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Hilpoltsteiner Schützen peilen den Klassenverbleib an

Nach dem Aufstieg startet die FSG Hilpoltstein in die Bundesliga-Saison - 04.10.2019 17:41 Uhr

Er war in der vergangenen Saison der treffsicherste Hilpoltsteiner Schütze. Stefan Schwab will mit der FSG Hilpoltstein möglichst nicht direkt wieder absteigen. Doch das, sagt Schützenmeister Robert Landmann, „wäre auch kein Weltuntergang“. © Foto: Paul Götz


Also verweist er auf die Homepage des Deutschen Schützenbundes und die dortige Setzliste. Dort angegeben sind die sogenannten Schnittzahlen, also die durchschnittlich geschossenen Ringe der Luftpistolen-Cracks. Beim Hilpoltsteiner Spitzenschützen Stefan Schwab steht dort eine 372,70.

Beachtlich, aber zu wenig

Was durchaus beachtlich ist, ist beim Vergleich des Ringdurchschnitts der gegnerischen Teams aber doch zu wenig. Bei Olena Kostevych von der HSG München steht da beispielsweise eine 388,20. "Die hat bei einem Bundesliga-Wettkampf von 400 möglichen 399 geholt", sagt Robert Landmann. Will heißen: Die Hilpoltsteiner messen sich ab Samstag nicht mit irgendjemand, sondern mit der Crème de la Crème des Luftpistolen-Sports. Marija Grosdeva von der Sgi Waldenburg gewann beispielsweise 2000 bei den Olympischen Spielen in Sydney mit der Sportpistole über 25 Meter die Goldmedaille. Und bei Olympia in Athen 2004 gewann sie mit der Sportpistole auf der 25-Meter-Distanz mit 688,2 Punkten ihre zweite Goldmedaille, mit der Luftpistole über zehn Meter errang sie unterdessen Bronze.

"Das ist die absolute Top-Schützin", sagt Landmann. Aber auch in den Reihen der anderen Bundesliga-Teams stehen zahlreiche erfahrene ausländische Top-Kräfte, aus Japan oder den USA, die bei den Wettkämpfen gegen die FSG natürlich als Favorit an den Start gehen. Selbst Mitaufsteiger wie das Team SG Edelweiß Scheuring hat kräftig investiert. "Eigentlich können wir da nicht mithalten, aber auch die sehr guten Schützen können mal fünf Ringe liegen lassen. Dann können wir vielleicht was machen", sagt Landmann.

"Wir versuchen es"

Das Ziel ist trotzdem klar: Nach den ersten beiden Aufstiegen in den Jahren 2005 und 2015, wo es im Folgejahr jeweils direkt wieder runter in die Zweite Bundesliga ging, soll dieses Mal die Klasse gehalten werden. "Das wird natürlich schwierig, aber wir versuchen es", sagt Landmann. Mit dem SV Altheim Waldhausen und KKS Hanbrücken hat Landmann auch schon zwei Teams ausgemacht, mit denen man mithalten könne und die man am Ende hinter sich lassen will. Zwei Teams steigen ab.

Ein Pluspunkt für die FSG ist auf jeden Fall die Konstanz. Die Mannschaft aus der Aufstiegssaison ist zusammengeblieben. Und am Samstag beginnt in Fürth mit dem ersten Wettkampftag die Saison. Zunächst müssen die Schützen um 13 Uhr gegen die SSG Dynamit Fürth ran, ehe es anschließend zum Duell mit dem ESV Weil am Rhein kommt. "Wir haben beide Teams schon geschlagen", sagt Landmann. Die Fürther seinerzeit etwas überraschend bei in der letzten Bundesliga-Saison der Hilpoltsteiner. Weil am Rhein hatte man – ebenfalls in einem Bundesligawettkampf – 2005 besiegt. Eine Außenseiterchance ist also da.

Aufstieg war eine Sensation

Dass es überhaupt zum Aufstieg kam, war schon eine Sensation, schließlich hatte Schützenmeister Robert Landmann vor der vergangenen Saison noch tief gestapelt. Mit dem Kampf gegen den Abstieg wollte man nichts zu tun haben, hieße es damals. Und das hatte man dann auch nicht. Das Team mischte ständig oben mit und belegte einen der beiden vorderen Plätze. Zum Ende rutschte das Team auf Platz drei ab, doch gegen Angstgegner Großaitingen gelang ein Sieg. Über die Aufstiegsrunde gelang letztlich der Sprung ins Oberhaus. "So eine Bundesliga gibt es in keinem anderen Land", sagt Landmann, der bei den Heimwettkämpfen mit einem Zuschauerschnitt von etwa 250 bis 300 Menschen rechnet.

In der zweiten Bundesliga seien es immer nur 60 bis 70 Zuschauer gewesen. "Das macht schon einen Unterschied", so Landmann. Weil bei den Wettkämpfen – laut Vorschriften – mindestens 200 Menschen Platz finden und freie Sicht haben müssen, werden die Heimwettkämpfe in der Stadthalle ausgetragen. Landmann hofft dann auf möglichst viele Zuschauer. Luftpistolenschießen, sagt er, sei zwar nicht so öffentlichkeitswirksam, "aber eben eine schöne Sportart."

MICHA SCHNEIDER E-Mail

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