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Meinung und Hintergrund: Nur Feiglinge zeichnen ohne Namen

Eine anonyme E-Mail zur Kommunalpolitik in Hilpoltstein lässt Böses erwarten - 13.11.2019 08:22 Uhr

Über das Internet verbreitet sich gerade eine anonyme Meinungsäußerung in Hilpoltstein. Wer der oder die Verfasser/in ist, bleibt im Dunkeln. © Archivfoto: Karl Josef Hildenbrand, dpa


Der Wahlkampf wird in allernächster Zeit erfahrungsgemäß für reichlich Zündstoff in den Kommunen des Landkreises sorgen. Doch auch im Vorfeld wird es rund gehen. Denn schon jetzt tauchen die ersten Schlaumeier auf, die glauben, ihre Ansichten per Internet einer breiten Öffentlichkeit verkünden zu müssen. Allerdings anonym.

Ich zähle mich übrigens auch zu den Schlaumeiern. Allerdings mit dem Unterschied, dass ich meine geistigen Ergüsse auch mit meinem Namen zeichne. Damit weiß jeder, okay, der Rödel ist gegen eine Umgehung von Hilpoltstein, aber auch gegen eine Umfahrung von Meckenhausen. Oder gegen weitere Baugebiete in der Stadt, die allmählich ihren Charme verliert und nicht zu vergessen: Jede Menge Natur.

Das sind nur einige Beispiele für meine Gedankengänge, die ich auch der Öffentlichkeit mitteile. Sofern ich die Notwendigkeit dafür sehe. Wie schon erwähnt, steht dann unter den Artikeln mein Name; zusätzlich sind die Berichte mit den Riegeln "Der Standpunkt", "Kommentar" oder – wie in diesem Falle "Meinung und Hintergrund" versehen, so dass auch der Letzte weiß, dass es sich hierbei nicht um einen nachrichtlichen Bericht handelt.

Mail macht die Runde

Zu anonymen Schreiben auf Papier oder im Internet habe ich meine eigene, relativ drastische Meinung. Wer ohne Namensnennung seine mehr oder weniger konstruktiven Ansichten weltweit verbreitet, ist schlichtweg feige. Bedauerlicherweise sterben die Knalldeppen nicht aus und so werden im Wahlkampf anonyme E-Mails wieder Hochkonjunktur haben.

Ein klassisches Beispiel für solche Veröffentlichungen ist eine Mail, ohne Verfasser natürlich, die in Hilpoltstein die Runde macht und die mit der Kommunalpolitik in der Burgstadt abrechnet. Ist eigentlich nichts dagegen zu sagen, nur, dass der/die unbekannte Verfasser/Verfasserin auch mit Diffamierungen und Beleidigungen arbeitet. Zielscheibe dieser Beschimpfungen ist die 2. Bürgermeisterin der Stadt Hilpoltstein, Ulla Dietzel. Oder heißt die CSU-Frau Jutta Dietzel, wie der/die unbekannte Querulant/in schreibt? Speziell hat er/sie sich auf die Verkehrspolitik der Vorsitzenden des Arbeitskreises "Verkehr" eingeschossen. "Warum hält sich diese Frau für so gewaltig wichtig?", will er/sie wissen. Warum nicht? Ich halte mich auch für wichtig. Bin ich deswegen ein schlechter Mensch?


Hass und Häme: Immer mehr Angriffe auf Bürgermeister.


"Ihre geistigen Ergüsse zum Thema Altstadtring schaden allerdings allen Bürgern. Neben ihren sonstigen, völlig abstrusen Gedanken oder Äußerungen" ist in der Mail noch zu lesen. Wow, das ist fies! Ich sitze seit 25 Jahren in nahezu jeder Sitzung des Stadtrates. Und habe dabei wirklich schon abstruse Dinge vernommen. Aber nicht von Ulla Dietzel. Wenn ich dieser Meinung gewesen wäre, hätte ich es auch geschrieben — gezeichnet mit meinem Namen.

Schade nur, dass ich zum Hintergrund meines Artikels, wie es der Riegel verspricht, nichts beitragen kann. Meine Motivation für diesen Meinungsartikel ist aber ganz klar: Ich schätze Menschen mit Zivilcourage, dazu zähle ich auch Leserbriefschreiber, welchen ihr Anliegen so wichtig ist, dass sie damit an die Öffentlichkeit gehen. Menschen, die aus der Anonymität heraus im Internet die Sau raus lassen, andere beschimpfen oder diffamieren, sind mir zuwider.

Ungeachtet dessen würde mich schon interessieren, wer hinter der hier zitierten Mail steckt. Wäre schön, wenn er oder sie sich bei mir meldet. Persönlich, per Telefon oder E-Mail, ist mir eigentlich egal. Vielleicht war ich auch bei meiner Recherche (unter anderem im Internet) einfach nur zu doof, den Verfasser herauszufinden. Das mag damit zusammenhängen, dass ich mit Facebook wenig am Hut habe. Eben weil dort sehr oft Fakes, falsche Nachrichten, lanciert werden. Gewollt oder ungewollt. Während des Wahlkampfes dann wohl eher gewollt.

HARRY RÖDEL E-Mail

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