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Raupen-Plage in Gunzenhausen: Diese Tipps sollen helfen

Die Stadt Gunzenhausen hat Hinweise zur Bekämpfung zusammengestellt - 19.06.2019 16:43 Uhr

Stadtwerke und Feuerwehr helfen mit: Die Anwohner des Burgstallwaldes erfahren seit Kurzem tatkräftige Unterstützung in ihrem verzweifelten Kampf gegen die Raupen-Invasion. © Daniel Karmann/dpa


In Gunzenhausen sind momentan fiese Plagegeister unterwegs, die sogenannten Schwammspinner-Raupen. Die Arbeitsgruppe "Schwammspinner", bestehend aus Bürgermeister Karl-Heinz Fitz sowie Vertretern von Staatsforsten, Forstamt, Feuerwehr, Verwaltung und Bauhof, hat sich inzwischen entschlossen, zum Schutz der Menschen, das Grün zwischen der Foliensperre und den Privatanwesen mit dem Mittel Foray ES, einem Mittel, das innerhalb von zehn Tagen biologisch abgebaut wird, abzuspritzen. Der Bereich wird während dieser Zeit abgesperrt. 

Unter dem – leicht verunglückten – Titel "Maßnahmen zur Verbesserung des Schwammspinnerbefalls" hat die Stadt inzwischen auch ein Info-Blatt an die Anwohner verteilt, wie sie selbst gegen die lästigen Krabbler vorgehen können. So könne, "zum Schutz vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen ein Pflanzenschutzzmittel, das das Bakreium ’Bazillus thuringienis’ beinhaltet, aufgebracht werden".

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Plage in Gunzenhausen: Raupen des Schwammspinners auf dem Vormarsch

2018 hatte Gunzenhausen und vor allem der Burgstallwald zum ersten Mal mit dem Schwammspinner zu tun. Bis zu 1000 Eier legt ein Schmetterlingsweibchen. Dementsprechend viele Raupen fressen sich gerade durch den Burgstallwald, der mittlerweile nahezu kahl ist. Auch die Anwohner, das Freibad und die Seenlandklinik Lindenhof kämpfen mit der Plage.


Diese im Gartenfachhandel erhältlichen Mittel seien sogenannte Fraßgifte, die nur effektiv eingesetzt werden könnten, "soweit noch Blattwerk vorhanden ist". Zum Schutz von Bäumen und auch Bauwerken habe sich bewährt, "dass im unteren Bereich des Baumes/Gebäudes ein Klebeband angebracht wird. Entsprechende Versuche von betroffenen Anwohnern zeigen eine Verbesserung bei der Besetzung der Hausfassaden. Den meisten Erfolg hat die Anbringung von sogenannten Baumleimringen erzielt".


Ortsbesuch: Schwammspinner beschäftigt Gunzenhäuser Stadtrat.


Das Absaugen von Fassaden, so heißt es in der Info der Stadt, sei "erst sinnvoll, wenn das Nachrücken von Raupen unterbunden wird". Dazu eignete sich "die beiden vorgenannten Maßnahmen".

Im Garten verbrennen

Gesammelte Schwammspinner könnten, so die Empfehlung aus dem Rathaus, "entweder im Garten direkt verbrannt werden oder aber in einem luftdicht verschlossenen Beutel über den Restmüll entsorgt werden". Wer sie verbrenne, müsse allerdings vorab die Stadt (Telefon 09831/508116) und die Integrierte Leitstelle (09122/69390) informieren.

In der Zwischenzeit kommen die Tiere auch an der Frickenfelder Straße aus dem Wald. In diesem Bereich fährt seit Dienstag früh ständig die Kehrmaschine der Stadt, um die auf dem Weg befindlichen Raupen aufzusammeln, bevor sie die Straße überqueren. Auch am Waldrand an der Frickenfelder Straße wird am Freitag vom Bauhof und den Mitarbeitern der Staatsforsten begonnen, einen Folienzaun mit Klebefolie aufzubauen. Am Samstag werden sie vom THW und der Freiwilligen Feuerwehr unterstützt. Auch an der Frickenfelder Straße wurde am Mittwoch der Waldsaum mit Foray ES gespritzt.

Kehrmaschine im Dauereinsatz

Der städtische Bauhof ist ständig - auch am Feiertag und am Wochenende - mit der Kehrmaschine unterwegs. Weitere Mitarbeiter saugen die hinter der Folie gesammelten Raupen ab und leeren die Eimer mit den gesammelten Raupen.

Laut Stadt kommen, nachdem bundesweit viele TV-Sender über die Spinnerplage berichtet hatten, inzwischen auch viele besorgte Anfragen von Urlaubern. Dazu sei zu sagen, dass der Schwammspinnerbefall "nur einen kleinen Teil des Stadtgebietes betrifft und die Tourismuseinrichtungen nicht betroffen sind". Lediglich das Waldbad am Limes liege am Burgstallwald. Dort seien täglich von früh bis spät zwei Mitarbeiter mit dem Absaugen beschäftigt, sodass die Badegäste keine Beeinträchtigungen des Badebetriebes in Kauf nehmen müssten. Im Bereich der Seen gebe es keinen Befall durch die Schwammspinnerraupen. 

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