Mittwoch, 20.11.2019

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Cronheimer sind stolz auf ihr "neues" Dorf

Große öffentliche Vorhaben und zusätzlich private Maßnahmen geben dem Ort ein ganz anderes Erscheinungsbild. - 03.06.2019 06:19 Uhr

 

Infotafeln, neue Bürgersteige, gepflegte Häuser säumen die runderneuerte Dorfstraße. Die 17 Jahre Projektarbeit scheinen sich gelohnt zu haben. © Foto: Reinhard Krüger


Cronheim zählt längst zu den 14 Stadtteilen Gunzenhausens. Die Bewohner des Dorfes, das vor allem durch die Mülldeponie einen gewissen Ruf hatte, wünschten sich eine Veränderung. Die markante Dorfstraße sollte aufgehübscht werden, insgesamt das Erscheinungsbild den heutigen Bedürfnissen angepasst und so die Lust der Bürger gesteigert werden, nicht wegzuziehen.

In den sieben Regierungsbezirken des Freistaats gibt es jeweils ein Amt für Ländliche Entwicklung (ALE). Hier sorgen speziell ausgebildete Fachleute dafür, dass nicht einfach etwas übergestülpt wird, sondern nur in enger Verzahnung mit den Betroffenen, also den Einwohnern der Dörfer eine Erneuerung möglich ist. Darauf wies der Amtsleiter dieser Fachbehörde in Ansbach, der Leitende Baudirektor Gerhard Jörg, in seiner Ansprache hin.

"Wir wollen die Dörfer als lebendige Heimat mit eigenständigem Charakter erhalten", betonte er und lobte "die lieben Cronheimer und Filchenharder", die die Zukunft ihres Dorfes selbst in die Hand genommen, geplant und gestaltet haben. Herausgekommen ist "ein wahres Schmuckstück", das sich jetzt dem Besucher wie Bürger präsentiert. Gepflasterte Bürgersteige, gepflegte Vorgärten, Büsche, Bäume, eine schmucke Infotafel mit allem Wissenswerten zum Ort und diverse Bänke laden zum Verweilen und beliebten Ratschen ein.

Eine Dorferneuerung ist auch als Hilfe zur Selbsthilfe zu verstehen, sagte Jörg. Wer selbst sein Eigenheim oder Anwesen sanieren möchte, erhält staatliche Förderung. Das ließen sich so einige Grundstückseigentümer nicht zweimal sagen, und insgesamt 1,1 Millionen Euro an Steuergeldern fanden hierfür Verwendung.

Glossierten das Projekt aus ihrer Warte: Jutta Pfeuffer (rechts) und Monika Abel. © Foto: Reinhard Krüger


Jürgen Hasselbacher, Vorstandsmitglied der Dorferneuerung, sorgte zusammen mit den vier Hauptamtlichen des ALE und weiteren acht Bürgern dafür, dass der Prozess überhaupt in die Gänge gekommen ist.  "Cronheim ist ins rechte Licht gerückt", bemerkte Hasselbacher, der jeden Schritt mit Fotos dokumentiert hatte. Eine eigens erstellte Broschüre des ALE gibt zusätzlich Auskunft über den langwierigen und manchmal auch steinigen Weg.

Ortssprecherin Beate Schlicker ist einfach nur "hin und weg über unsere schönen Dörfer". Das fand auch Bürgermeister Karl-Heinz Fitz, der mit Stadtrat und Amtsleitern wie Stadtbaumeisterin Simone Teufel zur Festveranstaltung anrückte: "Ein Tag, um stolz zu sein", sagte er und hob "das gemeinschaftliche Zusammenwirken aller Beteiligten" besonders hervor. Immerhin beteiligte sich die Stadt an den umfangreichen Maßnahmen mit satten 1,1 Millionen Euro. Der Rest kam durch unterschiedliche Fördertöpfe zusammen.

Jeder hatte an seinen unterschiedlichen Arbeitsplätzen offensichtlich an den richtigen Stellschrauben gedreht, damit Cronheim heute im neuen Licht erstrahlt. Was ein wenig flapsig klingt, ist in Wirklichkeit ein Riesenjob, den beispielsweise Landtagsabgeordneter Manuel Westphal, Landrat Gerhard Wägemann und Anton Herrmann, Technischer Amtsrat beim ALE, geleistet haben. Der ehemaliger Ortssprecher Oskar Rohrmann, seine Nachfolgerin Beate Schlicker, Ludwig Göttler aus Filchenhard, die Stadtbaumeisterin und nicht zuletzt die Bürger selbst haben ihr Scherflein dazu beigetragen.

Von 2002 bis Herbst 2013 wurde geplant, dann rückten die ersten Bagger an. Und jetzt, im Frühjahr 2019, ist alles picobello. "Eine sportliche Leistung", findet der Bürgermeister, der diese Erneuerung als Beweis dafür sieht, "dass die Stadt etwas für ihre Ortsteile tut". Anton Herrmann vom ALE erinnerte an die Anfänge in Klosterlangheim. Sein Fazit fiel kurz und knackig aus: "Es hat Spaß gemacht, mit Ihnen von Cronheim und Filchenhard zu arbeiten". Landrat Gerhard Wägemann machte es ähnlich: "Cronheim ist uns lieb und teuer", meinte er augenzwinkernd, als er von der neuen Bahnbrücke und den Neubau der Kreisstraße 25 sprach, die sich durch den Ort schlängelt.

Die beiden "Dorfweiber" Jutta Pfeuffer und Monika Abel ließen es sich nicht nehmen, die ganze Planerei ein wenig zu glossieren: "Was geht das uns o, des geht uns gar nix o, mir singen nur ein Lied davon" hieß der Refrain, den am Schluss alle begeistert mitsangen. Und die Jugend? Sie  freut sich vor allem auf einen neuen Treff in der ehemaligen Ziegelhütte.

REINHARD KRÜGER E-Mail

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