23°

Freitag, 23.08.2019

|

Rauschend: Das war der Sommernachtsball im Fürther Stadtpark

Zum 18. Mal lockte das Event der Comödie mit Musik und Feuerwerk - 21.07.2019 15:07 Uhr

Auch Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung ließ sich in der Fürther Comödie blicken. © Thomas Scherer


Von der Magie einer Sommernacht ist schon viel erzählt worden. Fragt sich nur: Waren die, die schwärmen, eigentlich schon mal in Fürth? Wenn ja, dann können sie berichten vom Stadtpark, der sich verwandelt hat. Von der Musik, die überall erklingt, den vielen Lichtern, den Menschen, die durch die Allee wandeln und tanzen. . .

Schon am späten Samstagnachmittag prägte ein ungewohntes Bild die Stadt. Auffallend viele Leute in festlicher Kleidung strebten Richtung Park. Sie kamen zu Fuß, fuhren in Limousinen vor oder radelten heran. Der Sommernachtsball der Comödie, sagen die Veranstalter mit Stolz, ist "Bayerns größter Open Air Ball". Volker Heißmann freute sich bei der Eröffnung über "weit mehr als 8000 Gäste". Dann aber gab er das ersehnte Kommando: "Alles Walzer. Hau mer rein."

Eine Aufforderung, die auf drei großen Tanzflächen umgehend befolgt wurde. Thilo Wolf mit seiner Big Band prägte mit unwiderstehlichem Swing von Beginn an die Stimmung dieser Nacht. Beschwingt ließen sich die Besucher von seiner Musik mitreißen, die von Freiheit spricht und einem unbegrenzten Lebensgefühl. Von Vielfalt und Buntheit geprägt, begeisterte das umfangreiche Programm die Besucher.

Bilderstrecke zum Thema

Tanz, Roben und tolle Stimmung beim Sommernachtsball in Fürth

So festlich kommt man in Fürth nur selten zusammen: Am Samstag wurde im Stadtpark die Tanzfläche geentert, die Bar gestürmt und dem Regen getrotzt. Da schaute auch so mancher Promi vorbei.


Vom Start auf dem roten Teppich ging es durch die Auferstehungskirche begleitet von Orgelklängen (Leitung Sirka Schwartz-Uppendieck) in den Rosengarten, der sich mit italienischem Flair präsentierte – inklusive Gondeltouren, die ihren Weg allein durch Beinarbeit fanden. Zu den Auftritten der beiden Hausherren Volker Heißmann und Martin Rassau gesellten sich Tanz-Shows und noch mehr Musik, zum Beispiel von "All that".

Zum Charme des Sommernachtsballs gehört ganz sicher, dass es neben dem Tanzen zwei weitere wichtige Disziplinen gibt: Flanieren und Schauen. Selbstverständlich sind es die Outfits, die bewundert werden müssen. Und, keine Frage, es gab viel zu sehen. Bemerkenswert etwa der Trend, Maske zu tragen. Nicht nur in Schattierungen von Grau, sondern auch sehr seriös in Schwarz tauchten filigrane Spitzen-Exemplare auf. Für ein elegantes, betont schlichtes Kleid entschied sich zum Beispiel Nina Filipovic, die verriet: "Zu viel Muster würden sich mit meinen Tattoos nicht vertragen."

Im Partnerlook, perfekt bis zur frischen Rose im Knopfloch, erschienen Heinz Lehneis und Udo Mirschberger, die stilecht Chapeau Claque und Gehstock zu ihren Anzügen kombinierten. Mit ihrer Mutter Irene Pullmann kamen Hannah (7) und Lea (6) zum Ball. Beide Mädchen, in langen Tüllkleidern, müssen normalerweise um acht ins Bett. Aber: "Heute dürfen wir länger aufbleiben." Wahrscheinlich als jüngster Ballgast freute sich Luca, der im August zwei Jahre alt wird, über Musik und Lichter. Der Knirps erschien im gleichen Dress wie sein Vater Alfons Pallor und trug schnieke Hosenträger zum weißen Hemd. Mama Désirée fotografierte begeistert.

Wichtig, dass ich den Rhythmus spüre

Auch für Ballorganisator Marcel Gasde spielte das Alter eine Rolle. "Wir machen das heute zum 18. Mal", rechnete er vor. "Das heißt, der Sommernachtsball ist volljährig geworden." Die Erleichterung, dass das Wetter hielt, wurde nur exakt fünf Minuten leicht getrübt. Die wenigen Regentropfen trockneten schnell. Frisuren, die Schaden genommen hatten, richtete Thomas Seubert in seiner Repair-Lounge rasch wieder. Die Gedanken eines Spitzenkochs verriet Alexander Herrmann, der rund um den Fontänenbrunnen auftischte: "Ich bin ja das erste Mal hier und da ist es ganz wichtig, dass ich mich vorher in dieses Fest einfühlen kann, damit ich den Rhythmus spüre und dem so gut wie möglich folge."

Ein weiterer Moment mit "Ah"- und "Oh"-Garantie ist selbstredend das prächtige Feuerwerk. Die "Mozart Heroes" begleiteten das Funkeln am Nachthimmel, was zumindest die Illumination nicht krachend, sondern lautlos erscheinen ließ, weil die beiden Musiker mit Gitarre und Cello gewaltige Dezibelwerte erreichten und wirklich alles übertönten.

Wer mochte, der konnte aber auch nachspüren, warum im Stadtpark die Ballnacht tatsächlich rauschend war. Denn welcher Saal irgendwo sonst kann mit einem Dach aus sanft im Wind raschelnden Blättern aufwarten?

  

Sabine Rempe

7

7 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Fürth, Fürth