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Sonntag, 26.05.2019

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Das "Teedorf" Vestenbergsgreuth setzt auf Begegnung

Investitionen in ein neues Zentrum für alle Generationen in der Ortsmitte — Schaukelweg lädt Familien zum Wandern ein - 03.01.2019 06:52 Uhr

Die neue Veranstaltungshalle ist aktuell noch in Betrieb, soll im Frühjahr 2019 eingeweiht werden. © Roland Huber


Ach ja, die Liebe. Sie hat Konjunktur im Weisachgrund. "Die Zahl der Hochzeiten ist stark gestiegen", sagt der Bürgermeister von Vestenbergsgreuth, Helmut Lottes. Natürlich ist das in einer kleinen Gemeinde relativ, aber immerhin: 2017 wurden in Vestenbergsgreuth nur neun Ehen geschlossen, im vergangenen Jahr waren es 14. "Und die Scheidungsrate sinkt", strahlt Lottes.

Bürgermeister Helmut Lottes © Roland Huber


Glückliche Paare, das bedeutet oft auch eine steigende Geburtenrate. Und die führt auch gleich zu einem der größeren Projekte für das Jahr 2019. "Unser Kindergarten platzt aus allen Nähten", sagt der 68-jährige Bürgermeister. 15 Kinder würden im September keinen Platz bekommen. Deshalb strebt der Gemeinderat eine Containerlösung an. Auch Hortkinder sollen mit einziehen, bevor dann für die Zukunft eine dauerhafte Lösung gesucht wird.

Vom Kindergarten zur Schule: Da hat Vestenbergsgreuth eine der kleinsten in der ganzen Region. Zehn Erst- und zehn Zweitklässler besuchen gemeinsam eine Kombiklasse im bereits sanierten Teil der alten Schule. Die ehemalige Turnhalle wurde abgerissen, hier entsteht für rund 2,5 Millionen Euro eine Veranstaltungshalle, die 2019 eingeweiht wird. Ebenfalls in diesem Jahr starten die Arbeiten am dritten Bauabschnitt. Hier soll ein "Haus der Begegnung" für alle Generationen entstehen — "mitten im lebendigen Zentrum der Gemeinde". Voraussichtlich ab dem Jahr 2021 können Menschen hier zusammenkommen, essen und gemeinsam Zeit verbringen. Auch das Außengelände soll als barrierefreier Raum Aufenthaltsmöglichkeiten bieten mit Wasser- und Bewegungsstationen — auch für ältere Menschen.

Insgesamt wird die Gemeinde am Ende rund 6 Millionen Euro auf dem Gelände der alten Schule investiert haben. "Das geht natürlich nicht einfach so", betont der Bürgermeister, der froh ist, dass er durch interkommunale Zusammenarbeit im Programm ISEK 2 Millionen Euro an Förderung bekommen kann. Und das "Teedorf", wie Vestenbergsgreuth liebevoll genannt wird, hat natürlich noch andere Einnahmequellen. Die Martin Bauer Group, eine Holding aus mehr als 20 weltweit tätigen Unternehmen, beschäftigt am Standort rund 1100 Mitarbeiter. "Für ein Dorf mit gerade mal rund 500 Einwohnern haben wir häufig Parkplatzprobleme", schmunzelt Helmut Lottes. "Die Firma", die unter anderem Kräuter- und Früchtetees herstellt, bezeichnet er als "Rückgrat der Gemeinde."

Natürlich liegt es auch an den Gewerbesteuereinnahmen, dass der Gesamthaushalt der Marktgemeinde auch 2019 voraussichtlich wieder fast an die 11 Millionen Euro heranreichen wird. Eine große Investition steht beim Abwasser an. "Wir stellen von einer Teichkläranlage auf eine technische Anlage um", erklärt der ehrenamtliche Bürgermeister.

Dieser 1,8 Millionen Euro teure Schritt sei nötig, weil die Betriebserlaubnis sonst nicht verlängert wird. Und weil die Gemeinde ohnehin viel Geld in die Hand nehmen muss, habe sich der Gemeinderat für eine umfassende Lösung entschieden.

Auch der DSL-Ausbau soll in diesem Jahr vorangetrieben werden, besonders in Dietersdorf, Pretzdorf, Kienfeld und in Teilen von Burgweisach. "Damit haben wir 100 MB bald überall."

Freizeit wird in Vestenbergsgreuth groß geschrieben — nicht nur mit der Sommerrodelbahn. Hier soll heuer der "Greuther Schaukelweg" starten. Der Rundwanderweg bietet dann an verschiedenen Stationen unterschiedliche Schaukeln, Informationstafeln und Ruheplätze. 

Claudia Freilinger Nordbayerische Nachrichten Herzogenaurach/Höchstadt E-Mail

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