfänger des Länderfinanzausgleichs bleibt? „Wer beim Fußball eine Prämie fürs Laufen bekommt, der läuft“, merkt er an. Würden Prämien fürs Stehenbleiben gezahlt, dann blieben die Spieler stehen. Wieso also sollten die Berliner laufen? Die Verteilung sei zu ändern, auch die beim kommunalen Finanzausgleich, wo die demographische Entwicklung sich auswirken müsse. Zustimmender Beifall im Saal.

„Schlimmeres verhindern“

Die bisherigen Hilfen für Griechenland dagegen waren laut Söder notwendig, um noch Schlimmeres zu verhindern. Weitere lehnt der Nürnberger ab, plädiert für eine geordnete Insolvenz und beteuert, dass das Land weiter in der EU bliebe und an deren Fördertöpfen.

Jeder, auch Bayern, solle seine Schulden selbst abbauen, fordert der Minister, um dann Kraft für Innovationen zu haben. Also leichter Kredite für Mittelständler? Rückforderung der Gelder von Banken? Reicht ein schuldenfreier Freistaat dann die Belastungen nach unten zu den Kommunen durch?

Die Antworten sind etwas allgemein. Die Europäische Zentralbank (EZB) bekommt Kritik, die sich eher zu einer „US-Notenbank oder Bad Bank“ entwickle.

Bei der letzten Frage aus der Jungen Union, wie er „fundierte Entscheidungen in verschiedenen Ämtern“ treffen konnte und könne, landet er schnell wieder beim Fußball. Ein Minister müsse derjenige sein, der „das Spiel ohne Ball im Blick“ habe. Dennoch müsse man sich in die Materie „einarbeiten“.

Ihn reize besonders eine Aussage wie „Des geht ned“. Innere Stärke, Können, Fleiß, gute Ausbildung, auch fit zu bleiben gehörten mit zur Politik. „Sie trinken Apfelsaftschorle“, feixt er bei schallendem Gelächter mit Blick zum Fragesteller.

Da ist er wieder, jener Markus Söder, wie ihn Bürgermeister Tritthart eingangs charakterisiert hat. „Er ist beliebt und manchmal auch umstritten, mit Ecken und Kanten“.

INGRID JUNGFER

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