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Dienstag, 18.06.2019

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Augustinus-Schule in Gremsdorf: endlich mehr Platz

Die Unterrichtsstätte für Heilerziehungspflege und Heilerziehungspflegehilfe wurde für 2,1 Millionen Euro erweitert. - 03.05.2019 09:00 Uhr

Die Schüler der Augustinus-Schule kommen aus einem relativ großen Umkreis. Ein beträchtlicher Teil von ihnen sind Quereinsteiger – sie wechseln den Beruf, weil sie in ihrem bisherigen Job unzufrieden waren, oder sie wollen nach einer langen Familienphase zurück in die Arbeitswelt.


Statt zwei stehen nun vier Klassenräume zur Verfügung, dazu kamen außerdem ein Mehrzweckraum, zwei Gruppenräume und ein geräumiger Pausenbereich. Offiziell eingeweiht wird der neue Trakt, dessen Bau 2,1 Millionen Euro gekostet hat, am 18. Oktober.

Ausgebildet wird an der Augustinus-Schule, so berichtet es Schulleiter Andreas Keidel, für einen echten Mangelberuf. Heilerziehungspfleger und Heilerziehungspflegehelfer, die in Behinderteneinrichtungen, integrativen Kinderbetreuungsstätten oder auch in der Jugendhilfe (etwa in heilpädagogischen Wohngruppen) arbeiten, werden händeringend gesucht. "Und wir gehen auch nicht davon aus, dass sich an diesem Mangel in den nächsten Jahren etwas ändert", sagt der Schulleiter.

Helfer als Sprungbrett

Die Heilerziehungspflegehelfer durchlaufen ihre Ausbildung in einem Jahr und erlangen mit ihrer Prüfung auch einen mittleren Bildungsabschluss – will heißen: Sie können anschließend, wenn sie wollen, mit einer Fachschulausbildung weitermachen, für die sie vorher nicht über die nötige Zugangsvoraussetzung verfügten.

Die Qualifikation zum Heilerziehungspfleger erstreckte sich bislang über drei Jahre, ab dem im September startenden nächsten Schuljahr gibt es auch eine zweijährige "Vollzeit"-Variante. Vermittelt wird im zweijährigen Modell dasselbe wie im dreijährigen, auch hier gibt es einen beträchtlichen Praxisanteil entweder in der Einrichtung der Barmherzigen Brüder oder in einer anderen Einrichtung im Großraum – doch die Ausbildung ist eben geballter.

"Die kürzere Ausbildung richtet sich vor allem an diejenigen, die sich selbst als gute Lerner bezeichnen würden", sagt Keidel. Er hofft, dass durch das neue Angebot auch die Zahl der Schüler weiter steigen wird.

Viele machen übrigens nach ihrer Fachschul-Ausbildung noch weiter, zehn bis 15 Prozent der Schüler, so Keidel, studieren später.

Gestartet war die Schule (noch ohne eigene Räume) im Jahr 1989 mit 18 Schülern "und niemand hätte erwartet, dass man mal bei dem landen würde, was wir heute haben", so Keidel. Doch die Ausbildungsstätte wuchs immer weiter, 1994 fiel deshalb die Entscheidung, ein eigenes Unterrichtsgebäude zu bauen, den heutigen Altbau. Doch auch dieser platzte schließlich aus den Nähten, weshalb nun erweitert wurde.

Schick präsentiert sich der neue Eingang zur Augustinus-Schule. Zur Verfügung stehen nun wesentlich mehr Unterrichtsräume als vorher.


Die Männer und Frauen, die die Augustinus-Schule besuchen, kommen aus einem relativ weiten Umkreis, etwa aus dem Städtedreieck Nürnberg/Fürth/Erlangen, der Fränkischen Schweiz oder aus dem Raum Neustadt/Aisch, Bad Windsheim.

Die jüngsten Schüler sind 17 Jahre alt, viele sind aber auch 30-, 40- oder über 50-jährige Quereinsteiger. "Das sind zum Beispiel Frauen, die nach der Familienzeit wieder ins Berufsleben einsteigen wollen, oder Menschen, die in ihrem bisherigen Job unzufrieden waren", sagt Keidel. "Die sagen uns dann, dass sie jetzt etwas mit Menschen machen wollen." Einen Beruf, in dem man etwas "zurück bekommt". 

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