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Samstag, 20.07.2019

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Weg aus Leichendorf: Baufirma expandiert

Unternehmen Hitz will bei Raitersaich wachsen - 14.03.2019 13:00 Uhr

In Leichendorf ist für die Firma Hitz bald kein Platz mehr, sie will daher nach Raitersaich ausweichen. Allerdings sind dafür diverse neue Planungen und das Roden von rund 8500 Quadratmetern Wald nötig. © Foto: Horst Linke


Die Mitglieder des Roßtaler Bau- und Umweltausschusses stellten sich geschlossen hinter dieses Vorhaben. Überplant werden soll ein Gelände von rund 4,7 Hektar Größe. Dafür muss der Flächennutzungsplan geändert und ein Bebauungsplan aufgestellt werden.

Vor allem zum Zwischenlagern und Aufbereiten von Baustoffen wird dringend mehr Platz benötigt. So sollen auf dem Areal unter anderem überdachte Hallen und Fahrzeugunterstände entstehen. Zudem braucht es Sozialräume für die Mitarbeiter und Flächen fürs Abstellen von Containern.

Ausnahme für Rodung

Eine sogenannte artenschutzrechtliche Prüfung des Geländes gab es bereits. Dabei wurden 29 Vogelarten gezählt. Zum Großteil "Allerweltsarten", wie es die Planer ausdrückten. Doch auch eine Art, die auf der Roten Liste steht, ist hier beheimatet. Für sie ist voraussichtlich ein Ausgleich nötig. Darüber hinaus muss eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden, um rund 8500 Quadratmeter Wald zu roden. In dem Forst, der abgeholzt werden soll, stehen vier sogenannte Höhlenbäume. Sie sind für Fledermäuse und Spechte wichtig, die darin Futter und Unterschlupf finden. Weil das Gelände an der tiefsten Stelle einen Höhenunterschied von rund acht Metern hat, wird es nach der Rodung begradigt.

Geprüft worden ist zudem bereits, ob das Areal hinsichtlich der Erholung oder des Landschaftsbildes besonders schützenswert ist. Da es von allen Seiten entweder durch Wald, einen Erdwall oder den Bahndamm abgeschirmt und auch nicht durch Wanderwege erschlossen ist, wird der geplante Eingriff als vertretbar eingestuft.

Über die großen Dachflächen der geplanten Hallen soll Regenwasser in einem separaten Becken gesammelt werden, um es später zum Befeuchten der Baustoffe zu nutzen. Auch Photovoltaikanlagen werden installiert, sie sollen bis zu 500 000 Kilowattstunden Strom im Jahr produzieren. Eine Menge, die den Bedarf von 125 Haushalten stillen könnte. Hitz-Erdbau plant aber, den Strom selbst zu nutzen, denn: Der Trend bei den Fahrzeugen und Maschinen gehe zum Elektroantrieb.

Dass es am Firmen-Standort in Leichendorf keine Probleme mit Nachbarn gibt, wurde als Referenz für den Betrieb gewertet — und offenbar ist es auch in Raitersaich so: "Ihr seid still und friedlich. Ich habe noch nie Beschwerden gehört", sagte Umweltreferent Michael Brak (Grüne), der eigenen Angaben zufolge selbst unweit der Erweiterungsfläche wohnt. Seiner Meinung nach sei die Aufbereitung der Baustoffe vor Ort umweltverträglicher, als das Material bis zur nächsten Anlage in Weißenburg zu fahren. 

Nina Daebel

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