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Dienstag, 11.08.2020

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Träume mit dem Pinsel zum Leben erwecken

"Der Weg zum Anfang": Erste Ausstellung nach Corona im KunstRaum Herzogenaurach - 06.07.2020 11:48 Uhr

Viele Kunstinteressierte schlenderten durch den KunstRaum.

© Foto: Jeanette Seitz


Wie passend, dass die erste Nach-Corona-Ausstellung auch gleichzeitig die erste gemeinsame Ausstellung des Ehepaares Lana Karim und Shaho Penjwen in Deutschland ist. Und ebenso passend der Titel: „Der Weg zum Anfang“. Ein Neuanfang nach Corona? Sicher. Für das Ehepaar aber auch ein Anfang in einer neuen Heimat, ein Wiederanfang nach einer längeren Schaffenspause.

Die Laudatio auf das Künstlerpaar Lana Karim (Mitte) und Shaho Penjwen (2.v.l.) hielt Walter Scheinkönig (links).

© Foto: Jeanette Seitz


Rund 100 Besucher haben am Freitagabend den Weg zur Ausstellungseröffnung gefunden. Im Innenhof vor dem KunstRaum – nach Aufnahme ihrer Daten und unter Beachtung der Abstandsregeln – lauschen sie bei bestem Wetter den einführenden Worten von Kunstvereins-Vorsitzendem Manfred Braun, der sich freut, dass „es endlich wieder nach vorne geht“. Er begrüßt den zweiten Bürgermeister Georgios Halkias, einige Stadträte sowie alle interessierten Kunstfreunde. Und zollt den Künstlern Respekt für ihre Leistung.

Eine ausführlichere Würdigung erfahren Lana Karim und Shaho Penjwen von Künstlerkollege und Freund Walter Scheinkönig, der die Laudatio hält. Die beiden stammen aus Sulaimaniya, einer Millionenstand im kurdischen Norden des Irak. Dort besuchten beide das renommierte Institut für „Fine Art“ und lernten fünf Jahre lang alle Techniken und Facetten der Malerei kennen, entwickelten ihren eigenen Stil. Und dort lernten sie sich auch kennen und lieben, gründeten eine Familie. Neben der Kunst arbeitete Shaho Penjwen als Grafikdesinger, Lana Karim als Kunstlehrerin.

Der Krieg veränderte das Leben und hemmte die künstlerische Fantasie. Also flüchteten Lana Karim und Shaho Penjwen mit ihren beiden Kindern über die Türkei und Griechenland und landeten Mitte 2015 in Herzogenaurach. Und arbeiten seitdem hart an ihrer Integration. Die Familie hat Deutsch gelernt, inzwischen Wohnung und Arbeit bzw. Ausbildungsstellen gefunden, und Lana Karim und Shaho Penjwen sind Mitglieder im Kunst- und Kulturverein.

Gemeinschaftswerk: "Burning together"

© Foto: Jeanette Seitz


Über die Kunst der beiden sagt Walter Scheinkönig: „Lana möchte in ihren abstrakten Bildern ihre eigenen Träume mit Energie, Begeisterung, Fantasie und dem Pinsel in der Hand zum Leben erwecken und die Welt, in der wir leben, ein Stück schöner, fröhlicher und glücklicher machen. Dagegen ist Shahos Perfektionismus, gepaart mit Begabung und Leidenschaft, ganz das künstlerische Pendant zu seiner Partnerin, stark am Realismus orientiert, und er möchte seine aktuell entstandenen Gemälde, nach dem Ankommen in neuer Freiheit, wie er sagt, als einen Neustart seiner Fantasie, seiner Gefühle und seiner Bewegungen mit dem Pinsel verstanden wissen.“

Davon können sich die Besucher dann selbst überzeugen. In Gruppen à 20 Personen und mit Mund-Nasen-Schutz dürfen sie den KunstRaum betreten und die Gemälde bewundern – zu einer Tür hinein, im Uhrzeigersinn durch den Raum und zur anderen Tür wieder hinaus; eben den Corona-Auflagen entsprechend. Dennoch verweilen viele Interessierte vor den Bildern, lassen Motive oder Farben wirken und tauschen sich rege untereinander oder mit den Künstlern aus. Es ist eine rundum gelungene Ausstellungseröffnung mit vielen begeisterten Stimmen und auch dem ein oder anderen Kauf.

Übrigens: Lana Karim und Shaho Penjwen sind auf der Suche nach einem Atelier, also Räumlichkeiten, in denen sie künstlerisch arbeiten können.

Info: Wer sich die Ausstellung in Ruhe anschauen möchte, hat noch bis zum 12. Juli Gelegenheit dazu: Montag bis Freitag von 18 bis 20 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr.

 

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