Samstag, 14.12.2019

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Wie geht es in Roßtal zur Baustelle?

Großes Interesse an Baugebiet Jahnturnhalle - 26.01.2019 09:00 Uhr

Schon vor einem Jahr haben die Anwohner am Hasensprung mit einem Lkw gezeigt, wie eng es in ihrer Straße zugeht, wenn dort größere Fahrzeuge durchfahren müssen. © Archivfoto: Pröll


Heikel ist an der Bebauung eigentlich nur ein Thema: die Zufahrt zur künftigen Baustelle. Dennoch folgte auf die erste Auslegung des Bebauungsplans eine ungewöhnlich hohe Zahl von Einwendungen. Andere Erschließungsstraße, geringere Bebauung, niedrigere Häuser — mit diesen Themen beschäftigten sich die Bürger.

Jörg Bierwagen, Planer vom Ingenieur-Büro Christofori, versuchte, all das zusammenzufassen und präsentierte den überarbeiteten Plan in der Ausschusssitzung. Sieben Kettenhäuser im Westen der Fläche, außerdem im Osten fünf Einfamilienhäuser, unmittelbar an der Jahnstraße ein mehrgeschossiges Wohngebäude — soweit hat sich bis auf eine Ausnahme wenig geändert. Nur ein zweites mehrstöckiges Haus an der Jahnstraße war nicht mehr eingezeichnet, stattdessen ein großzügiges Ein- bis Zweifamilienhaus.

Den Mitgliedern des Bauausschusses gefiel diese Änderung gar nicht. Wolfgang Goroll (SPD) sprach sich dafür aus, zum Geschossbau zurückzukehren. Genau wie Michael Brak (Grüne), Renate Krach (CSU) und Hartmut Igel (FW) war Goroll der Ansicht, dass es Bedarf an Geschosswohnungen in Roßtal gebe, außerdem sei der Grund viel zu wertvoll, um nur Einfamilienhäuser zu bauen. Igel ergänzte, dass man "maßvoll und verträglich" nach oben bauen müsse, da die Flächen eben nicht beliebig vermehrbar seien.

Umstritten war hingegen die Frage der Erschließung während der Bauphase. Dazu hatte die Marktgemeinde eigens einen Verkehrsgutachter hinzugezogen. Er hatte empfohlen, dass die künftigen Bewohner über die Jahnstraße zu ihren Häusern gelangen. Die Laster und Baufahrzeuge, die während der Erschließung des Neubaus nötig sind, sollten jedoch über die Straße Hasensprung zufahren und danach in einer Einbahnstraße auf dem Baugrund über die Jahnstraße das Gelände wieder verlassen.

Begründet hatte der Gutachter dies damit, dass die Bewohner der Jahnstraße nicht übermäßig belastet werden sollten. Zweites Problem ist die Spitzkehre, die von der Nürnberger Straße — über sie gelangen die meisten Baufahrzeuge zum Baugebiet — in die Jahnstraße mündet. Ein Abbiegen ist dort für Lkw oft nur mit Rangieren möglich.

Der Vorschlag, den Hasensprung zu nutzen, stieß insbesondere bei den Anwohnern auf Missfallen. Einige Gemeinderäte hielten dies ebenfalls für überflüssig. Brak wies auf die hohen Kosten hin. Denn vor der Nutzung als Baustraße ist ein Beweissicherungsverfahren nötig, falls es am Ende Schäden an Straße und Gebäuden geben sollte.

Auch Gemeinderat Igel sprach sich gegen die Zufahrt Hasensprung aus: Bislang musste die Jahnstraße den Verkehr zu den Sportanlagen aufnehmen, jetzt eben den Baustellenverkehr, und dies auch nur über einen gewissen Zeitraum, argumentierte er. Planer Bierwagen wünscht sich, für das weitere Vorgehen eine Tendenz zu erfahren. Die Abstimmung, die aber noch keine endgültige Entscheidung ist, ging mit fünf zu vier Stimmen für die Zufahrt Hasensprung aus. Das letzte Wort darüber wird in der Bauausschusssitzung am 2. April gesprochen.

Beate Dietz

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