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BayernBahn kauft Zugtrasse nach Gunzenhausen

Auf der Strecke nach Nördlingen verkehren Güter- und Museumszüge - 21.12.2017 06:00 Uhr

Nur mehr Museumszüge wie der "Seenlandexpress" und Güterzüge verkehren auf der Bahnstrecke von Gunzenhausen nach Nördlingen. Nun hat der bisherige Pächter, die Bayern Bahn, die Strecke gekauft. © Eisenbahnmuseum


Das privatrechtlich organisierte, nicht bundeseigene Bahnunternehmen aus Nördlingen erreicht damit die lang erwünschte Planungssicherheit, um in die baulichen Anlagen investieren zu können und so die Bahnstrecke auch in Zukunft weiter betreiben zu können. Anfangs ausschließlich mit Museumszügen und im Touristikverkehr genutzt, wurde zu Beginn des Jahrtausends mit einem Bahnanlieger der schon länger brachliegende Gleisanschluss reaktiviert. Mittlerweile pendelt nahezu täglich ein über 1000 Tonnen schwerer, von einer elektrischen Lokomotive der BayernBahn gezogener Zug zwischen Nordrhein-Westfalen und Nördlingen. Die Straßen werden damit um etwa 60 Lastwagenfahrten entlastet – ein nicht unerheblicher Beitrag zur Einsparung von CO2 und Feinstaub.

"Wir haben in den vergangenen 30 Jahren seit Gründung unserer Firma gezeigt, dass wir in der Lage sind, Eisenbahninfrastruktur auch unter schwierigen Rahmenbedingungen betriebsfähig vorzuhalten", unterstreicht Andreas Braun, Geschäftsführer der BayernBahn. Ohne das Engagement des Unternehmens wäre sicher nichts mehr vorhanden, das man hätte reaktivieren können.

Was die Wiederbelebung der Strecke Dombühl – Dinkelsbühl betrifft, erklärte Braun in einer Pressemitteilung: "Wir begrüßen alle Aktivitäten und würden uns freuen, wenn es bald zu tragfähigen Konzepten käme." Die Bahn hat im Sommer den politisch gewünschten Weg zur "Abgabe der Strecke an Dritte" frei gemacht.

Sollten sich keine Kandidaten finden, die die seitens des Freistaates gewünschten Investitionen für ein Upgrade übernehmen wollen und auch wirtschaftlich dazu in der Lage sind, so könnte die BayernBahn die Strecke dann doch weiter als Güter- und Museumsbahn betreiben. Eine Reaktivierung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) zwischen Dombühl und Dinkelsbühl wäre dann in näherer Zukunft aber eher ausgeschlossen.

Der Streckenabschnitt zwischen Gunzenhausen und Wassertrüdingen ist ebenfalls einer der Reaktivierungskandidaten des Freistaates zur Wiederbelebung des SPNV. Hier sollen die derzeit zwischen Pleinfeld und Gunzenhausen pendelnden Triebwagen der DB Regio AG zukünftig bis Wassertrüdingen weiterfahren. Die unmittelbare Umsetzung hängt hier allerdings noch an der Wiederherstellung des Kreuzungsbahnhofs Langlau durch die Deutsche Bahn. Im Zuständigkeitsbereich der BayernBahn sind mit der Klärung der Eigentumsfrage jetzt schon alle Weichen in Richtung Zukunft SPNV gestellt.

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