Freitag, 15.11.2019

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Lebensretter: Grüne Notfalldose jetzt auch in Hilpoltstein

Monika Bergauer, Vorsitzende des Seniorenbeirats, erklärt, was dahinter steckt - 13.10.2019 06:03 Uhr

So groß wie ein Marmeladenglas: Im obersten Fach des Kühlschranks ist die Notfalldose gut verstaut. Am Sonntag wird sie auch in Hilpoltstein eingeführt – und 500 Exemplare werden zunächst kostenlos verteilt. © Foto: Lidia Piechulek


In Roth und Schwanstetten gibt es sie schon, in Schwabach ist sie rot: Die Rede ist von der Notfalldose. Kommenden Sonntag, am Seniorennachmittag, wird sie eingeführt. Wie eine (fast) leere Dose Senioren und chronisch Kranken helfen kann, erklärt Monika Bergauer im Interview.

Frau Bergauer, haben Sie die Notfalldose hierher geholt?

Die Vorstandschaft des Seniorenbeirats, ja.

Was kommt alles in die Notfalldose rein?

Zum einen der Notfallfragebogen. Die Schrift ist recht groß gehalten. Darin macht man Angaben zur Person, zu Krankheiten, bestehenden Diagnosen.

Eine Krankenakte, sozusagen.

In klein, ja. Vorerkrankungen zu kennen, ist natürlich wichtig für den Ersthelfer. Und dann gibt es noch Angaben zu den Medikamenten.

Warum sind diese Daten so wichtig?

Weil sie unter Umständen Leben retten. Wenn jemand die richtige Diagnose gleich hat beziehungsweise die Vorgeschichte des Patienten kennt – dann spritzt er schon mal kein Mittel, dass vielleicht eine Allergie auslöst. Ganz toll ist das natürlich auch für jemanden, der sich im Notfall selber nicht mehr mitteilen kann, zum Beispiel weil er bewusstlos ist. Oder wenn der Angehörige so aufgeregt ist, dass ihm im ersten Moment die Medikamente gar nicht einfallen. Manchmal wird auch vergessen, etwas zu erwähnen, das für den Ersthelfer äußerst wichtig sein kann.

Monika Bergauer lebt seit 35 Jahren in Hilpoltstein. Seit 2008 ist sie Vorsitzende des Seniorenbeirats. Diesen Sonntag, am Seniorennachmittag, wird die 66-Jährige die Notfalldose vorstellen, verteilen – und auch beim Ausfüllen des Fragebogens helfen, wenn jemand unsicher ist. Für sie ist das Projekt eine „tollse Sache“. © Foto: Lidia Piechulek


Gibt es eine Altersgrenze oder bestimmte Voraussetzungen, die man erfüllen muss, um eine Notfalldose zu erhalten?

Die Idee kommt aus der Seniorenarbeit, ist aber nicht prinzipiell an eine Altersgrenze gekoppelt. Wenn jemand chronisch krank ist – beispielsweise Asthma, eine Krebserkrankung oder Diabetes hat – wäre eine Dose ja auch wichtig.

Was denken Sie, wie die Dose in Hilpoltstein aufgenommen wird?

Im ersten Moment werden manche vielleicht lächeln. Aber zunächst muss ein Bewusstsein dafür entstehen – auch Sanitäter und Feuerwehr müssen lernen, nach den Stickern zu schauen. Davon gibt es zwei Stück, wenn man eine Dose bekommt: einer für die Wohnungs-, der andere für die Kühlschranktür.

Warum gehört die Dose eigentlich in den Kühlschrank?

95 Prozent aller Menschen haben eben einen Kühlschrank. Und der steht in den meisten Fällen in der Küche.

Die Ersthelfer wissen also, wo sie suchen müssen: im oberen Fach der Kühlschranktür.

Genau.

Und wie kommt man nun in Hilpoltstein an ein Exemplar?

Indem man am Sonntag zum Seniorennachmittag geht (Stadthalle, 14 Uhr, Anmerkung der Redaktion). Dort gibt es zunächst einmal 500 Stück kostenlos. Wenn die aufgebraucht sind, wird man sie selber kaufen müssen.

Wo und zu welchem Preis?

Man zahlt im Internet etwa vier Euro dafür. Wir haben aber auch mit den drei Apotheken in Hilpoltstein Kontakt aufgenommen. Wenn am Sonntag Dosen übrig bleiben, werden wir sie dort deponieren.

INTERVIEW: LIDIA PIECHULEK

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