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Montag, 24.06.2019

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Sorge um Kinder: Fürther Eltern wollen eine Ampel

Mit einer Unterschriftenliste verleihen zwei Frauen ihrer Forderung Ausdruck - 11.05.2019 16:00 Uhr

Die Straße Am Europakanal lädt zum schnellen Fahren ein, sagen Birgit Göß und Andrea Hußnättner. Auf Höhe des Eschenaustegs werde das zum Problem für Kinder, Fußgänger und Radler – ob sie nun zum Schulbus, zum Sportverein, zu Freunden, ins Freibad oder in die Innenstadt wollen. © André De Geare


Noch ist ihres Wissens nach kein schwerer Unfall an der Stelle passiert. Trotzdem hat sich im Laufe der Jahre Unbehagen bei einigen Anwohnern und Menschen breit gemacht, die regelmäßig über die Straße Am Europakanal müssen.

Besonders für Schulkinder, ältere Menschen und Menschen mit körperlichen Einschränkungen sei hier, wo es zum Eschenausteg und einer Bushaltestelle geht, "ein gefahrloses Überqueren der Straße zu bestimmten Tageszeiten unmöglich", schreiben Birgit Göß und Andrea Hußnätter in einem offenen Brief, den sie an den Oberbürgermeister und den städtischen Verkehrsausschuss richteten. Ein Zebrastreifen ist zwar vorhanden, das aber sei an dieser "unübersichtlichen Stelle" nicht genug.

Die Lösung sähe simpel aus, finden die beiden Frauen und ihre Mitstreiter: Eine Ampel würde Sicherheit schaffen. Sie soll dauerhaft auf Grün für Autofahrer gestellt sein und nur "bei Bedarf" auf Rot schalten, wenn Fußgänger über die Straße wollen und den Sensor berühren.

Zusammen mit Helfern haben Göß und Hußnätter rund 600 Unterschriften gesammelt, viele davon von Eltern, deren Kinder die Adalbert-Stifter-Grundschule besuchen. Auch in den umliegenden Kindergärten und bei Mitgliedern des Sportvereins TV Fürth 1860 stießen sie auf Unterstützung.

Die Straße Am Europakanal lade zum schnellen Fahren ein, sagen die beiden Frauen. Regelmäßig seien Autofahrer mit mehr als den zulässigen 50 km/h unterwegs, so dass sie am Zebrastreifen nicht mehr bremsen können. "Oft hebt der Fahrer dann entschuldigend die Hand – das hilft natürlich nichts, wenn mal was passiert", erzählt Göß, die auf dem Weg zum Kindergarten mit ihrem kleinen Sohn über die Straße muss.

Besonders gefährdet seien die Schulkinder, die täglich die Straße überqueren, um den Schulbus zu erreichen. Und davon werde es in Zukunft immer mehr geben, denn die Siedlung an der Eschenau verjünge sich. Auch im Grundigpark und in Dambach wohnten viele Familien.

Viele Geschichten

"Gerade Kinder können nicht einschätzen, ob der Fahrer bremsbereit ist", heißt es in dem offenen Brief. Schülerlotsen – zu denen auch Andrea Hußnätter gehört – hätten zahlreiche gefährliche Aktionen erlebt.

Als sie anfing, die Leute anzusprechen, "hab ich sofort viele Geschichten gehört von Nachbarn", erzählt Göß. Den Weg über den Eschenausteg wählen viele, die von der Eschenau in die Innenstadt spazieren oder zum Freibad radeln. Ebenso wie Kindergartengruppen aus Dambach, die einen Ausflug zum Wildschweingehege machen. Der nächste sichere Übergang sei weit entfernt an der Stauffenberg-Brücke.

Der Verkehr habe zugenommen, und mit der vorgesehenen Sanierung der Zirndorfer Brücke werde sich das Problem verschärfen, befürchten Göß und Hußnätter.

Auf FN-Nachfrage macht ihnen Hans-Joachim Gleißner, Leiter des Straßenverkehrsamts, spontan wenig Hoffnung. Er müsse den Sachverhalt noch prüfen – aber bisher hält er es für unwahrscheinlich, dass hier eine Ampel aufgestellt wird. Die Straße sei übersichtlich; es gebe viele vergleichbare Stellen im Stadtgebiet, teils mit schlechterer Sicht. Der Übergang sei auch kein Unfallschwerpunkt, sondern bislang gänzlich unauffällig in der Unfallstatistik.

Göß und Hußnätter wünschen sich, dass es so bleibt – mit Hilfe einer Ampel. Oder wenigstens eines Tempo-30-Limits. 

Claudia Ziob

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