Montag, 16.12.2019

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Ziege Daisy fordert volle Konzentration

Veitsbronner Grundschüler tauschen Klassenzimmer für zwei Wochen mit dem Zirkuszelt - 17.05.2019 06:00 Uhr

Aldo Sperlich zeigt Valentina (links) und Emma, wie sie mit der Zirkusziege Daisy umgehen müssen, damit sie zur Mitarbeit bereit ist. © Marion André


"Es ist ein Phänomen," sagt Lehrerin Christine Ludwig, "da sitzen gerade um die 100 Kinder im Zelt, und man hört keinen Mucks." Ihre Klasse 2 g ist mit der "Spätgruppe" seit zehn Uhr im Zirkuszelt auf dem Sportplatz an der Retzelfembacher Straße.

Training ist angesagt: Drei Tage lang, jeweils zwei Stunden, werden sich die Grundschüler aller 19 Klassen auf eine eigene Vorstellung vorbereiten, bei der sie unter anderem als Jongleure und Clowns, Akrobaten und Tierdompteure vor einem großen Publikum zeigen dürfen, was sie können. Lehrmeister sind die Mitarbeiter des Projektzirkus Hein aus Jessen bei Wittenberg. "Wir machen das seit zwölf Jahren", berichtet Aldo Sperlich Junior von der Zirkusfamilie Sperlich, "seitdem sind wir neun Monate im Jahr als Projektzirkus unterwegs. Das können bis zu 32 Engagements werden."

Bei aller Professionalität ist den Sperlichs die Freude am Umgang mit den Kindern anzusehen: "Hallo Maus, nicht abkürzen! Du musst in der Reihe bleiben, linke Hand auf den Rücken und jetzt die Verbeugung." Unaufgeregt und freundlich studiert Aldo Sperlich Senior mit den angehenden Ziegendompteuren die Choreografie ein, zunächst ohne Tiere. Die kommen erst später ins Spiel, wenn alles andere sitzt. Mimik, Gestik, Körperhaltung – spätestens jetzt wird klar, dass es ohne Disziplin und Konzentration auch beim Zirkus nicht geht.

Ganz nebenbei üben sich die Grundschüler durch die gemischte Altersstruktur in den Gruppen in Rücksichtnahme und Zusammenarbeit. Schulleiterin Karin Lämmermann-Meier: "Gigantisch, das ist kaum zu toppen und so wichtig für das soziale Miteinander." Außerdem könnten schwächere Schüler hier ungeahnte Stärken bei sich entdecken und entwickelten mehr Selbstwertgefühl.

Vorstellungen am Freitag, jeweils um 15 und 18 Uhr.

Marion André

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