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Dienstag, 04.08.2020

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"Goodbye!" Hier zogen US-Soldaten in der Vergangenheit bereits ab

Die amerikanische Kultur hinterlässt ihre Spuren - 30.07.2020 13:30 Uhr

Bilder aus vergangenen Tagen: Taxi warten vor der PX in Fürth.

© Günter B. Kögler


Lange wurde spekuliert, nun ist es Gewissheit. Die Zahl der US-Soldaten in Deutschland soll um fast 12.000 verringert werden – und damit deutlich stärker als bislang bekannt. Rund 6400 Soldaten sollen in die USA zurückgeholt werden, weitere 5600 sollen in andere Nato-Länder verlegt werden, wie Verteidigungsminister Mark Esper am Mittwoch in Washington erklärte.

Hier waren die Standorte der US-Armee. 

© Infografik


In diesem Falle wiederholt sich die Geschichte, denn: Bereits in der Vergangenheit sind in Franken stationierte US-Soldaten abgezogen worden. Ein Beispiel dafür war die US-Army in Fürth. GIs, die mit Frau und Kind durch die Kleeblatt-Stadt streiften, waren kein seltener Anblick. Noch heute erinnern sich Kinder der Nachkriegsgeneration daran, wie tonnenschwere Panzer durch die Straßen rollten.

Manchmal gab es für die Kinder dann einen Kaugummi oder gar Schokolade - eine absolute Besonderheit, insbesondere in den Jahren nach dem Krieg!

Die amerikanische Kultur hinterließ damals in der Region ihre Spuren, überall waren Flaggen, der Sternenbanner, zu sehen. "Unter sich" war man in Fürth zum Beispiel in der Kalb-Siedlung. Noch heute erinnern sich US-Amerikaner an ihre amerikanisch-fränkische Kindheit dort.

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Besatzer, Helfer, Freunde: Die US-Army in Fürth

Zwischen 1945 und 1995 waren in Fürth Einheiten Armee der Vereinigten Staaten von Amerika stationiert. Damit gingen viele Veränderungen einher: Die US Army beschlagnahmte viele öffentliche und private Einrichtungen, es entstanden eigene Wohnsiedlungen. Der Abzug in den 90ern veränderte Fürth erneut.



25 Jahre nach dem Abzug: Ein Amerikaner erinnert sich


In der benachbarten Stadt Erlangen waren nach dem Krieg ebenfalls amerikanische Soldaten stationiert - und sollten fast vier Jahrzehnte nicht mehr gehen. Auf dem heutigen Südgelände der Universität war damals zum Beispiel das Munitionslager. Mit viel Lärm und Schmutz fuhren regelmäßig Panzer zu diesem Gelände hin und zurück - mitten durch die Stadt. Die Army verließ zwar 1994 Erlangen, doch Zeichen dieser zeit sind noch heute in der Hugenottenstadt zu sehen. Zum Beispiel die Betonrampen und planierte Straßen im Tennenloher Forst.

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Panzer, Blitzkrieg und Goodbye: Als die US-Army in Erlangen war

Im Juni 1993 gab die US-amerikanische Regierung bekannt, den Militärstandort Erlangen aufzugeben. Rund ein Jahr später, am 30. Juni 1994, verließ die US-Armee dann offiziell das Areal im Stadtosten. Wir blicken zurück auf die Jahre der "Ferris Barracks" - wo heute der Röthelheimpark wächst.


Was bedeutet also ein Abzug der Truppen aus einer Region, in der sie jahre-, manchmal jahrzehntelang stationiert waren? Ganz pragmatisch gesehen, können verschiedene Gebäude und Gelände, die genutzt wurden, möglicherweise eine andere Verwendung finden. Manche Soldaten werden eventuell bleiben, oder zurückkommen, der Familie oder der allgemeinen Lebenssituation wegen. Andere werden nie wieder kommen, sich aber vielleicht für immer an ihre Zeit hier erinnern.

mlk

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