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Steigende Schülerzahlen: Wird das Hardenberg aufgestockt?

SPD und CSU regen an, frühzeitig verschiedene Optionen zu prüfen - 09.07.2020 11:00 Uhr

Der Hardenberg-Neubau (rechts) könnte auf seinem Flachdach noch weitere Etagen tragen. Nur: Ist das auch sinnvoll?

© Foto: Thomas Scherer


Die Zahl der Schulkinder in Fürth wächst stetig. Gründe dafür sind geburtenstarke Jahrgänge, Zuwanderung und Zuzug. Das bedeutet, dass sich die Stadt unter anderem Gedanken darüber machen muss, wo sie künftig ihre Gymnasiasten unterbringen will. Die großen Bau- und Sanierungsvorhaben Heinrich-Schliemann-Gymnasium (HSG) und Helene-Lange-Gymnasium (HLG) sehen bereits erweiterte Kapazitäten vor. Nun rücken SPD und CSU die Möglichkeit in den Fokus, auch am Hardenberg-Gymnasium (HGF) mehr Raum zu schaffen.

Im Schulterschluss plädieren die zwei Fraktionen dafür, prüfen zu lassen, unter welchen Voraussetzungen der Neubau auf dem Hardenberg-Pausenhof aufgestockt werden könnte. Der Schul- und Bildungsausschuss wird sich heute mit dem Vorstoß befassen.

Den Initiatoren geht es nach den Worten von Benedikt Döhla, stellvertretender SPD-Fraktionschef und Schulpfleger am Hardenberg, darum, "frühzeitig schon möglichst viele Optionen zu prüfen". Das ungewöhnliche fraktionsübergreifende Vorgehen erklärt Döhla mit seiner Funktion als Schulpfleger und dem Umstand, dass CSU-Stadtrat und Mitunterzeichner Michael Au dem Elternbeirat angehört.

Der dreistöckige HGF-Neubau wurde 2007 eingeweiht und von vornherein so konzipiert, dass weitere Etagen prinzipiell aufgesattelt werden können. Laut Döhla wollen er und seine Mitstreiter jetzt wissen, wie viele weitere Stockwerke das Gebäude tragen könnte, wie viele weitere Klassenzimmer dort maximal untergebracht werden könnten, wie teuer das wäre und wie lang das dauern würde. "Denn wer weiß", sagt Döhla, "vielleicht wäre die Aufstockung ja so teuer, dass man gleich ein neues Gebäude hinstellen kann."

Aktuell wird am HGF die Turnhalle saniert, was sich wegen eines Wasserschadens massiv verzögert und ausgewachsen hat. Nach Döhlas Kenntnisstand kann dort voraussichtlich im vierten Quartal wieder Sportunterricht stattfinden.

Heinrich-Schliemann-Gymnasium: Detailplanung beginnt

Unterdessen werden hinter den Kulissen die Mammutprojekte Schliemann-Neubau und an der HLG-Generalsanierung vorangetrieben. Im November hat der Stadtrat dem Siegerentwurf für ein Schliemann auf dem Wolfsgruber-Areal grünes Licht gegeben. Es soll viergeschossig sein, mit Blick in die Pegnitzauen, und Platz für über 1000 Schüler bieten (zurzeit: 600). Die Detailplanung "ist gerade in der Beauftragung", sagt Bürgermeister und Schulreferent Markus Braun, der damit rechnet, dass dem Stadtrat im Herbst 2021 eine erste Kostenberechnung vorliegen dürfte. Vorerst wird das Vorhaben auf 55 Millionen Euro taxiert.

Fürths künftige Rekord-Baustelle für mehr als 90 Millionen Euro wird das HLG, das einmal 1500 Schüler (jetzt: 1200) fassen soll. Im Frühjahr beschloss der Stadtrat, die umstrittene Sechsfachturnhalle in der Jakobinenstraße direkt am Schulzentrum zu bauen. Außerdem soll eine Dreifachturnhalle die marode Humbser-Halle ersetzen. Danach werden ein fünf- und ein viergeschossiges Schulgebäude sowie kleinere Flachbauten errichtet. Der voraussichtlich sechsjährige Bauphase wird nicht vor 2022 beginnen.

Braun warnt mit Blick auf eine Raumaufstockung am Hardenberg: "Wir müssen da aufpassen." Schaffe die Stadt in den drei bestehenden Gymnasien zu viel Raum, könne es nämlich eng werden für ein viertes Gymnasium in Fürth. Braun, der "keinen Quadratmeter Schulraum hergeben will", wie er einmal sagte, wiederholte nun: Wenn das neue Schliemann 2025/26 stehe, könne die Stadt im dann vakanten Altbau Jahrgang für Jahrgang ein neues Gymnasium aufbauen. Aber das müsse dann mindestens zweizügig sein.

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