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Dienstag, 21.01.2020

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Wenn Monika Deß ihre Kelle rausstreckt, heißt das: Halt!

Schülerlotsen sorgen auch bei Eiseskälte für Sicherheit im Straßenverkehr. - 06.12.2019 06:04 Uhr

Ungeduldige Autofahrer nerven mitunter, dennoch steht Monika Deß jeden Schultag mit ihrer Kelle auf der Straße am Altstadtring. Die Arbeit lohnt sich: Da wo es einen Schülerlotsen gibt, passierten in den letzten Jahre keine Verkehrsunfälle. © Foto: Stefan Bergauer


Ende des Jahres wird Deß das dritte Dienstjahrzehnt voll machen. "Ich habe damals angefangen, als mein Sohn ein Jahr alt war", sagt sie. Deß hatte ihren Posten nicht immer an der Rother Straße. Am Tag des Interviews sind ihre Dienste besonders gefragt – wegen eines Schwertransporters. "Die Ampel ist heute ausgeschaltet", ruft Deß einer Radfahrerin zu und macht sich bereit. Die Schulweghelfer sind nicht nur für Kinder, sondern auch Erwachsene da.

Wegen der Ganztagsklassen sind mittlerweile fünf Schichten zu besetzen, eine in der Frühe, drei Mittags und eine am Nachmittag. Im Sommer wie im Winter. "Wenn man bei Wind und Wetter draußen ist, ist man aber auch weniger krank", sagt Deß. Ihr macht ihr Amt Spaß, vor allem, dass man immer neue Leute kennenlernt. "Viele Kinder kennen mich, sie erzählen dann von ihrem Tag, Autofahrer winken", sagt Deß. Langweilig wird es ihr nicht, auch ihre Enkelin findet Omas Arbeit spannend. Aus dem Kinderwagen heraus schauen besonders die Lastwagen interessant aus.

Autofahrer nerven mitunter

Autofahrer, die an "ihrer" Ampel ja sowieso die Fußgänger vorlassen müssten, aber meinen, keine Zeit dafür zu haben, sind mitunter ein Ärgernis. Einer sei mal auf dem Gehweg vorbei gefahren. Am Tag des Interviews umkurvt einer das Begleitfahrzeug des Schwertransportes, das eigentlich die Einfahrt in den Altstadtring sperrt.

Schulweghelfer sind über die Stadt versichert. Zum Einstieg gibt es eine Einweisung, mittlerweile auch neue, hochwertige Jacken – Deß hat sie der Stadtverwaltung aus den Rippen geleiert. Gute zehn Euro pro Stunde Aufwandsentschädigung bekommen die Schulweghelfer außerdem von der Stadt, an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes gekoppelt.

Viele Schulweghelfer gibt es aber nicht: Monika Winter, bei der Stadt für sie zuständig, zählt vier in Hilpoltstein und zwei in Meckenhausen. Dazu kommt die Schulbusaufsicht, die hilft, wenn Kinder länger auf den Bus warten müssen. Jedes Jahr zum Schulanfang beginnt das gleiche Spiel: Die Eltern werden gebeten, sich zur Verfügung zu stellen. Zur Zeit hat die Stadt die relevanten Übergänge wie gewünscht besetzt. Aber wird ein Schulweghelfer krank oder fällt aus, gibt es keine Vertretung. "Jeder will, dass sein Kind sicher in die Schule kommt. Aber Hinstellen will sich keiner", bedauert Winter. Deß hat ähnliche Erfahrungen gemacht, immer wieder fragt auch sie herum. Immerhin: In der Rother Straße hat sich zuletzt jemand gefunden.

Ausgezeichnete Arbeit

Vielleicht wird Deß‘ neuer Kollege zur Weihnachtsfeier gehen, bei der die Stadt und die Schulen jährlich den Schulweghelfern dankt – eine gesonderte Ehrung für Dienstjahre gebe es in Hilpoltstein nicht mehr, nur noch in Meckenhausen. Das findet Deß schade. Aber auf der Weihnachtsfeier wird auch verkündet, wie viele Unfälle es auf den Hilpoltsteiner Schulwegen gab. In den letzten Jahren waren es an Stellen mit Schulweghelfern genau: Null.

Heuer hat die Polizei auch noch keine Schulwegunfälle registriert. Egal ob Schulweghelfer, Schülerlotsen oder die Busaufsicht: "Sie machen alle ausgezeichente Arbeit", lobt Thomas Eckl, Verkehrsexperte der Polizei Hilpoltstein.

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