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Sonntag, 20.09.2020

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Gunzenhausen: Bus und Bäder machen 2,3 Millionen Miese

Der Geschäftsführer der Stadtwerke, Roland Dücker, stellte seine Bilanz vor. - 12.08.2020 06:15 Uhr

Einen Rekordbesuch verzeichnete im vergangenen Jahr das Saunadorf im Hallenbad Juramare. Rund 49 300 Gästen besuchten die schweißtreibende Einrichtung.

© Stadtwerke Gunzenhausen


Die Sparte Daseinsvorsorge ist per se, das machten Dücker und auch Bürgermeister Karl-Heinz Fitz in der jüngsten Sitzung des Stadtrats einmal mehr deutlich, ein Verlustgeschäft. Mit öffentlichen Bädern und dem ÖPNV lässt sich kein Gewinn einfahren. Immerhin konnte – wie bereits in den Vorjahren – ein Großteil der Verluste über die Versorgungssparten wettgemacht werden.

Allen voran haben die Stadtwerke, berichtete Dücker, mit dem Verkauf von Strom 18,7 Millionen Euro erlöst. Zwar wurden mit rund 55 Millionen Kilowattstunden drei Prozent weniger Strom abgegeben als 2018, es kam dafür aber 6,8 Prozent mehr Geld rein.

Nur elf Prozent Ökostrom

Das Stromnetz der Stadtwerke ist 276 Kilometer lang, 15 Millionen Kilowattstunden verkauft die Einrichtung außerhalb des eigenen Netzes. Der Anteil von Ökostrom liegt dabei mit verkauften 6,3 Millionen Kilowattstunden bei nur elf Prozent, demgegenüber stehen 7,8 Millionen Kilowattstunden nachhaltig produzierter Strom, der ins Netz eingespeist wird.

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Ob die Stadtwerke eine Strategie haben, um den Anteil von Ökostrom zu erhöhen, wollte Ingrid Scala (Grüne) von Dücker wissen. Ökostrom ist teurer als konventionell erzeugter, und den höheren Preis ist nur ein Bruchteil der Kunden bereit zu zahlen, so Dücker.

115 Kilometer lang ist das Erdgas-Rohrleitungsnetz der Stadtwerke, 2019 verbrauchten die Kunden 90,77 Kilowattstunden. Diese – vor allem witterungsbedingten – sieben Prozent höhere Abgabenmenge als 2018 brachte mit 5,3 Millionen Euro einen 14 Prozent höheren Erlös ein. 1,16 Millionen Kilowattstunden wurden an der Erdgastankstelle gezapft.

143 Kilometer Wasserleitung

Auch die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser gehört zum Kerngeschäft der Gunzenhäuser Stadtwerke. 775 000 Kubikmeter flossen im vergangenen Jahr durch die Wasserhähne der Kunden, sie bezahlten dafür 1,64 Millionen Euro. 63 Prozent des Wassers lieferten die Stadtwerke aus eigenen Quellen, der Rest kam von umliegenden Wasser-Zweckverbänden. Das Leitungsnetz ist 143 Kilometer lang, in den zwei Hochbehältern können 4200 Kubikmeter Wasser gespeichert werden.

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In der Sparte Wärmeversorgung verzeichneten die Stadtwerke einen sprunghaften Anstieg der Erlöse um 119 Prozent auf 92 000 Euro bei nur geringfügiger Steigerung der abgegebenen Menge um 5 Prozent. Die Gewinne sind allerdings nur einer internen Verrechnung geschuldet: Die Lieferung an das Freibad muss künftig auch dort als Ausgabe verbucht werden.

Entsprechend erhöhte sich das Defizit im Waldbad, das vergangene Saison zudem noch einen starken Besucherrückgang verkraften musste. Die Schwammspinner, die millionenfach aus dem Burgstallwald unter anderem ins Freibad fluteten, vergällten den Gästen den Badespaß. So nutzten statt 85200 Besuchern (2018) nur 57 000 Besucher das Angebot, die Einnahmen brachen von 259 000 richtiggehend ein auf 165 000 Euro. Statt der davor üblichen 50 Prozent verzeichnete Dücker im Jahr 2019 nur einen Deckungsgrad von 26 Prozent und ein Defizit von 463 000 Euro allein im Waldbad.


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Im Hallenbad dagegen gab es einen erfreulichen Anstieg von 87 000 auf 171 000 Besucher, 2019 war das Bad aber nach der Sanierung erstmals wieder ganzjährig geöffnet. Einen absoluten Rekord konnte Dücker für das Saunadorf vermelden, die weit über Gunzenhausen hinaus beliebte Einrichtung zog 49300 Gäste an. Den um 63 Prozent auf rund 1,2 Millionen Euro gestiegenen Erlösen steht aber dennoch ein Defizit von 1,45 Millionen Euro gegenüber.

Der Stadtbus, geht aus Dückers Bericht weiter hervor, fuhr ein Defizit von 256 000 Euro ein, hier wurden 2019 50 Prozent der Kosten gedeckt. Der Gesamterlös von 383 000 Euro liegt deutlich über 2018 (284 000 Euro). Der Grund ist im Rufbus zu suchen, der zwar als Landkreis-Einrichtung für die Stadtwerke kostenneutral ist, aber dennoch in der Abrechnung mit 83 000 Euro zu Buche schlägt. Fast 259 000 Menschen nutzten 2019 übrigens den ÖPNV, um in Gunzenhausen von A nach B zu kommen.

Verluste kompensieren

"Wir haben die Struktur", machte Fitz am Ende von Dückers Ausführungen noch einmal deutlich, dass mit den Erlösen aus Strom, Wasser und Gas die Verluste von Bädern und Stadtbus kompensiert werden. Mit anderen Worten: Wer in Gunzenhausen Strom, Wasser oder Gas von den Stadtwerken bezieht, unterstützt damit auch diese wichtigen Einrichtungen. Letztendlich kommt die Stadt, die das Defizit tragen muss, aber mehr oder weniger Null auf Null aus der Rechnung raus, denn gleichzeitig überwiesen die Stadtwerke im vergangenen Jahr 595 000 Euro Konzessionsabgabe und 14 000 Euro Gewerbesteuer.

Was Ladestationen für E-Autos in Gunzenhausen betrifft, so werden die Stadtwerke die vorhandene am Parkplatz Oettinger Straße "ertüchtigen". Zudem soll eine weitere in der Stadt und – wenn die Arbeiten für den Hochwasserschutz abgeschlossen sind – auch an der Stadthalle installiert werden.

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