Dienstag, 19.11.2019

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Hilpoltstein 1958: Bildband aus der Vogelperspektive

Gerd Fackelmeyer veröffentlicht einen Bildband - 10.10.2019 06:03 Uhr

„Wie? im Flug!“ lautet der Titel des Buchs, das der begeisterte Stadthistoriker Gerd Fackelmeyer zusammengestellt hat. © Foto: Yevheniia Frömter


  Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts sei für Fackelmeyer eine Epoche, die in der lokalen Geschichtsschreibung nur wenig Beachtung finden würde. Umso mehr war er darüber begeistert, als ihm ein Bekannter flüsterte, dass im Hilpoltsteiner Stadtarchiv genau über diese Jahre Luftbildaufnahmen schlummern würden.

Der leidenschaftliche Stadthistoriker ließ keine Zeit verstreichen und machte sich sofort auf, um die Bilder bei der Stadt Hilpoltstein in Augenschein zu nehmen. Fackelmeyer konnte kaum glauben, was er dort vorfand. Dutzende von Aufnahmen warteten nur darauf, wiederentdeckt zu werden. Mit einer Leuchtplatte unter dem Arm und allerhand professioneller Ausstattung erweckte er noch im Archiv die Negative zum Leben. "Ich halte nichts vom Digitalisieren. Das bringt nicht die Qualität, die ich mir vorstelle." Zum Teil brachte er dort auch alte Glasplattennegative sofort auf hochwertiges Fotopapier.

84 Seiten mit Bildern und Beschreibungen

Die Idee, diese besonderen Schätze in einem speziellen Buch mit der Öffentlichkeit zu teilen, lag Fackelmeyer gleich nahe. Es sei schließlich nicht das erste – und lange nicht das letzte – Buch, das er der Stadtgeschichte widmen würde. Und: Das aktuelle Projekt kann sich wirklich sehen lassen. Auf 84 Seiten können die alten Bilder nun bestaunt werden: "Natürlich in bestem Druck." Dabei gab sich Fackelmeyer nicht nur mit den Bildern zufrieden. Er beschreibt ebenso, um welche Gebäude, Stadtteile oder alte Firmen es sich handeln würde. Für sein aktuell fertiggestelltes Projekt investierte er ein gutes halbes Jahr. Und dort, wo selbst sein Wissen an ein Ende kam, holte er sich fachkundige Ratschläge ein – meist von "Uralt-Hilpoltsteinern", die sich noch an die Stadt in den 50er Jahre erinnern konnten.

Fackelmeyers besondere Begeisterung liegt dabei in den Details: "Den Marktplatz aus der Luft erkennt jeder. Dass einst ein Maibaum neben dem Rathaus stand, weiß heute keiner mehr." Dabei blickt er stolz auf die Fotografie in seinem Buch: "Er ist kaum zu erkennen, aber beim genauen Hinsehen, steht er wirklich da." Als Anhang spendiert der Hobbyautor noch ein buntes Kaleidoskop älterer Ansichtskarten aus Hilpoltstein. "Die sind nicht so selten, aber schön anzusehen." Ein besonderes Schmankerl sei dennoch erwähnt. "Ich habe eine alte Glasplatte einer Postkarte aufgetan, die auch abgebildet ist." Darunter präsentiert er einen selbst hergestellten Abzug "vom Original". Nebenbei beschreibt Fackelmeyer auch den mühseligen Weg vom alten Fotonegativ hin zum perfekten Abdruck.

Herzenssache, seit Jahrzehnten

Die Hilpoltsteiner Stadtgeschichte liegt Gerd Fackelmeyer schon seit Jahrzehnten am Herzen. Vieles an wertvollem Wissen ginge seiner Meinung nach über die Jahre verloren. Er wolle sich deshalb bemühen, so viel wie möglich zu archivieren. Rund 50 000 Bilder habe er in seinem persönlichen Bestand: "Und allerhand Schnickschnack aus dem alltäglichen Hilpoltsteiner Stadtleben." Auch im Internet grast er Börsen und Online-Flohmärkte nach "Hip-Relikten" ab: "Wenn ich etwas finde, überlege ich nicht lange und schlage zu. Egal, was es kostet." Eine Lücke habe er allerdings in seiner Sammlung dennoch zu beklagen: "Ich suche Fotografien vom Eisernen Steg – da gibt es absolut nichts zu finden."

Während Gerd Fackelmeyer bereits über seinem nächsten Projekt brütet, kann sein Buch "Wie? Im Flug!" bald in der Buchhandlung Schmid für 29,80 Euro erstanden werden.

InfoWeitere Informationen gibt es bei Gerd Fackelmeyer persönlich unter der Telefonnummer (0 91 74) 39 17.

MARCO FRÖMTER E-Mail

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