Freitag, 24.05.2019

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Ziel: Optimale Bedingungen für Biene und Co.

Imker Stefan Spiegl: Ohne Bestäubung gibt es keine Ernte - 18.02.2019 06:33 Uhr

Wer seinen Garten insektenfreundlich gestaltet, tut sich selbst einen Gefallen. Rund 80 Prozent der Nutz- und Wildpflanzen sind nämlich auf Bestäuber angewiesen. Unser Bild zeigt eine Biene „bei der Arbeit“. © Foto: Patrick Pleul/dpa


Den weit über 100 interessierten Gartenfreunden zeigte Spiegl den volkswirtschaftlichen Nutzen durch die Bestäubungsleistung der Bienen auf. Der Hörlbacher, der auch Präsident des Bayerischen Landesverbands der Imker ist, schätzt diesen Wert 10- bis 15-fach höher ein, als die Honigproduktion. Rund 80 Prozent der 2000 bis 3000 heimischen Nutz- und Wildpflanzen seien auf den Bestäuber angewiesen. "Wenn wir also nicht wollen, dass – wie teilweise schon in China – die Bestäubung von Menschenhand – und dann nur unzulänglich – erfolgt, müssen wir alle auf eine gesunde, intakte Umwelt achten", betonte der Referent.

Bienen sind Pollensammler und ernähren sich von Blütennektar und Pollen. Mit einem Saugrüssel saugen sie den Nektar aus der Blüte und legen in ihren Nestern Honigvorräte für den Winter an. Die Imker nutzen dies zur Honiggewinnung. Bienen, wie auch Wespen, die ebenfalls wie Hummeln bestäuben, gehören zu den staatenbildenden Insekten. Ein Bienenvolk besteht aus 30 000 bis 40 000 Tieren und ist arbeitsteilig organisiert. Während die Arbeiterinnen sich nach 35 Tagen zu Tode gearbeitet haben, sorgen Königin und Drohnen für den Fortbestand im nächsten Jahr durch Jungköniginnen, die überwintern.

"Staatsfeind Nummer 1" der Biene ist die Varroamilbe. Gefahren gehen auch von unsachgemäßer Anwendung von Pflanzenschutzmitteln aus. Statt der Monokultur Mais erprobt die Wissenschaft derzeit bienenfreundliche Pflanzen wie Hanfmix und Prämiemix. Mit regionalen und überregionalen Maßnahmen, wie etwa "Insekten-Hotspots" auf Photovoltaikflächen möchte der Imkerverband Beiträge leisten, so der Referent.

MdL Manuel Westphal, der Initiator des im August letzten Jahres vereinbarten "Blühpaktes" auf Landkreisebene, verdeutlichte, dass nur durch ein Bündel von Maßnahmen auch auf kommunaler Ebene die Biodiversität verbessert und durch Transparenz und Information das Verständnis in der Bevölkerung erhöht werden könne.

Für Kreisfachberaterin Carola Simm sind Monokulturen, wozu auch der beliebte englische Rasen zählt, sowie maschinelle Bearbeitungsweisen ursächlich für den starken Rückgang der Insekten. Wichtige Lebensräume und geeignete Nistplätze gehen so verloren. Blütenreiche Weg- und Ackerränder sowie wilde Blumenwiesen sind immer seltener zu finden. Hier setzt der Landkreis bei seinen Kreisstraßen mit einem Projekt an, betonte Simm. Auch das Mulchen verhindert die Blühfähigkeit.

Bienen, auch Wildbienen, schätzen ein reichhaltiges Angebot an einheimischen Blumen. Je bunter es im Garten blüht, und das von März bis Oktober, umso besser, zeigte die Referentin mit Bildern auf. Dies fördert die Artenvielfalt, da viele Wildbienenarten auf bestimmte Pflanzen spezialisiert sind und nur diese auf der Pollen- und Nektarsuche anfliegen. Auch blühende Kräuter und Gemüse sollten stehen bleiben. Mit bienenfreundlichen Balkonpflanzen kann man ebenfalls am Fenster oder Balkon Lebensräume für Insekten schaffen. Auf gefüllte Blüten, wie zum Beispiel Geranien, geht kein Insekt.

Da Insekten auch Durst haben, müssen entsprechende Wasserstellen vorhanden sein. Im Winter sollten Stauden und Gräser stehen bleiben und erst im April abgeschnitten werden. Außerdem: Nicht alle Ecken aufräumen, morsches Holz liegen lassen und damit Lebensraum für Insekten und andere Tiere schaffen.

 

  

GERHARD DURST E-Mail

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