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Mittwoch, 26.06.2019

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Zum Rhythmus von "Atemlos": "Prüfst du, rufst du, drückst du!"

"Herzpflaster" stiftet Rettungspuppen zur Herzdruckmassage an die Mittelschule - 05.05.2019 07:00 Uhr

Ob zu "Yellow Submarine" oder zu "Dancing Queen": Der richtig Rhythmus ist bei der Herzdruckmassage entscheidend, wie die Siebtklässler hier entdecken. © Jürgen Leykamm


Und die kann in Form einer Herzdruckmassage geleistet werden. Dank des Vereins "Herzpflaster" ist die Mittelschule Thalmässing nun mit Rettungspuppen-Torsi ausgestattet. Zu Übungszwecken.

Kaum sind sie da, kommen sie auch schon zum Einsatz. Kathrin Lifka, Leiterin der siebten Klasse, erklärt ihren Schülern, wie die richtige Handhabung funktioniert: Reaktion und Atmung des Betreffenden prüfen, 112 anrufen – und dann kräftig auf den Brustkorb zwischen den Brustwarzen drücken, 100 Mal pro Minute. Etwa im Rhythmus von "Stayin' alive" oder "Atemlos", beide Lieder ließen sich aufgrund der doch eher sarkastischen Assoziation am einfachsten merken.

Siebtklässler mit Feuereifer dabei

Im Spot mit dem Kabarettisten Kaya Yanar klingt das ganz konkret: "Prüfst du, rufst du, drückst du!" Die Siebtklässler sind mit Feuereifer dabei. Wie setzt man sich neben den zu Helfenden, wie ist die richtige Armhaltung? Alles wird genau erklärt. "Wir haben es geschafft, er lebt und lächelt wieder", heißt es erlösend am Ende des 20-minütigen Minikurses, der nun immer wieder mal aufgefrischt werden soll.

Im Ernstfall ist die Herzdruckmassage "der erste Schritt zur Rettung eines Lebens", betont Thorsten Prennig, Vorsitzender des Vereins Herzpflaster in Roth. Er hat bereits einen Erste-Hilfe-Kurs an der dortigen Grundschule Nordring unterstützt.

Projekt soll Kreise ziehen

Nun also ist die Thalmässinger Mittelschule ebenso im Boot. Von dort soll das Projekt weitere Kreise im gesamten Landkreis ziehen. Aus einem ganz einfachen und wichtigen Grund: "Ihr seid alle Lebensretter!", nennt ihn Prennig. Bestätigt wird dies in der Gesprächsrunde von Siebtklässler Eric: "Ich habe schon einmal einen Krankenwagen gerufen", sagt er – eine Herzdruckmassage sei allerdings nicht nötig gewesen.

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Wenn sie aber gebraucht wird, "dann hofft der, der da vor euch auf dem Boden liegt, dass ihr sie euch auch zutraut!" gibt Schulleiter Ottmar Misoph zu bedenken. Das Üben an den Puppen soll die Angst verlieren lassen. Zum Dank für die Teilnahme am Schülertraining gibt’s für jeden Siebtklässler ein T-Shirt, Acht- und Neuntklässer sollen bald auch in den Übungsgenuss kommen. Auf die fünfte und sechste Jahrgangsstufe wartet die "kleine Erste Hilfe".

Verein koordiniert und organisiert

Insgesamt sind es 20 Puppen, die Herzpflaster der Schule gespendet hat. Im Vorfeld des Schülertrainings haben sieben Lehrer ein eigenes Seminar durchlaufen. Koordiniert werden die Aktionen im Landkreis von "Herzpflaster", der Organisation und gegebenenfalls auch das Training übernimmt. Das Interesse bei den Thalmässingern ist zum Start riesengroß. "Was passiert, wenn ich zu fest drücke?", will Siebtklässler Lukas wissen. Die fachliche Antwort: "Es können Rippen brechen. Das ist ganz normal. Aber lieber mit gebrochenen Rippen leben, als ohne Rippenbruch sterben." 

JÜRGEN LEYKAMM E-Mail

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