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Wertvolle Zeitzeugen in Altmühlfranken

Gartenpflegeseminar in Windsfeld beschäftigte sich mit alten Birnbäumen - 23.03.2020 06:24 Uhr

Birnbäume, wie dieser bei Windsfeld, sind landschaftsprägend und sollten nicht nur deshalb unbedingt erhalten werden.

© Gerhard Durst


Mit Bildern verdeutlichte die Referentin, dass Birnbäume meist landschaftsprägend, ja Landmarken auf Höhen oder Lichtungen seien. Knorrig recken sie ihre Äste in den Himmel und trotzen den widrigen Wachstumsbedingungen, die sich aus immer intensiver werdenden Flächennutzungen ergeben. "Diese wertvollen Schätze der Natur haben unsere Aufmerksamkeit und unseren Schutz verdient", verdeutlichte Susanne Wolf.

Wichtiger Lebensraum

Einer Oase gleich stellen Birnbäume als Biotopbäume wertvolle Rückzugsorte für viele Tierarten dar. Besonders wichtig, weil in unserer Kulturlandschaft selten anzutreffen, sind nach ihren Worten Baumhöhlen im Stamm und in den starken Ästen, da sie höhlenbrütenden Vögeln, etwa verschiedenen Specht- und Meisenarten sowie Fledermäusen, Zuflucht bieten. Insektenarten, wie die seltenen Hornissen und Eremiten-Käfer, sind auf Höhlungen, rissige Borke und Mulm angewiesen. In unserer Monokultur stellt jeder einzelne alte Birnbaum einen überaus wichtigen und wertvollen Rückzugs- und Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren dar, betonte Wolf.

Während Blüten für Insekten, speziell für Wild- und Honigbienen, Nahrung bieten, sind die Früchte für nahezu alle Tiergruppen ein "gefundenes Fressen". Der Landschaftspflegeverband suche nach besseren Nutzungsmöglichkeiten, da der Birnenmost nicht mehr so beliebt wie früher sei.

Mit über 1600 Sorten in Bayern sind Birnen viel sortenreicher als Äpfel, und diese Kultur gelte es zu sichern. Die trockenen Jahre würden auch diesem Baum Probleme bescheren, obwohl die Birne grundsätzlich sehr zäh sei und selbst größere Schäden überlebe.

Zum Erhalt bedürfe es keiner großen Baumpflegemaßnahmen, allenfalls Entlastungsschnitte für zu lang gewordene Äste. Wolf warb dafür, herabfallendes Totholz möglichst liegen zu lassen und der Natur als Lebensraum zu überlassen. Birnbaumpatenschaften könnten ein Weg sein, den Bestand zu sichern, empfahl die Referentin. Birnbäume können bis 300 Jahre alt werden und sind wertvolle Trittsteine in der zunehmend ausgeräumten Flur.

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