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Freitag, 03.07.2020

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Bambamarcas neuer OP hilft in Coronazeiten

Auch Peru kämpft gegen die weltweite Seuche: Mit Spenden aus Franken wurde ein neuer Operationssaal - 25.05.2020 07:00 Uhr

Täglich muss die gesamte Klinik samt Eingangsbereich in Bambamarca desinfiziert werden. Die strengen Maßnahmen der Ausgangssperre zeigen außerdem Wirkung. © Foto: Gesundheitszentrum Bambamarca


Dieser OP ist der erste und einzige für die gesamte Provinz mit ihren 110 000 Einwohnern. Er ist unverzichtbar, da vorher viele Schwerkranke auf dem fünfstündigen Transport ins Regionalkrankenhaus nach Cajamarca starben.

In einer Mail von Mitte Mai schreibt Fredy: "In Bambamarca infizierten sich dank der konsequenten Überwachung durch die Dorfverantwortlichen der Rondas bisher nur 36 Personen. Zwei von ihnen waren Ärzte des staatlichen Hospitals, das daraufhin für drei Wochen schloss, weil das gesamte Personal in Quarantäne gehen musste." Zum Glück wurde kurz vorher der neue Operationssaal fertig, sodass das Zentrum die Kranken versorgen konnte. Vor kurzem wurden sieben Kinder in einer Woche geboren.

Der neue Operationssaal im Gesundheitszentrum von Bambamarca wurde auch mit Spenden der Erzdiözese Bamberg, der Lions und der Firma Puma finanziert. © Foto: Gesundheitszentrum Bambamarca


Die Klinik-Mitarbeiter erleben ein noch nie dagewesenes Szenario. Täglich müssen sie die ganze Klinik desinfizieren. Alle medizinischen Produkte sind furchtbar teuer geworden und fast nirgends aufzutreiben. Das trifft die Armen am härtesten.

Aus ganzem Herzen bedankt er sich bei allen, die zur Verwirklichung des Projekts beigetragen haben. Das sind die Erzdiözese Bamberg mit 35 000 Euro, der Lions Club Herzogenaurach mit 8000 Euro, CharityCat von Puma mit 11 000 Euro, die Pfarrei St. Martin in Dortmund mit 8000 Euro und Einzelspender.

Die Menschen Perus kämpfen verzweifelt gegen Corona an. Schon über zehn Wochen lebt das Land mit Ausgangssperre. Das trifft am schlimmsten die Hälfte der Bevölkerung, die sich als kleine Straßenhändler, Wander- und Gelegenheitsarbeiter oder sonst ohne eine feste Anstellung von Tag zu Tag durchschlagen.

Montag, Mittwoch und Freitag dürfen nur Männer für dringende Besorgungen bis 17 Uhr auf die Straße. Dienstag, Donnerstag und Samstag dürfen nur Frauen in dieser Zeit das Haus verlassen. Diese strengen Maßnahmen zeigen durchaus ihre Wirkung, denn es gibt "nur" 75 000 registrierte Infizierte und etwa 2000 Tote.

Die Dunkelziffer ist unbekannt, da nur ein Teil der Peruaner in einer Krankenkasse ist und die Landbevölkerung sowieso kaum beachtet wird. Deshalb sind als Hotspots die Großstädte an der Küste Lima, Chiclayo, Piura, Trujillo ausgemacht. Ohne jegliche Versorgung ist die indigene Bevölkerung des Urwalds.

hm/nn

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