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Sonntag, 20.10.2019

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Was flattert da im Garten und auf dem Balkon?

Am Wochenende rufen Naturschutzverbände wieder zur Vogelzählung auf - 09.05.2019 21:00 Uhr

Jetzt sind die Kohlmeisen in die stressigste Zeit des Jahres gestartet: Erst galt es ein Nest zu bauen und zu brüten, dann müssen die Jungen versorgt werden. © Archivfoto: Stefan Sauer/dpa


60 Minuten lang, so der Auftrag, soll man investieren, um die gefiederten Gäste im Garten oder auf dem Balkon zu zählen. Vom Ergebnis erhoffen sich die Naturschutzverbände ein möglichst detailliertes Bild der Vogelwelt. Denn jedes Jahr hat eine ganz eigene Kombination von Faktoren, die sich auf die Tiere auswirken können. Eine Rolle spielen etwa Wetterereignisse, Krankheiten, die veränderte Bewirtschaftung von Flächen und das verfügbare Futter. All dies hat großen Einfluss auf den Bruterfolg und die Überlebenschancen einzelner Arten.

"Je genauer wir über die Entwicklungen bei den verschiedenen Vögeln Bescheid wissen, umso besser kann sich der LBV für sie stark machen", sagt Martina Gehret. Sie ist beim LBV für den Bereich "citizen science" zuständig, die ihren Ursprung in Großbritannien und den USA hat. In Deutschland nennt sich die Mitarbeit von Laien an wissenschaftlichen Projekten "Bürgerwissenschaft". Vergangenes Jahr haben sich bayernweit über 9000 Menschen an der Aktion, die stets im Winter und im Frühjahr stattfindet, beteiligt und beinahe 210 000 Vögel gezählt.

Wer am kommenden Wochenende mitmachen will, muss sich eine Stunde lang auf die Lauer legen und von jeder Art die höchste Anzahl notieren, die er in diesem Zeitraum entdeckt. Wer sich mit Amsel, Drossel und Fink nicht so gut auskennt, findet im Internet unter www.stunde-der-gartenvoegel.lbv.de eine Fotogalerie, mit deren Hilfe er sie bestimmen kann.

Außerdem werden heuer noch einige Zusatzinformationen über die Lebensräume der Gartenbewohner abgefragt. Anlass dafür ist das überaus erfolgreiche Volksbegehren "Rettet die Bienen", das im Februar 18,4 Prozent der Bayern unterschrieben haben. Der LBV möchte in diesem Zusammenhang wissen, wie vielfältig die Lebensgrundlage für Vögel, aber auch Insekten im Garten und auf dem Balkon ist. Denn ihnen hilft es nicht nur, wenn man auf Gift verzichtet, sondern auch, wenn man ihnen unterschiedliche Strukturen anbietet.

Totholz bietet Schutz

Das können Blühpflanzen oder Staudenbeete für Bienen, Hummeln und Co. sein, sowie eine Wasserstelle oder Tränke für Vögel. Damit Käfer und Insekten einen Unterschlupf finden, sollte man einen Totholzhaufen anlegen, der am besten unter einer Hecke langsam vermodern darf. Auf dem Balkon kann man dagegen ein paar Äste stehend oder liegend arrangieren.

Auch ein Insektenhotel kann helfen, allerdings nur, wenn dieses artgerecht ist. Im Zweifelsfall tut es auch ein Kistchen mit Sand, in dem die meisten der heimischen Krabbler nisten. gwen

InfoDiese Angaben und die Beobachtungen kann man am 11. und 12. Mai zwischen 10 und 18 Uhr unter der kostenlosen Telefonnummer (08 00) 1 15 71 15 durchgeben, per Fax schicken an (0 91 74) 47 75 70 75 oder im Internet unter www.stunde-der-gartenvoegel.lbv.de melden.

Gwendolyn Kuhn

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