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Mittwoch, 05.08.2020

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Wasserspiele sind am Hainbergweiher tabu

Familien werden gebeten, Rücksicht auf die Natur zu nehmen - 12.06.2020 11:00 Uhr

So verlockend der aktuell extrem niedrige Wasserstand im Hainbergweiher auch ist: Dammbauten spielender Kinder oder die Jagd auf Flußkrebse stören den sensiblen Lebensraum und seine Bewohner.

© Foto: Thomas Scherer


In Zeiten der Covid-19-Pandemie treibt es die Menschenhinaus ins Freie – auch auf den rund 195 Hektar großen Hainberg zwischen Oberasbach und Stein. Das Naturschutzgebiet der gemeinnützigen Tochter der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU Naturerbe) "ist ein Anziehungspunkt für Besucher aus Nürnberg und Fürth", weiß die fachliche Leiterin der Stiftungstochter, Susanne Belting.

Doch bei allem Verständnis für den Wunsch, die parkähnliche Landschaft zu genießen, bittet die Expertin um Rücksichtnahme speziell für den aufwendig sanierten Hainbergweiher. Wegen der Trockenheit führt das Gewässer zurzeit nur wenig Wasser. Aufgrund dieses Mangels sei es "wichtig, dass sowohl der Zulauf als auch der Ablauf in den Asbach möglichst optimal funktionieren". Deshalb bittet Belting gerade Familien mit Kindern darum, am Einlauf des Teichs keine Staudämme zu bauen oder etwa Flusskrebse aus dem Wasser zu fischen.

Für die Anwohner der nahegelegenen Städte sei der Hainberg ein wichtiges Erholungsgebiet, so Belting. "Doch nur bei achtsamem Verhalten können die wertvollen Naturerbeflächen auch weiterhin bewahrt werden." Mitarbeiter des zuständigen Bundesforstbetriebs Reußenberg berichten immer wieder auch von Besuchern, die in der Nähe von Brutplätzen der in Bayern gefährdeten Heidelerche ihre Laptops platzieren oder Fußball spielen.

Solche Outdoor-Homeoffice- oder Sport-Aktivitäten aber stören die Aufzucht von Bodenbrütern. Man suche die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der unteren Naturschutzbehörde und der Naturschutzwacht, "um geeignete Maßnahmen zu finden, die Naturgenuss möglich machen und Beschränkungen minimieren", so Bundesforst-Revierleiter Jens-Eckhard Meyer.

Temporäre Schilder könnten dazu beitragen, dass die Menschen auf den Wegen blieben, sie stören aber die Sicht über den Hainberg. "An den freigegebenen Strecken können Besucher die Schönheit der Natur genießen und beobachten", sagt Belting; er bittet aber dringend darum, sie nicht zu stören. Gerade dem Hainbergweiher und seinen sensiblen Lebensgemeinschaften müsse Ruhe gegönnt werden.

5800 Tonnen Schlamm wuden abgebaggert

Um diesen wertvollen Lebensraum etwa für Libellen, Frösche und Kröten zu schaffen, hatte das DBU Naturerbe auf Initiative des Landratsamts Fürth und mit Unterstützung des Bundesforstbetriebs 5800 Tonnen Schlamm aus dem Teich abbaggern lassen. Im Anschluss stellte sich heraus: Der Weihergrund hat durch die Entschlammung möglicherweise seine ursprüngliche Dichtigkeit verloren hat.

Jetzt müsse man auf die natürlichen Kräfte der Regulierung warten, so Belting. Beim ungestörten Versickern des Wassers würden sich feine wasserundurchlässige Partikel am Weiherboden einlagern und ihn allmählich wieder abdichten.

Und Jens-Eckhard Meyer macht klar: "Da ein solcher Prozess nicht von heute auf morgen abgeschlossen werden kann, müssen alle Beteiligten Geduld haben."

fn

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