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Pflegedirektorin verlässt Klinikum Altmühlfranken Gunzenhausen

Nach Vorstand Jürgen Winter kehrt auch Cornelia Kerschbaum dem Reutberg den Rücken zu - 13.12.2019 12:10 Uhr

Der Kontakt zum Pflegepersonal war Pflegedirektorin Cornelia Kerschbaum (rechts) ein Anliegen. Den wird auch ihre kommissarische Nachfolgerin Elvira Späth pflegen.

© Marianne Natalis


Es sind rein private Gründe, die Cornelia Kerschbaum veranlassten, ihre Kündigung einzureichen. Seit knapp fünf Jahren pendelt die studierte Diplom-Pflegewirtin von ihrem Heimatort bei Rothenburg ob der Tauber zu ihrem Arbeitsplatz nach Gunzenhausen. Vor allem im Winter machte das oft wenig Freude.

Nun geht die Kollegin im benachbarten Bad Windsheim zum Jahreswechsel in Ruhestand – und diese Gelegenheit musste Kerschbaum schier beim Schopf packen, denn "so viele Stellen gibt es in diesem Bereich nicht". Ihre Fahrtzeit verringert sich künftig auf ein Drittel.

Außer der Entfernung zwischen ihrem Heimatort und Gunzenhausen "gibt es keinen Grund, warum ich gehen sollte". Dass sie sich im Gunzenhäuser Krankenhaus wohlgefühlt hat, das glaubt man ihr aufs Wort, wenn man ihr zuhört. So spricht sie beispielsweise immer noch von "wir", wenn es um die zukünftigen Aufgaben geht.

Das Haus am Reutberg liegt Kerschbaum am Herzen, entsprechend hofft sie, dass es in ihrem Sinne weitergeführt wird. Schon ihre Vorgängerin Christa Neef habe sehr großen Wert auf die "Fürsorge" für die Mitarbeiter gelegt, diesen "Schatz habe ich versucht, zu bewahren", erzählt Kerschbaum, die im April 2015 nach Gunzenhausen kam, im Gespräch mit dem Altmühl-Boten. Die "gute Atmosphäre" im Haus gelte es unbedingt zu erhalten, ein "knallharter Pflegedirektor, der nur Zahlen sieht", wäre für das doch relative kleine Krankenhaus in ihren Augen eine Fehlbesetzung.

Nachfolgerin kennt das Haus

Elvira Späth kennt dagegen das Haus und die Mitarbeiter aus dem Effeff: Sie machte von 1978 bis 1981 am Reutberg ihre Ausbildung und hat seitdem, mit einer halbjährigen Unterbrechung, durchgehend im Gunzenhäuser Krankenhaus gearbeitet. Lange Jahre war Späth als Stationsleiterin tätig, sie baute auch die Schlaganfalleinheit mit auf.

Vor zehn Jahren absolvierte Elvira Späth ein berufsbegleitetendes Studium zur Sozialwirtin und übernahm anschließend die Stabsstelle Pflegedirektion, seit neun Jahren für das ganze Klinikum. In dieser Funktion erstellt Elvira Späth unter anderem Pflegestandards, ist für die Qualitätssicherung und die pflegewissenschaftlichen Themen zuständig.

Für Cornelia Kerschbaum war und ist Elvira Späth "meine Vertraute". Sie wisse immer genau, welche Themen auf Station gerade aktuell sind und kenne alle Kollegen. Dass Späth nun vorübergehend ihre Aufgaben übernimmt, ist für Kerschbaum deshalb auch nur "naheliegend".

Für die 60-Jährige steht allerdings felsenfest, dass sie diese Aufgabe nur kommissarisch übernimmt. Der neue Vorstand Christoph Schneidewin soll sich zunächst einmal einarbeiten können und sich dann in aller Ruhe nach einer geeigneten Besetzung für diese Stelle umsehen.

Dass Elvira Späth nur wenige Jahre vor ihrem Ruhestand noch so eine "Riesenaufgabe" übernimmt, zeige, wie sehr ihr das Haus am Herzen liegt, betont Kerschbaum. In den kommenden Monaten wartet tatsächlich sehr viel Arbeit auf die Pflegedirektion, allen voran der Umzug der Geriatrie und der Aufbau der neuen Akutgeriatrie. "Das hätte ich gerne noch zu Ende bringen wollen", meint Kerschbaum etwas wehmütig, weiß aber andererseits die Sache bei Elvira Späth in guten Händen.

Beschäftigen wird die kommissarische Pflegedirektorin zudem die Krankenpflegeschule. Sie wird ab September nicht nur unter der Trägerschaft des Klinikums stehen, sondern muss angesichts der Neuausrichtung der Ausbildung auch gänzlich neu aufgebaut werden. Hier ist die Pflegedirektion beim Aufbau gefordert. Gerade in solchen Umbruchzeiten sei es "sehr wichtig, dass die Pflegedirektion nahtlos weitergeführt wird", betont Kerschbaum.

 

MARIANNE NATALIS

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